John Sandford – The Devil’s Code

Der 3. Roman der Kidd-Reihe

John Sandford – The Devil’s Code

Kidd, Künstler, Hacker und Gelegenheits-Krimineller, kommt von einem Angelausflug mit einem Freund zurück nach Minnesota, und wird dort zu seiner Überraschung von einer schönen Frau erwartet. Sie stellt sich als Lane Ward vor, die Schwester von Jack Morrison, mit dem Kidd einiges verbindet, und berichtet, dass Jack vor einer Woche erschossen wurde. Ein Brief von Jack führt sie zu Kidd, und die Namen Bobby und 3ratsass3 tauchen darin auf.

Angeblich soll Jack in etwas Kriminelles verwickelt gewesen sein – so weit glaubt Kidd seiner Besucherin. Dass Jack aber „in Notwehr“ erschossen wurde, weil er jemand anderen erschossen haben soll, ergibt für ihn keinen Sinn. Das Codewort 3ratsass3 führt ihn auf eine geheime Mailbox auf dem Server von Bobby, und ein Schreiben von Jack umreisst dort grob, dass dieser in großen Schwierigkeiten mit dem Auftrag bei einer Softwarefirma in Houston steckte, Schwierigkeiten, die mit etwas zu tun haben, was er entdeckt hat, das ihn eigentlich nichts anging.

Kidd kontaktiert Bobby, und erfährt von diesem, dass eine Liste von Hackernamen bei den Ermitlungsbehörden die Runde macht; Hacker, die an einem Angriff auf wichtige militärische Dinge beteiligt sein sollen, quasi Terroristen – und einer dieser Hackernamen ist seiner, aber auch Bobby steht auf der Liste. Und nun ist sicher, dass die gesamte Hacker-Community in sehr sehr großen Schwierigkeiten steckt, denn wenn NSA und FBI hinter ihnen her sind, haben sie ausgesprochen schlechte Karten. Niemanden wird interessieren, ob sie wirklich die Schuldigen sind.

Kidd bleibt keine andere Wahl; er muss nach Houston und selbst herausfinden, was Jack entdeckt haben könnte, das einen solchen Rattenschwanz von Folgen nach sich ziehen konnte. Und natürlich darf auch LuEllen bei dieser Aktion nicht fehlen…

Ich bin bei der Bewertung dieses Romans etwas unentschieden. Der grundsätzliche Plot über etwas, das im militärisch-industriellen Komplex passiert und von skrupellosen Geschäftemachern ausgenutzt wird, plus die gesamte Vertuschungsmaschinerie, die anläuft, ist gut ausgedacht und eine smarte Idee. Aus dem Blickwinkel 2019 wirkt vieles aber, auch hinsichtlich Sicherheit, anachronistisch. Mein Hauptproblem mit Devil’s Code ist jedoch der Kopf hinter der ganzen Verschwörung, der bereits auf den ersten Seiten des Buches als sadistisches Monster aufgebaut wird. Das nimmt dem Leser die Gelegenheit, diesen Teil der Geschichte selbst zu entdecken; und der Antagonist wird auch eher zum Klischee eines irren Bond Villain stilisiert, als dass er Raum für komplexere Motivationen hätte. Schade.

Teile des Plots sind hochintelligent, andere Teile kippen ganz plötzlich wieder in plakative Gewalt; es wirkt beinahe, als hätten zwei verschiedene Personen (oder Teams) die unterschiedlichen Handlungsstränge geschrieben. Dennoch macht der Roman, auch dank seiner teilweise doch trocken-selbstironischen Einsprengsel, eine Menge Spaß.

Gute Unterhaltung mit einem Geek-Nerd-Faktor; sicher nicht Sandford’s bester Roman, aber doch gut genug, um ihn im Rahmen der gesamten Kidd-Reihe nicht auszulassen.

Bewertung: ★★★☆☆ 



Ein Kommentar

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