Archiv der Kategorie: Geschichte

Annemarie Lutz – Altrahlstedt an der Rahlau

Auf der Suche nach etwas Lokalgeschichte blieb ich in der Stadtteilbibliothek an diesem Buch hängen.

Altrahlstedt an der Rahlau: Heimatgeschichtliche Betrachtungen aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts

Altrahlstedt an der Rahlau

Rahlstedt, das Dorf an der Rahlau, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Villenvorort für reiche Hamburger Kaufleute, und das sieht man teilweise auch heute noch an der Bebauung. Aus der 1920 aus verschiedenen Orten zusammengeschlossenen preußischen Gemeinde Rahlstedt wurde dann – wie bei so vielen Teilen Hamburgs – mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 ein Stadtteil Hamburgs.

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Das Beste oder Nichts. Gottlieb Daimler und die Erfindung des Automobils

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Der Titel dieses Hörbuches (der auf Gottlieb Daimler zurückgeht, und im Jahr 2010 auch von Mercedes-Benz für eine Image-Kampagne wiederentdeckt wurde) klingt eher dröge. Ich mag zwar ganz gern Sachbücher, auch zu historischen und technischen Themen, aber als Hörbuch konnte ich mir das zunächst gar nicht vorstellen.

Der Klappentext bei Amazon:

Die Welt ist still im Deutschland der 1880er Jahre, das Leben langsam. Die Menschen kennen das Geräusch eines laufenden Motors noch nicht, denn er ist noch nicht erfunden; jedenfalls der Motor nicht, der klein und dennoch leistungsstark genug wäre, um Fahrzeuge, Boote oder Luftschiffe anzutreiben. Das Industriezeitalter beginnt gerade erst zu erblühen, die Mühlen des Fortschritts mahlen noch langsam; manchem, der großes vorhat, zu langsam. Gottlieb Daimler ist einer von ihnen. Er ist beseelt von einer Vision, die ihm und seinem Weggefährten Wilhelm Maybach nicht nur realisierbar, sondern gar zwingend notwendig erscheint. Lange Zeit stehen sie mit ihren Plänen jedoch ziemlich alleine da und verzweifelt nicht selten am vermeintlichen Unverstand ihrer Mitmenschen. So bleibt ihnen nur der Weg in die Abgeschiedenheit eines Gartenhauses zu Cannstatt, um von dort aus die Welt zu motorisieren – zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Im Grunde erzählt das – akustisch sehr gut in Szene gesetzte – Buch die Geschichte von Gottlieb Daimler und den Anfängen des deutschen Automobilbaus, und das auf erstaunlich gut anzuhörende Weise. Mit verschiedenen Sprechern und musikalisch dezenter Untermalung wird hier ein Stück deutsche Industriegeschichte zum Leben erweckt, und eröffnet interessante Einblicke in das Leben eines im besten Sinne von seinem Werk Besessenen. Eine ebenso interessante Kurzbiografie wie ein Stück Technikgeschichte zum Anhören.

Bewertung: ★★★½☆ 

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Obst, Gemüse und Kräuter Karls des Grossen

Eines der ältesten Dokumente frühmittelalterlicher Gartenkultur, vielleicht sogar das älteste schriftliche Dokument der europäischen Gartenbaugeschichte, ist eine Verordnung Karls des Großen über „Land- und Krongüter“ und welche Pflanzen auf diesen anzubauen seien, die Capitulare de villis vel curtis imperii aus dem 8. Jahrhundert.

Zwar regelt diese umfangreiche Verordnung beinahe jeden Aspekt des weltlichen Daseins (etwa „Bauweise, Verproviantierung und Bewaffnung der Kriegskarren“, oder welche Handwerker auszubilden seien), aber sie umfasst auch nicht weniger als die Logistik eines riesengroßen Reiches und die Versorgung des nicht eben kleinen Hofstaates Karls des Großen.

Darunter sind eben auch Themen der landwirtschaftlichen Praxis – Umgang mit Saatgut, Wald- und Weidewirtschaft, Grundlagen von Ackerbau und Viehzucht. Der Staatsmann Karl der Große (und seine Verwalter) erweisen sich hier als souveräne Agrarpolitiker.

In dem Buch

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»… dass man im Garten alle Kräuter habe …«:
Obst, Gemüse und Kräuter Karls des Grossen

befassen sich die Herausgeber, Karl Josef Strank und Jutta Meurers-Balke, vor allem mit dem letzten Kapitel der Capitulare, welches die Duftpflanzen, Heil- und Würzkräuter, Gemüse, Obst und Vorratsbäume verzeichnet, welche Karl der Große auf jedem Hofgut kultiviert und vorrätig wissen wollte. Diese Liste ist für Gärtner wie Mittelalterforscher, vor allem auch in ethno- und archäobotanischer Hinsicht bemerkenswert und interessant.
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Time-Life: Wie sie damals lebten – Im alten Ägypten

In der von Denise Dersin für Time-Life herausgegebenen Reihe „Wie sie damals lebten“ erschien 1996 erstmals der Band über das antike Äygpten:

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Wie sie damals lebten : Im alten Ägypten

Im Impressum kann man lesen, dass das Buch fachlich von Peter A. Piccione begleitet wurde, sowie von Thomas Dousa, der als Sprachspezialist maßgeblich am Demotic Dictionary beteiligt war und ist.

