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Natalie Goldberg: Wild Mind – Freies Schreiben

Natalie Goldberg ist Autorin und gibt Kurse in kreativem Schreiben. Ihre Erfahrungen mit dem Dasein als Schriftstellerin versucht sie in

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Natalie Goldberg: Wild Mind – Freies Schreiben

ihren Lesern zu vermitteln.

In 62 kurzen Texten / Kapiteln, die weder linear aufeinanderfolgen noch unbedingt miteinander zu tun haben, lässt Goldberg ihre Leser einen Blick auf ihr Leben werfen, auf ihre seelischen Abgründe, auf ihr tagtägliches Ringen mit dem Schreiben, aber auch auf die Begeisterung für dieses Tun. Es ist kein Schreibratgeber, wenn auch ein paar gute Tipps und natürlich Schreibaufgaben in den Text eingestreut sind, sondern ein Motivationsbuch für die Zweifelnden, die Suchenden. Goldbergs einfache Zen-Philosopie durchdringt die Texte wie ihr Leben, und am Ende ist das Buch mehr ein Lebensbegleiter für Schriftsteller denn ein Schreibratgeber. Gerade das spricht mich daran an, in vielen ihrer Texte kann ich mich, obwohl meine Lebensrealität von ihrer kaum weiter entfernt sein könnte, wiederfinden, und beim Lesen hatte ich viele Aha!-Erlebnisse.

Das Buch kann man linear lesen, muss es aber nicht – ich habe mir zunächst ein paar Kapitel herausgepickt, um dann doch alles einmal am Stück zu lesen. Es ist ein Buch für die Tage, an denen nichts zu klappen scheint, die Phasen, in denen man mit sich und dem Schreiben hadert. Wild Mind – Freies Schreiben ist ein Buch, das einem die Freude am Schreiben zurückgeben kann, und letztlich klar macht, dass es nur einen Grund zum Schreiben gibt: weil wir es gern tun.

Man kann Wild Mind als Fortsetzung zu Schreiben in Cafes verstehen, und wer dieses Buch gelesen hat, wird viele grundlegende Ideen daraus in Wild Mind wiederfinden. Dennoch ist es kein Neuaufguss des Bekannten, sondern ein gelungenes Sequel. Einfach schön.

Bewertung: ★★★★☆ 

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Elizabeth Benedict – Erotik schreiben

Erotische Texte zu schreiben, das ist eines der schwersten Unterfangen überhaupt – jeder der das einmal versucht hat, weiss, wie schwer.

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Elizabeth Benedict – Erotik schreiben. Mit anregenden Beispielen aus der modernen Literatur

versucht die Autorin, sich dem Thema von unterschiedlichen Seiten und immer mit einem Blick auf die (englischsprachige) Literatur zu widmen. Die Kapitelüberschriften verraten schon ansatzweise, wohin die Reise geht:

  1. Was wird Oma von mir denken? – Autoren reden über das Thema Sex
  2. Eine Liebesszene ist keine Gebrauchsanleitung – und andere Grundlagen
  3. „Überrasch mich“ – und andere literarische Appelle
  4. AIDS in der Literatur – Was hat sich seit 1995 verändert?
  5. Die Unschuld loswerden – und andere erste Male
  6. Grosse Erwartungen – Hochzeitsnacht und Flitterwochen
  7. Lebenslänglich – Ehepartner
  8. Ein dreifaches Hoch – auf den Ehebruch
  9. Zu Dir oder zu mir – Sex aus Spaß an der Freude
  10. Verbotener Sex – Gesetz, Geschichte, Staatsanwalt
  11. Solo Sex – Allein am Telefon und im Internet

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Joyce Carol Oates – Beim Schreiben allein

The Faith of a Writer“ lautet der Titel einer Sammlung von Essays über das Schreiben und das Dasein als Schriftsteller, welche Joyce Carol Oates mit einer Ausnahme zwischen 1994 und 2003 verfasst und veröffentlicht hat. (Die Ausnahme ist der Essay „Bemerkungen über das Scheitern“, der 1973 das Licht der Welt erblickte).

Beim Autorenhaus-Verlag wird daraus (in der deutschen Übertragung von Kerstin Winter)

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Joyce Carol Oates – Beim Schreiben allein. Handwerk und Kunst

Das 159 Seiten umfassende Büchlein beginnt mit einer Einleitung über das Schreiben als die einsamste aller Künste und setzt gleichzeitig den Ton für die Essaysammlung – undogmatisch soll sie sein, und unterschiedliche Facetten des Schreibens beleuchten.

Dabei sind weite Strecken der Essays autobiographisch gefärbt, von den bildhaften Erinnerungen an eine kleine Dorfschule in Oates‘ Kindheit bis zur Beschreibung ihres Arbeitszimmers, andere Texte erreichen mehr die Qualität einer Seminararbeit im literaturwissenschaflichen Studium und befassen sich explizit mit Fragen zur Analyse der Werke anderer Autoren, ihrem Einfluß bei der Stilbildung, oder der historischen Entwicklung von authentischen „Stimmen“ einzelner (englischsprachiger) Autoren.
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Lajos Egri – Literarisches Schreiben

Lajos Egri ist den meisten vor allem ein Begriff durch sein Buch über das Dramatische Schreiben (The Art of Dramatic Writing), das gemeinhin als Standardwerk gehandelt wird. Ich kenne The Art of Dramatic Writing nicht, weswegen ich den 1967 verstorbenen Ungarn nur an diesem Werk messen kann.

