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Carolyn Scott Kortge – The Spirited Walker

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The Spirited Walker: Fitness Walking For Clarity, Balance, and Spiritual Connection: Guide to Using Your Fitness Walks to Clear Your Mind and Connect with Your Soul

lautet der volle Titel dieses Buches von Carolyn Scott Kortge. Auf meinen Lesestapel gekommen war es, weil ich mich einmal mit den mentalen Auswirkungen des Gehens / Walking / der Bewegung auf den eigenen Füßen (im Gegensatz zu Joggen / Laufen / Rennen) auseinandersetzen wollte.

Und tatsächlich klangen die Reviews bei Amazon.com wie die Kapitelüberschriften in der Leseprobe ganz ansprechend.  Leider war für mich das Buch dann aber doch nicht das, was ich mir gewünscht hatte. The Spirited Walker ist eine bunte Mischung aus einer Anleitung,wie man ein „Walking“- Training angehen soll (das liefern meines Erachtens andere Bücher besser), ein wenig Zen- und Esoterikblabla, und etwas „Einsatz von Mantras“ plus ein paar wohl unvermeidliche „persönliche Erfahrungen“, sowie sogenannte Experten, die ihren Senf dazu abgeben, warum nun Walking so spirituell befreiend sei bzw. wie sie das in ihrer Praxis wahrnehmen.

Alles ganz nett, macht nichts kaputt, bringt für mich aber auch keinen wie auch immer gearteten Erkenntnisgewinn, und da ich mit dem Stil der Autorin einfach nicht warm werde, kann ich das Buch auch nicht weiter empfehlen.

Bewertung: ★★☆☆☆ 

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Anne-Kathrin Müller – Mein Jakobsweg. Von Erfurt bis ans Ende der Welt

Was bewegt eine 45jährige Frau, zu Fuß 12 Wochen lang 1800 km quer durch Europa zu laufen? Was sucht und findet sie fernab der Heimat?

Das sind die Fragen, die der Klappentext zu

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Mein Jakobsweg: Von Erfurt bis ans Ende der Welt

stellt, Fragen auf die ich gern eine Antwort gefunden hätte in diesem Buch.

Anne-Kathrin Müller macht sich eines schönen Tages auf den Weg, den Jakobsweg zu laufen, aber nicht wie viele andere Pilger erst ab der spanisch-französischen Grenze, sondern auf einer der heute beschilderten / gekennzeichneten Routen der Jakobspilger früherer Zeiten. Sie geht in Erfurt los, und will von dort über Frankreich bis zum Kap Finisterre laufen, dem Endpunkt des Jakobsweges und dem „gefühlten“ Ende Kontinentaleuropas.

Schon bald merkt sie, dass ihre Kalkulationen in Sachen Zeit, Wegstrecke und Gepäck von vorn bis hinten nicht stimmen; und das obwohl sie nach dem „spontanen“ Entschluss loszugehen 11 Monate Vorbereitungszeit hatte; auch ihr Training für die Strecke und die Lasten die sie tragen will ist unzureichend, wie die ersten Berichte ihrer ersten Wandertage beweisen.

Die meisten Langstreckenwanderer stellen irgendwann fest, dass sie das was vor ihnen liegt unterschätzt haben, das ist hier nicht anders. Immerhin ist Müller irgendwann klug genug, zu begreifen, dass sie „ihre“ Wanderung für sich macht, und wenn es für sie stimmmig ist, einen Teil der Strecke (durch Frankreich) per Zug zurück zu legen, das so in Ordnung geht. Auf dem Appalachian Trail würde man sagen hike your own hike.
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Marlo Morgan – Traumfänger

Marlo Morgan erzählt eine Geschichte. Eine Geschichte darüber, wie sie selbst von einem Stamm der Aborigines zu einem Walkabout eingeladen wird, um auf eine spirituelle Reise zu gehen, das wahre Leben im Busch zu erkunden und die letzten Geheimnisse der Aborigines zu entdecken und für die Weißen (natürlich, für wen auch sonst) ausserhalb der Traumzeit zu bewahren. Dabei lernt sie die Welt aus einem neuen Blickwinkel kennen und erlebt Abenteuer, die uns den Atem stocken lassen ob ihrer Fremdartigkeit.

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Marlo Morgan – Traumfänger

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Douglas Coupland – Hey Nostradamus!

GOD IS NOWHERE / GOD IS NOW HERE

Es sind diese Worte, die Cheryl Anway auf ihren Notizblock kritzelt, bevor sie der Vancouver-Variante des Columbine High School Massakers zum Opfer fällt. Es sind diese Worte, die sie zu einer der verehrten Heldinnen des Dramas machen, und die sich als Thema durch Couplands vielleicht seltsamsten Roman ziehen.

Cheryl Anway ist nicht mal 18, und bereits tot, während sie den ersten von vier Teilen des Romans erzählt. Sie ist ein All-American Girl (oder Canadian, aber das spielt hier kaum eine Rolle). Aus der Monotonie des Daseins entrückt sie sich selbst, indem sie bei YOUTH ALIVE!, einer religiösen Jungscharbewegung, Mitglied wird. Kontemplativ aus einem Reich des Dazwischen beäugt sie ihr Dasein, ihre Religiosität und ihre heimliche Ehe mit Jason, der wie sie ein ALIVE!-Kid ist. Schon für diesen ersten Teil des Buches, der uns den Glanz und die Glorie der Welt mit den Augen eines Kindes oder Künstlers nahebringt, lohnt es sich,

Hey Nostradamus!

heynostradamus
aufzuschlagen.

Der nächste Teil der Geschichte führt uns über ein Jahrzehnt später in die Welt von Jason, dessen Leben seit dem Massaker, seit Cheryl in seinen Armen starb, in Trümmern liegt. Sein Kampf mit der Welt, der Obrigkeit, Gott und nicht zuletzt seinem religiösen, verstörten Vater, begleitet uns durch eine kaputte Lebensgeschichte, die in den Bann schlägt. Seine Zusammentreffen mit seinem perfekten Bruder und dessen Frau und der Halbwelt Nordamerikas sind nur Stationen auf dem Weg zum furiosen Finale…

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