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Mia Ming – Schlechter Sex

“Von Stellungsfehlern, grotesken Fantasien und absurden Leidenschaften, Macht- und Minderwertigkeitskomplexen, sexuellen Traumwelten und der frustrierenden Realität” will

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Mia Ming: Schlechter Sex
33 Frauen erzählen von ihren lustigsten, peinlichsten und absurdesten Erlebnissen

laut Klappentext berichten.

Das klang vielversprechend, und ich erhoffte mir Inspirationen davon auch für meine eigene Schreibarbeit – perfekte, weichgezeichnete Liebes- und Sexzenen kann man allerorten im Kino sehen, aber wie sieht schiefgegangenes Liebesspiel, katastrophaler Sex aus?

Mia Ming hat 33 Erlebnisberichte von Frauen zusammengetragen, die im weitesten Sinne mit Sex zu tun haben – und setzt Vorworte an Männer und Frauen vor die Texte, die den Frauen zu sagen scheinen, schaut her, ihr seid nicht alleine mit dem miesen Sex an dem die Kerle schuld sind, es geht auch anderen so, und den Männern: schaut hin und lernt was draus. Letzteres mag ja noch halbwegs hinkommen, aber ersteres…?

Zunächst einmal, wenn man einen Begriff wie Todsünden verwendet, sollte man möglichst im klassischen Komplex derselben bleiben – in der christlichen Lehre, aus der sich dieser Begriff entlehnt, gibt es sieben, nicht 33 Todsünden, und die Überschriften scheinen auch ebenso beliebig wie sinnlos gewählt – warum soll Sex mit einem unerfahrenen Mann nicht schön sein? Auch Gier, oder selbst Unterwürfigkeit, kann im entsprechenden Kontext extrem erotisch sein. Ein Blick auf die anderen “Todsünden” zeigt aber sehr deutlich, dass es eigentlich gar nicht um (schlechten) Sex geht, sondern um lausige Beziehungen.

  • Gier
  • Unterwürfigkeit
  • Nachlässigkeit
  • Grobheit
  • Respektlosigkeit
  • Ignoranz
  • Selbstüberschätzung
  • Anspruchslosigkeit
  • Unerfahrenheit
  • Geiz
  • Eitelkeit
  • Maßlosigkeit
  • Vergeistigung
  • Untreue
  • Unkontrolliertheit
  • Verantwortungslosigkeit
  • Phantasielosigkeit
  • Verkommenheit
  • Unbedarftheit
  • Arroganz
  • Narzissmus
  • Falschheit
  • Übermut
  • Niedertracht
  • Belanglosigkeit
  • Widerwärtigkeit
  • Unaufrichtigkeit
  • Unbeholfenheit
  • Egoismus
  • Orientierungslosigkeit
  • Übereifer
  • Unorganisiertheit
  • Wahllosigkeit

Beim Lesen habe ich das Gefühl in einer 80er-Jahre-Blase zu stecken.
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Khaled Hosseini – A Thousand Splendid Suns

Khaled Hosseini hat mit seinem Erstling, The Kite Runner, weltweit die Leser bezaubert. Sein zweiter Roman, A Thousand Splendid Suns (deutsch: Tausend strahlende Sonnen), führt erneut nach Afghanistan.

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Khaled Hosseini – A Thousand Splendid Suns

Drei Jahrzehnte umspannt seine Geschichte, von Mariam und Laila, die beide mit demselben Mann verheiratet sind, der sie missbraucht und misshandelt und einsperrt, drei Jahrzehnte die geprägt sind vom anti-sowjetischen Dschihad, dem Bürgerkrieg und der Tyrannei der Taliban.

Mariam ist die uneheliche Tochter eines Geschäftsmannes, die mit 15 in die Ehe mit dem 25 Jahre älteren Rasheed gezwungen wird. Als sich herausstellt, dass sie keine Kinder bekommen kann, wird er ihr gegenüber immer brutaler, und 18 Jahre später bringt er das Mädchen Laila mit ins Haus, eine 14jährige, die ihre eigenen Gründe hat seine zweite Ehefrau zu werden – sie trägt das Kind eines anderen unter dem Herzen, welches sie Rasheed als seines verkaufen muss, will sie überleben. Ihre Familie kam im Krieg ums Leben und die einzig anderen Optionen sind Verhungern oder Prostitution.

Zunächst Feinde, werden Mariam und Laila vor dem Hintergrund des Krieges, der ihr Land durchzieht, zu Verbündeten und Freundinnen, die versuchen, aus ihrem kaputten Leben das Beste zu machen gegen die Behinderungen, die ihre Gesellschaft ihnen in den Weg legt.

