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The Everything Thai Cookbook

Ende 2009 waren wir mit Freunden im Thailand-Urlaub auf Ko Samui, und eigentlich hatte auf dem Plan für diesen Urlaub auch ein Kochkurs beim traditionellen Samui Institute of Thai Culinary Arts gestanden.

Aus verschiedenen Gründen zerschlug sich der Plan jedoch; statt dessen bestellte ich mir (u.a.)

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The Everything Thai Cookbook: From Pad Thai to Lemongrass Chicken Skewers–300 Tasty, Tempting Thai Dishes You Can Make at Home

Das Buch war eine zunächst eine herbe Überraschung, denn meine erste Reaktion beim Durchblättern des Buches war ein tief empfundenes Was für eine Geldverschwendung!.

Nicht nur, dass die Autorin allen Ernstes behauptet, Sojasauce sei ein adäquater Ersatz für Fischsauce, oder dass 2-3 Habanero-Chilis statt 2-3 birds eye-Chilis eingesetzt werden könnten; eine existenzielle Zutat wie Galgant taucht genau einmal auf (im Glossar, in dem sie anmerkt, dass sie im gesamten Buch Galgant durch Ingwer ersetzt hat), nein, nicht einmal bei Tom Kha Gai (wörtlich Suppe-Galgant-Huhn) macht sie sich die Mühe, zu erwähnen dass man hier Galgant verwenden könnte, nein sollte… auf die verschiedenen Basilikumarten wird gar nicht erst eingegangen, statt dessen steht überall nur generisch ‚basil‘ (wie Thaiküche mit italienischem Basilikum schmeckt, dürfte zumindest unter interessante Erfahrungen fallen…)

Und dann ist der Titel schlicht irreführend. Ich habe die Gesamtzahl der Rezepte nicht händisch überprüft, aber allein der Rezeptindex am Ende listet

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Hartmuth Malorny – Tod in Thailand

Harald Nitrowski ist ein abgehalfterter, drittklassiger Privatdetektiv aus Dortmund; er scheint das Leben ebenso zu hassen wie sich und seinen Job, und kommt als mißmutig, gelangweilt und widerlich rüber. Er säuft, raucht, pflegt Beziehungen zur (Dortmunder) Unterwelt und ist in seiner Misanthropie kein besonders angenehmer Zeitgenosse.

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Tod in Thailand: Der Mysteriöse Asiat

lässt Hartmuth Malorny verräucherte Dortmunder Kneipen und das horizontale Gewerbe ebenso schmuddelig unangenehm zum Leben erwachen wie seine als Ich-Erzähler fungierende Hauptfigur.

Die Story windet sich um einen deutschen Spießbürger und dessen „gekaufte“ thailändische Ehefrau, die erst verschwindet und später tot aufgefunden wird. Nitrowski soll zunächst für seinen Auftraggeber, Grünbein, die Frau finden und wiederbeschaffen, doch der Mann will schließlich auch noch, dass Nitrowski für ihn den Mörder jagt, eine Aufgabe, der der Schnüffler möglichst spesenfressend aus dem Weg geht.

Statt sich in Schwierigkeiten mit der die Prostitution kontrollierenden Russenmafia zu begeben, forscht er lieber in Thailand bei Mekong-Whiskey und mit einem hübschen Mädchen auf dem Schoß nach dem „geheimnisvollen Asiaten“, dem Drahtzieher hinter der ganzen Geschichte, und hat es damit nicht übermäßig eilig an den Gestaden des Golfs von Thailand.

Tod in Thailand: Der Mysteriöse Asiat ist ein relativ fader Krimi, der unter drei Dingen leidet: die Hauptfigur ist nicht besonders interessant, die Storyline wird mit mehreren Einschüben des Ich-Erzählers schon halb vorweg genommen, und schließlich ist die Auflösung des großen Rätsels jedem einigermaßen versierten Krimileser spätestens auf der Hälfte der Strecke klar, während die Hauptfigur viel zu weggetreten ist, um irgendwas zu kapieren. Das könnte nun ein fabelhafter Roman sein, selbst mit dieser Zusammenstellung, wäre Nitrowski ein Misanthrop vom Schlage eines Dr. House, und wären die Szenerien aus Deutschland ebenso lebensecht geschildert wie die Erlebnisse in Thailand.

Denn das ist es, was trotz einer gehörigen Dosis Klischees diesen Roman dann am Ende doch für mich halbwegs lesenswert macht: die Beschreibungen Malornys aus Thailand lassen erkennen, dass er sich dort gut auskennt, und auch wenn er vieles aus dem Blickwinkel des (Sex-) Touristen überzeichnet, ersteht sein generischer thailändischer Touristenort (ob es Pattaya ist, sei mal dahin gestellt) lebendig und lebensecht vor dem Auge des Lesers, der schon mal in Thailand war.

Das war’s dann aber auch an Erwähnenswertem. Ein Lektorat hätte dem streckenweise hakeligen Text und der bisweilen wenig inspirierten Sprache gut zu Gesicht gestanden; zum Glück, muss man sagen, ist die im ersten Abschnitt viel zu langatmige Geschichte dann doch nur 125 Seiten lang geworden.

Exotisches Ambiente allein macht aber noch keinen Roman – dieses Werk (und Detektiv Nitrowski) kann man getrost auslassen.

Bewertung: ★☆☆☆☆ 

Der Ruhr-Guide kommt in seiner Rezension dieses Romans übrigens zu einem ganz anderen Urteil: hier lesen.

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Vatcharin Bhumichitr – Thai Street Food

Essen ist in Asien eine wichtige Sache, die niemand auf die leichte Schulter nimmt. Frisch muss das Essen sein, und jederzeit zu haben, denn in Thailand wird zu jeder Tages- und Nachtzeit gegessen, und kleine Straßen- und Garküchen finden sich überall – ob am Strand oder auf einem Nachtmarkt.

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Vatcharin Bhumichitr – Thai Street Food
Thailändische Garküchen und ihre besten Rezepte

Die kleinen Imbissstände bieten eine Vielfalt an Köstlichkeiten – Spießchen vom Grill, gebratene Nudeln, Eintöpfe, Salate, Süßigkeiten. Vatcharin Bhumichitr führt den Leser einmal durch die Garküchen Thailands, nach Bangkok, ins Umland der Metropole, an die fischreichen Gewässer des Südens, zu den Kokosinseln, in die trockenen und heißen Gebiete des Norden und Nordostens und stellt dabei landestypische Gerichte vor, wie man sie an jeder Straßenecke frisch zubereitet bekommt.

Die informativen Texte und köstlichen Rezepte runden Fotos von Martin Brigdale und Somchai Phongphaisamkit ab, die die Farbenfreude der thailändischen Märkte und Garküchen ins Wohnzimmer bringen und das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.

Ein schönes Buch über thailändisches Essen, mit leckeren und einfach zuzubereitenden authentischen Rezepten, die auch zu Hause gelingen.

Bewertung: ★★★★½ 

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