Michael Connelly – Echo Park

Der 12. Roman der Harry Bosch-Reihe

Im nunmehr 12. Roman der Harry Bosch-Reihe schickt Michael Connelly seinen zähen Helden ein weiteres Mal in den Kampf gegen die Bürokratie und seine eigene Vergangenheit. Seit Harry für die Abteilung „Open-Unsolved“ arbeitet, geht er mit Partnerin Kiz Rider alten Fällen nach, untersucht die Beweislage der Fälle, ob sich durch neuere Erkenntnisse in der Forensik etwa neue Gesichtspunkte und Ermittlungsmöglichkeiten ergeben, und rollt sie gegebenenfalls wieder auf.

Einer der Fälle, die Harry mit schöner Regelmässigkeit immer und immer wieder hervorkramt, ist das Verschwinden von Marie Gesto im Stadtteil Echo Park vor 13 Jahren. Der Fall geht ihm unter anderem deswegen so nahe, weil er der leitende Ermittler war. Harry ist sich sicher, dass Gesto ermordet wurde, doch in all den Jahren hat er nicht einmal eine Leiche ans Tageslicht bringen können.

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Michael Connelly: Echo Park

Umso geplätteter ist Lieutenant Hieronymus Bosch, als die Auflösung des Falles ihm quasi auf dem Silbertablett präsentiert wird – ein gerade sehr medienwirksam unter Anklage stehender Psychokiller namens Raynard Waits will sich zum Mord an Gesto bekennen, wenn ihm dafür die Todesstrafe in allen Fällen erlassen wird. Und prompt findet sich der Ermittler in einem Strudel aus Politik, Absprachen und Halbwahrheiten.

Doch es kommt noch schlimmer. In seinen Unterlagen taucht ein Hinweis auf den Täter auf, welchen er und Kollege Edgar vor 13 Jahren übersehen haben müssen. Er muss sich damit auseinandersetzen, dass sieben weitere Morde hätten verhindert werden können, wäre ihm dieser Hinweis nicht durch die Lappen gegangen.

Waits führt Bosch, den Staatsanwalt und einige Polizeikollegen zu Gestos Leiche. Irgendetwas ist sehr sehr seltsam, findet Bosch – und da entkommt Waits, und Rider wird lebensgefährlich verletzt….

Echo Park ist ein klassischer Harry-Bosch-Roman im besten Sinne – hochspannend, mit glaubwürdigen Charakteren, und einem ausgefeilten Plot, der von der ersten bis zur letzten Seite beste Unterhaltung bietet.

Zwar sind manche der Wendungen für einen altgedienten Krimileser leicht zu durchschauen, und dem Plot fehlte es am Tiefgang einiger anderer Bosch-Romane, dennoch schreibt Connelly immer noch auf sehr hohem Niveau – und bedient hier natürlich vor allem die Fans von Harry Bosch, der sich nicht immer von seiner besten Seite, aber stets völlig authentisch zeigt.

Dazu gehört das gewohnte Geplänkel mit politicos, Hinweise auf Harrys Waisenvergangenheit und der Zusammenstoß mit Ex-Polizeichef Irving und Ex-Partner Jerry Edgar ebenso wie die plötzlich und unerwartet auftauchende FBI-Agentin Rachel Walling, die ihm hilft, den entflohenen Killer besser zu verstehen, so dass Bosch ihn zur Strecke bringen – und seinen Fall auflösen kann.

Bewertung: ★★★½☆ 

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