Das Buch kam durch den Cooks Book Club auf meinen Lesestapel, und wie schon Amulya Malladis Serving Crazy with Curry hätte ich mir diesen Roman ohne den Anlaß sicher nicht selbst als Lektüre ausgewählt. Die Kritiken auf dem Einband waren allerdings vielversprechend, vollmundig wird da die erzählerische Kraft Hosseinis gepriesen, und auch bei Amazon lesen sich die Kritiken (zumindest in Deutschland) ausnahmslos wie begeisterte Fanpost – großartig, toll, einzigartig, super.

Ein Urteil das ich absolut nicht nachvollziehen kann.
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Barbara Esstman – Mare’s Milk

Barbara Esstman fing nach eigenem Bekunden das Schreiben als Zeitvertreib in einer Midlife-Crisis an und meinte, es sei eine bessere Wahl als „Töpfern oder Makramee“ gewesen – zweifelsohne, denn ihr Roman Night Ride Home wurde 1999 mit Rebecca de Mornay und Keith Carradine verfilmt.

Warum auch immer der Verlag meinte, denselben Roman in Grossbritannien unter dem Titel

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Mare’s Milk

veröffentlichen zu müssen, ist ein Rätsel das sich mir nicht erschließt.

Die Handlung spielt im Jahr 1947 in Missouri. An einem schönen Frühlingstag stirbt der 16-jährige Simon Mahler, als sein Pferd Zad, eine rassige Araberstute, über einen Felsbrocken stolpert und ihn dabei unabsichtlich abwirft, da er nur halb im Sattel gesessen und sich auf diesem herumgelümmelt hatte. Sein Vater, Neal, der die Pferdenarrheit seiner Ehefrau noch nie verstanden oder gut geheissen hat, lässt seine Frau – die vor Trauer außer sich ist – einige Zeit in eine geschlossene Anstalt einweisen, wo man ihr mit Elektroschocks und Psychopharmaka noch den letzten Funken Verstand aus dem Hirn zu treiben versucht.

Noch in derselben Nacht erschießt Neal Mahler Zad, die das Lieblingspferd seiner Frau war, und verkauft alle ihre Pferde, die Nora mit einem kleinen Erbe ihrer Großmutter finanziert hatte. Über Wochen versucht er diesen Akt der Grausamkeit vor Nora zu verbergen. Die Familie bricht schließlich auseinander, Neal zieht mit Tochter Clea in die Stadt und überlässt seine Frau, die seiner Meinung nach nur zu Verstand kommen muss, ihrem Schicksal. Sein Ziel ist es, die Farm zu verkaufen, und alsbald nimmt er einen Job in Chicago an. Doch Nora will auf ihrem Grund und Boden bleiben.
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Joyce Tyldesley – Hatschepsut

Zu den faszinierendsten Gestalten der Historie Altägyptens gehört die Pharaonin Hatschepsut – und wohl auch zu den umstrittensten, haben ihr doch die Archäologen in den vergangenen Jahrzehnten so mancherlei angedichtet, das mehr der Fantasie und Misogynie der Wissenschaftler als der Faktenlage entsprang. Wer und vor allem, was war Hatscheput wirklich? Was waren ihre Motive und Ziele? Wie ist ihr Wirken insgesamt in der 18. Dynastie einzuordnen? Diesen Fragen stellt sich

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Joyce Tyldesley: Hatschepsut. Der weibliche Pharao

1996 erschienen, kann man Hatschepsut. Der weibliche Pharao wohl als die derzeit aktuellste und umfassendeste Biographie der Königin aus dem 15. Jahrhundert vor Christus bezeichnen.

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Birgit Fiolka – Sit-Ra. Die Rache der weisen Frau

Die Schriftstellerin Birgit Fiolka interessiert sich schon seit ihrer Kindheit für das alte Ägypten und hat mehrere Romane geschrieben, die in der Pharaonenzeit spielen. Der Roman

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Birgit Fiolka: Sit Ra – Die Rache der weisen Frau.

erzählt die Lebensgeschichte der Prinzessin Sit-Ra, einer Tochter Echnatons. Ihre Amme – ebenfalls mit dem Namen Sit-Ra, deren Leben wird in Sit-Ra. Weise Frau vom Nil. aufgerollt – hinterlässt ihr Papyri mit Aufzeichnungen, die das Leben der jüngeren Sit-Ra auf ewig verändern. Die Prinzessin begreift, dass ihr Platz bei Hofe ist und sie die Geschicke Ägyptens nicht widerstandslos in die Hand der derzeitigen Herrscher legen kann. Sie muss ausziehen und ihren Thronanspruch geltend machen, obwohl es genau das ist, was sie nie wollte – damit das Land am Nil blühen kann.

