Susanne Henke – Bissige Stories für boshafte Leser

Als Hanseatin und Krimifan ist es mir eine besondere Freude, eine Hamburger Krimiautorin vorzustellen – Susanne Henke.

Probegeschichtchen aus ihrem Buch
bissigestories

Bissige Stories für boshafte Leser

kann man – neben anderen Infos zur Autorin – auf ihrer Website www.storysite.de finden – lest doch mal rein.

Ich hatte das Vergnügen, das ganze Buch zu lesen. (Das Cover erinnert schon ein wenig an die diogenes-Krimireihe… sicher kein Zufall :))

Ob man wirklich boshaft sein muß, um an den kleinen, mörderischen Geschichtchen aus der Feder von Susanne Henke Freude zu haben, sei dahin gestellt. Sie verarbeitet in ihren Stories unter anderem Erfahrungen aus ihrem Leben, so etwa der Arbeit für verschiedene Redaktionen von NDR bis Springer-Verlag, was dazu führt, dass einem bei der Lektüre hier und da doch das Lachen im Halse stecken bleibt. Da blitzen Sarkasmus und Galgenhumor durch, die die kleinen, atmosphärisch geschriebenen Kriminal-Vignetten in neuem Licht erstrahlen lassen.

Dabei sind Henkes Geschichten oft einfach nur genau aus dem Alltag abgeschaut – und mit mörderischer Konsequenz zu Ende gedacht. So verwundert es nicht, dass hier so mancher überraschend am Ende einer Story das Zeitliche segnet – und keineswegs immer derjenige, der es verdient hätte: das Böse triumphiert nicht selten in diesen Texten. Das tut dem Vergnügen aber keinen Abbruch – im Gegenteil.

Ihre mitunter detailreich ausgeführten und ausgefeilten Charaktere setzt die Autorin sehr bildhaft in Szene, und einige Stories wünscht man sich als Kurzfilm auf der Leinwand, etwa die Eingangsgeschichte um einen japanophilen Büroangestellten, der von seinem Kollegen in den Wahnsinn getrieben wird, oder die Story „Stets zu Diensten“, in der eine Traumschiff-Kitschgeschichte in ein bitterböses Ende mündet.

Schade nur, dass das Muster, nach dem die Plots aufgebaut sind, sich nicht groß verändert. Bald schon ist beim Lesen klar, wer in der nächsten Story wohl dran glauben muss. Auffällig ist die auch sprachlich gleichbleibende Struktur der Mordsgeschichten, die sich aus knappen, kurzen Sätzen aneinanderfügen – dem Genre durchaus angemessen, manchmal aber doch ein wenig monoton in der Satzmelodie. Etwas mehr Variabilität hätte hier und da dem Lesefluss gut getan.

Ein schönes, knackiges Debut, das auf mehr hoffen lässt.

Bewertung: ★★★☆☆ 

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