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Lajos Egri – Literarisches Schreiben: Starke Charaktere – Originelle Ideen – Überzeugende Handlung

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Dorothea Brande – Schriftsteller werden

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Dorothea Brande – Schriftsteller werden

Dorothea Brandes kleines Büchlein gilt als Klassiker für angehende Autoren. Die amerikanische Originalausgabe erschien 1934, und doch ist an diesem Text nichts, das antiquiert wirkt. Im Gegenteil, die kurzen Kapitel über das Schreiben sind zeitlos. Brande zeigt angehenden und erfahrenen Autoren mit einfachen Übungen einen Weg auf, das wohl Wichtigste zu erlernen, das sie auf dem Weg zum Schriftsteller benötigen: Kontinuität. Sie gibt nicht vor, in 10 Lektionen einen Bestsellerautor aus dem Leser zu machen, sie lässt auch nicht aus, dass es Mühe und Anstrengung bedarf, sich zu dieser Kontinuität zu erziehen. Dennoch, oder gerade deswegen, ist dies eine ehrliche Unterstützung für die, die Hilfe beim Schreiben suchen.

Eine der Aufgaben die Brande stellt, ist, jeden Morgen regelmässig zu schreiben, egal was, und dieses Geschriebene (zumindest eine ganze Weile) ungesehen beiseite zu legen. Diese Methode hat sich später Julia Cameron für „Der Weg des Künstlers“ als Morgenseiten entliehen, und auch sonst fallen mir einige Punkte ins Auge, die Cameron als Inspiration genutzt hat.

Brande benutzt diese Texte später, um den Schreibenden an das eigene Unbewusste heranzuführen. Aber auch das Recherchieren und das genaue Interesse für die Lebensumstände der Charaktere, ihre Art zu ticken, kommt hier nicht zu kurz.

Komprimierter und besser kann ich mir ein Buch über das (literarische) Schreiben kaum vorstellen. Hervorragend.

Bewertung: ★★★★★ 

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Anne Lamott – Bird By Bird – Wort für Wort

„Anleitungen zum Schreiben und Leben als Schriftsteller“ lautet der deutsche Untertitel des Buches. Im Original steht an dieser Stelle „Some instructions on writing and life“, und das trifft es sehr viel besser. Das Buch ist keine wirkliche Anleitung, mehr eine Ansammlung von kleinen Anekdoten, die die Autorin wohl nicht zufälig in den Sinnzusammenhang eines virtuellen Schreibseminars stellt. Sie bezieht sich auf ihre Schreibkurse, erläutert, was sie ihren Schülern zu diesem und jenem Thema sagen würde oder gesagt hat und begleitet ihre persönlichen Einsichten mit vielen kleinen Details und Vignetten aus ihrem Leben.

Im Endeffekt ist

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Anne Lamott – Bird By Bird

– dessen Titel sich erst mühsam anhand einer dieser kleinen Geschichten erschließt, die mehr Zusammenhalt des Ganzen als Einsprengsel sind – ein autobiographisches Geplauder darüber, wie Lamott sich die Welt des Schreibenden vorstellt, eine Auflistung dessen was für sie funktioniert.

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Ray Bradbury – Zen in der Kunst des Schreibens

In diesem erstmals 1990 erschienenen Bändchen sind verschiedene Essays von Ray Bradbury über das Thema Schreiben und seine eigenen Erfahrungen aus einem Jahrzehnte umfassenden Schriftstellerleben versammelt. Auf dem Titel ist zu lesen: „Ideen finden durch Assoziation“ – „Schreiben wie im Fieber“ – „Das kreative Denken befreien“. Das Buch enthält von all dem in der Tat ein bißchen – und noch viel mehr.

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Ray Bradbury – Zen in der Kunst des Schreibens

Ray Bradbury schildert seine ganz individuelle Sicht auf das Schreiben, die sich fundamental von der anderer Schreib-Lehrer unterscheidet – nicht tägliche Mühsal und Qual ist ihm das Schreiben, sondern eine Methode, seine geistige Gesundheit zu erhalten, voll Leidenschaft zu leben. Für ihn ist Leben automatisch auch Schreiben, und er berichtet, wie er zur Schreibmaschine rennt, wenn ihm eine Idee kommt.

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Angeline Bauer – Liebesromane schreiben

Mit

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Liebesromane schreiben

bringt der Autorenhaus Verlag ein weiteres Bändchen auf den Markt, das Schreibprofis und die, die es werden wollen, anspricht.

Autorin Angeline Bauer, die selbst unter Pseudonym Liebesromane schreibt, geht das Thema genau an – bei den unterschiedlichen Formen von Liebesromanen von der Kurzgeschichte über das „Schundheftchen“, den „Nackenbeißer“ bis zum literarischen Liebesroman lässt sie nichts aus, gibt Einblicke in den Produktionsprozeß bekannter Liebesromanautorinnen und liefert übersichtliche Infos, wie man es richtig macht und was zu beachten ist beim Schreiben. Spannend ist etwa der Exkurs in die Welt der Regency-Liebesromane, oder die Erklärung des Begriffes Nackenbeißer.

Dabei arbeitet sich Bauer vom Speziellen (besonderen Formen des Liebesromans) zum Allgemeinen, nämlich Schreibtipps wie sie in jedem Autorenratgeber stehen, stehen sollten und auch tatsächlich zu finden sind, vor. Am Ende hält der Leser einen Ratgeber über das Schreiben in der Hand wie jeden anderen auch, nur eben angereichert um das – interessante – Spezialwissen zum Liebesroman. Hilfreiche Checklisten für angehende Autoren und einige wirklich gute Tipps zur konsistenten Beschreibung von Räumen und Topologien trösten darüber hinweg, dass vieles in diesem kleinen pinkfarbenen Bändchen nur alter Wein in neuen Schläuchen ist.

Ein vergnüglich zu lesender kleiner Ratgeber
über eine literarische Spielart, die – auch das macht die Autorin klar – zu Unrecht verschrieen und verkannt ist.

Bewertung: ★★★★☆ 

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