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Bill Bryson – Frühstück mit Kängurus

Bill Bryson ist vielen heutzutage durch seine ebenso witzigen wie mit vielen ungewöhnlichen Fakten angefüllten Reiseberichte bekannt – ob er mit einem Freund über den Appalachian Trail wandert oder von seinen Europa-Reisen plaudert, man wird nie müde, die kleinen Anekdötchen und obskuren Erlebnisse des Briten aus Überzeugung (er ist in den USA geboren) zu lesen.

Und nachdem er Europa und die USA intensiv bereist hat, musste naturgemäss auch irgendwann Australien dran glauben, ein Kontinent, den er zwar schon oft besucht, aber noch niemals wirklich als Reisender erlebt hat.

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Frühstück mit Kängurus: Australische Abenteuer

Natürlich frühstückt der reisende Autor ebensowenig mit Kängurus wie er in Picknick mit Bären mit Pelztieren tafelt. Stattdessen bereist er Down Under, so auch der Originaltitel des Buches, mit Auto und Eisenbahn und erkundet den Kontinent höchst ausführlich. Überhaupt kommen typisch australische Klischees wie Kängurus und Koalas, wenn schon, dann eher als Randnotizen vor. Dafür ergeht sich Bryson mit viel Spaß an der Sache in Auflistungen aller möglichen Lebensgefahren, wie der giftigsten Tiere und Pflanzen der Erde, die selbstverständlich in Australien und vorzugsweise da, wo er sich hinbegibt, existieren. Diese Macke wird zu einer Art running gag, der sich durch das gesamte Buch zieht, und bei dem man manchmal nur noch wissend grinst, wenn man weiss: aha jetzt kommt wieder eine der gefährlichsten, giftigsten, bissigsten, tödlichsten Wasauchimmer-Arten.

Andererseits, wer Bryson kennt, weiss, dass keine Reise bei ihm so ganz planmäßig verläuft, das beginnt schon bei einem etwas schlechten Timing, das ihn dank Sturzregen und weggespülter Straße beinahe an Australiens Ostküste festsitzen lässt, obwohl er doch ein Boot zum Great Barrier Reef erwischen will.
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Robyn Davidson – Spuren

Robyn Davidson ist 27 Jahre alt, als sie einer verrückten Idee nachgeht – mit Kamelen den australischen Kontinent zu durchqueren. Und das ohne einen Penny in der Tasche, ohne Ahnung vom australischen Outback, und mit einer riesigen Portion Naivität. So ist vorprogrammiert, dass sie, die weisse Frau inmitten von Ultra-Macho-Land, zunächst einen nervaufreibenden Kampf mit ihrer Umwelt führt. Fast zwei Jahre arbeitet sie in lausigen Jobs in Alice Springs, um ihren Unterhalt zu sichern und von einem sie ausbeutenden Kamelhändler alles zu lernen, was sie über Kamele lernen kann.

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Robyn Davidson – Spuren. Eine Reise durch Australien

Sie steht das durch dank ihrer Vision, dank ihrer überbordenden Liebe zu dem Land und zu den Tieren, mit denen sie zusammenarbeitet.

Dann, endlich, zieht sie los, mit vier halbwilden Kamelen und einem abgerissenen Hund, und durchquert innerhalb von 8 Monaten die Gibson-Wüste allein.

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Marlo Morgan – Traumfänger

Marlo Morgan erzählt eine Geschichte. Eine Geschichte darüber, wie sie selbst von einem Stamm der Aborigines zu einem Walkabout eingeladen wird, um auf eine spirituelle Reise zu gehen, das wahre Leben im Busch zu erkunden und die letzten Geheimnisse der Aborigines zu entdecken und für die Weißen (natürlich, für wen auch sonst) ausserhalb der Traumzeit zu bewahren. Dabei lernt sie die Welt aus einem neuen Blickwinkel kennen und erlebt Abenteuer, die uns den Atem stocken lassen ob ihrer Fremdartigkeit.

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Marlo Morgan – Traumfänger

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Arthur W. Upfield – Die Witwen von Broome

Arthur W. Upfield, geboren 1888 (Random House behauptet 1890) in England, bereiste als Abenteurer und Glücksritter den australischen Kontinent, auf dem auch seine rund 30 Krimis spielen. Hauptfigur ist der hyperkorrekte Inspektor Napoleon Bonaparte, der als Halbblut mit Aboriginal-Genen und einem tiefen Verständnis für die Kultur der Ureinwohner ebenso beeindruckt wie mit makellosen Umgangsformen, porzellanblauen Augen und einem brillanten kriminalistischen Verstand.

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Arthur W. Upfield – Die Witwen von Broome

Kein Fall ist dem ungewöhnlichen Inspektor zu vertrackt. Und so wird er in die Stadt Broome berufen, wo mittlerweile schon drei Witwen unter höchst obskuren Umständen ums Leben kamen. Napoleon „Bony“ Bonaparte beschließt, dem Mörder eine Falle zu stellen – mit Hilfe einer weiteren Witwe als Köder…

Mit viel Liebe zum Detail des Lebens in den australischen Kleinstädten stattet Upfield seine intelligenten Krimis aus, die den Vergleich mit den ganz großen Krimiautoren wie Agatha Christie oder Rex Stout nicht zu scheuen brauchen. Auch über 50 Jahre nach ihrem Entstehen sind die Fragen, denen sich Napoleon Bonaparte in Bezug auf Moral, Rassentrennung und die Psyche des Menschen stellen muss, noch tagesaktuell. Und fasziniert verfolgen wir, wie Bony sich als Profiler ebenso wie als kritischer Crime Scene Investigator betätigt, in den Geist des Täters kriecht und ihn schließlich mit Finesse zur Strecke bringen wird…

Bewertung: ★★★★☆ 

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