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Walter Tevis – Die Letzten der Menschheit (Mockingbird)

Only the mockingbird sings at the edge of the woods.

Es ist dieser Satz, der dem englischen Original von

tevis

Die Letzten der Menschheit

seinen Titel gab: Mockingbird.

Vor 20 oder 25 Jahren habe ich Walter Tevis‘ Endzeitvision eines von der Menschheit fast verlassenen Planeten das erste Mal gelesen. Im Rückblick, mit einigem an postapokalyptischer Fiction mehr, das ich gelesen habe, erscheint Mockingbird längst nicht mehr so apokalyptisch wie damals, aber auch beim Wiederlesen hat sich die alte Faszination dank einer grossartigen Erzählung erneut eingestellt.

Im 25. Jahrhundert ist die Erde scheinbar von Menschen entleert. Nur Spofforth zieht einsam durch ein verfallendes New York seiner Wege, nimmt wie jeden Tag den Fussmarsch auf das alte Empire State Building auf sich, das nur noch von Servicerobots bevölkert wird, und starrt auf den Zerfall. Das erinnert zunächst fatal an die Eingangssequenz von I am Legend mit Will Smith, könnte aber kaum weiter davon entfernt sein.

Die Menschheit, oder was von ihr übrig ist, existiert sehr wohl – aber sie vegetiert von Halluzinogenen benebelt und psychedelische TV-Screens beglotzend dumpf vor sich hin; das Leben wie wir es kennen wird von Robots erledigt. Als höchstes Kulturgut gilt es, sich aus dem Leben anderer herauszuhalten und Emotionen und Risiken zu vermeiden, Familien existieren nicht länger, niemand beherrscht mehr die Kunst des Lesens. Auch die Welt der Roboter – die alles am Laufen halten – unterliegt langsamem Zerfall, da niemand mehr in der Lage ist, Dinge zu reparieren oder zu warten. Das Ende ist nah, weil homo sapiens einfach zu weggetreten ist, um sich um etwas zu kümmern – einschliesslich der eigenen Vermehrung. „Spontane Selbstverbrennungen“ sind der dernier cri.
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