Auf 192 Seiten entfaltet sich ein bunt dekoriertes Bild der ägyptischen Kultur über mehrere Jahrtausende. Das gebundene Buch ist hochwertig verarbeitet, die Qualität der oft großen Abbildungen sehr gut.
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Joyce Tyldesley – Hatschepsut

Zu den faszinierendsten Gestalten der Historie Altägyptens gehört die Pharaonin Hatschepsut – und wohl auch zu den umstrittensten, haben ihr doch die Archäologen in den vergangenen Jahrzehnten so mancherlei angedichtet, das mehr der Fantasie und Misogynie der Wissenschaftler als der Faktenlage entsprang. Wer und vor allem, was war Hatscheput wirklich? Was waren ihre Motive und Ziele? Wie ist ihr Wirken insgesamt in der 18. Dynastie einzuordnen? Diesen Fragen stellt sich

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Joyce Tyldesley: Hatschepsut. Der weibliche Pharao

1996 erschienen, kann man Hatschepsut. Der weibliche Pharao wohl als die derzeit aktuellste und umfassendeste Biographie der Königin aus dem 15. Jahrhundert vor Christus bezeichnen.

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Leben im alten Ägypten

Mit „Alltag zwischen Tempeln und Pyramiden“ ist das schön gemachte Sachbuch

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Leben im alten Ägypten

von Francois Trassard, Dominique Antérion und Renaud Thomazo untertitelt, und der sehr flüssig von Isa Odenhart-Donvez übersetzte Text vermag in der Tat, den Leser in den Alltag der pharaonischen Zeit zu entführen.

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Edda Bresciani – An den Ufern des Nils

Wie lebten die Ägypter zur Zeit der Pharaonen? Diesem Thema widmet sich

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Edda Bresciani – An den Ufern des Nils

Edda Bresciani ist Professorin für Ägyptologie. Anhand zahlreicher Quellen führt sie ihren Leser in das Reich am Nil. Auf runden 250 Seiten, viele davon hochinteressante und hochwertige Farbabbildungen von Wandmalereien und Skultpuren des alten Ägypten, aber auch Skizzen und Zeichnungen und Papyri, breitet sie das „Alltagsleben zur Zeit der Pharaonen„, so der Untertitel, vor uns aus.

Die Themen:

  • Der Nil, der große Strom und das schwarze Land
  • Landwirtschaftliche Produktion und Viehzucht
  • Baumeister und Handwerker
  • Gesellschaft und öffentliches Leben
  • Frau, Mann, Mode
  • Die Welt der Tiere
  • Liebe und Erotik
  • Unterricht und Wissenschaft
  • Musik und Tanz
  • Feste, Orakel, Magie
  • Gräber, Mumien und Bestattungsbräuche

Das Buch ist vollgestopft mit Details und Fakten, denen jedoch insgesamt ein innerer Zusammenhang fehlt, weswegen sich das Leben der alten Ägypter auch nur höchst mühsam erschließt. Bresciani zitiert viele Originalquellen, Gebete, Liebesgedichte, Lehrpapyri, um ihre Daten zu untermauern, was oft ermüdend ist.

Hinzu kommt, dass die Übersetzung aus dem Italienischen sehr schlecht gelungen ist, immer wieder stolpert man beim Lesen über eine störend fehlerhafte Grammatik und logische und sprachliche Ungereimtheiten, die das Verständnis zusätzlich erschweren. Wie die Übersetzungen antiker ägyptischer Texte, aus der Hieroglyphenschrift ins Italienische und von dort ins Deutsche, gelitten haben mögen, kann man leider nicht feststellen.

Trotz der guten Bebilderung und der immensen Fachkenntnis der Autorin ist das Buch anstrengend zu lesen, und nach der Lektüre hat man das Gefühl, nicht wirklich mehr als vorher zu wissen, die Kultur und das Leben der Ägypter nicht besser zu verstehen, weil die einzelnen Informationen kein lebendiges Gesamtbild ergeben. Als Nachschlagewerk wiederum ist das Buch nicht stringent genug gegliedert, das angehängte Glossar ist kurz und die Auswahl der erklärten Begriffe recht beliebig, allein die umfängliche Bibiographie macht „An den Ufern des Nils“ wirklich interessant für jemanden, der sich intensiv mit dem Leben im antiken Reich am Nil befassen möchte.

Bewertung: ★★☆☆☆ 

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Manfred Reitz – Alltag im alten Ägypten

Das alte Ägypten – eine der ersten Hochkulturen der Menschheit – ist uns vor allem durch seine Totenbauten wie die Pyramiden oder die großartigen Kunst- und Goldschätze präsent, die wir aus Museen, Ausstellungen und Abenteuerfilmen kennen. Aber wie sah der Alltag eines Ägypters vor mehr als 3000 Jahren aus? Was aßen und tranken die Menschen, wie sahen ihre Wohnungen aus, was brachte ihre Gesellschaft zum Pulsieren?

Am Leben der Menschen und ihrer Alltagskultur – von der Arbeit auf den Feldern, über das Handwerk, die Staatsorganisation (eine zentrale straffe Bürokratie voller titelsüchtiger Beamter) und die Familie bis zu Wirtschaft und Handel in einem Staatswesen das kein Geld kannte – lässt uns

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Alltag im Alten Ägypten

teilhaben.

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