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Doris Ryffel-Rawak – ADHS bei Frauen – den Gefühlen ausgeliefert

Doris Ryffel-Rawak ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und bekannte Expertin auf dem Gebiet von Aufmerksamkeitsstörungen.

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Doris Ryffel-Rawak – ADHS bei Frauen – den Gefühlen ausgeliefert

Mit ihrem Buch deckt sie nun auch für den deutschsprachigen Markt ab, was Autorinnen wie Sari Solden auf andere Weise im amerikanischen Sprachraum versucht haben – einen spezifischen Blick auf das Leid und Leiden von Frauen mit AD(H)S.

Endlich einmal werden Themen angesprochen, die in der meist auf männliche, hyperaktive Kinder ausgerichteten Standardliteratur zum Thema kein Gehör finden – Somatisierungsstörungen, Essstörungen, PMS sind gesundheitliche Einschränkungen, unter denen gerade AD(H)S-betroffene Frauen sehr viel stärker leiden als ihre Geschlechtsgenossinnen. Warum das so ist, ist noch unklar, Forschung tut not. Hormonelle Schwankungen sind für AD(H)S-Patientinnen mit sehr viel dramatischeren Auswirkungen verbunden als für die anderen. Das Leben von Frauen wird auch aufgrund der Anforderungen, die an sie in Familie und Gesellschaft gestellt werden, mit AD(H)S ungleich schwieriger.

Ryffel-Rawak schenkt hier verschiedenen Frauengruppen aus ihrer therapeutischen Praxis Gehör; vom Mädchen über die Frau in den Zwanzigern, Dreissigern und Vierzigern bzw. ab dem 50. Lebensjahr. Sie blickt auf Lebensläufe und Lebensbeichten und stellt das Gemeinsame in ihnen heraus, zeigt Lösungsansätze auf und wiederkehrende Probleme.

Ein engagiertes, mutiges Buch, das Betroffenen wie Therapeuten die Augen öffnen und viel Ideen und Handwerkszeug liefern kann. (Nicht nur) für Frauen mit ADHS sehr zu empfehlen.

Bewertung: ★★★★☆ 

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Robyn Davidson – Spuren

Robyn Davidson ist 27 Jahre alt, als sie einer verrückten Idee nachgeht – mit Kamelen den australischen Kontinent zu durchqueren. Und das ohne einen Penny in der Tasche, ohne Ahnung vom australischen Outback, und mit einer riesigen Portion Naivität. So ist vorprogrammiert, dass sie, die weisse Frau inmitten von Ultra-Macho-Land, zunächst einen nervaufreibenden Kampf mit ihrer Umwelt führt. Fast zwei Jahre arbeitet sie in lausigen Jobs in Alice Springs, um ihren Unterhalt zu sichern und von einem sie ausbeutenden Kamelhändler alles zu lernen, was sie über Kamele lernen kann.

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Robyn Davidson – Spuren. Eine Reise durch Australien

Sie steht das durch dank ihrer Vision, dank ihrer überbordenden Liebe zu dem Land und zu den Tieren, mit denen sie zusammenarbeitet.

Dann, endlich, zieht sie los, mit vier halbwilden Kamelen und einem abgerissenen Hund, und durchquert innerhalb von 8 Monaten die Gibson-Wüste allein.

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Jane Clarke – Fit mit BodyFoods für Frauen

Das Buch der Ernährungsberaterin Jane Clarke, die eine Ausbildung an der renommierten Cordon Bleu Küchenschule genossen hat und in Großbritannien als Kolumnistin aus Radio und Fernsehen bekannt ist, versucht, einen Gesamtüberblick über das Thema gesunde Ernährung zu bieten, der spezifisch für Frauen zugeschnitten ist.

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Jane Clarke – Fit mit BodyFoods für Frauen

Im Original lautet der Titel übrigens schlicht „Bodyfoods for Women“. Warum der Verlag meinte, dem unbedingt das Adjektiv „fit“ spendieren zu müssen, bleibt ebenso offen wie die Frage, für was Lebensmittel (foods) denn sonst taugen sollen, wenn nicht für den Körper (body).

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