Ray Bradbury – Zen in der Kunst des Schreibens

In diesem erstmals 1990 erschienenen Bändchen sind verschiedene Essays von Ray Bradbury über das Thema Schreiben und seine eigenen Erfahrungen aus einem Jahrzehnte umfassenden Schriftstellerleben versammelt. Auf dem Titel ist zu lesen: “Ideen finden durch Assoziation” – “Schreiben wie im Fieber” – “Das kreative Denken befreien”. Das Buch enthält von all dem in der Tat ein bißchen – und noch viel mehr.

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Ray Bradbury – Zen in der Kunst des Schreibens

Ray Bradbury schildert seine ganz individuelle Sicht auf das Schreiben, die sich fundamental von der anderer Schreib-Lehrer unterscheidet – nicht tägliche Mühsal und Qual ist ihm das Schreiben, sondern eine Methode, seine geistige Gesundheit zu erhalten, voll Leidenschaft zu leben. Für ihn ist Leben automatisch auch Schreiben, und er berichtet, wie er zur Schreibmaschine rennt, wenn ihm eine Idee kommt.

Eine Idee, das ist nach Bradbury nichts das einen so überfällt, sondern oft nur der letzte Funke, der einen sorgsam im Unterbewußten angesammelten und aufgeschichteten Stapel kreatives Holz zur Entzündung bringt und in wilden Flammen auflodern lässt. Die Essays sind sehr persönlich und transportieren oft in ihren autobiographischen Inhalten nützliche Kniffe und Tipps eines alten Hasen der Literatur. Natürlich braucht man auch das Quäntchen Glück, das Bradbury hatte, um so erfolgreich zu sein wie er. Um aber aus dem tiefsten Inneren heraus zu schreiben, muss man nicht einmal weit gereist sein, man muss nur beobachten können und dem Wahrgenommenen Zeit geben zu reifen, bis es schließlich an die Oberfläche des Geistes dringt und geschrieben werden will.

Zur Anregung des Geistes empfiehlt der Autor der ‘Mars-Chroniken‘ – man mag es kaum glauben – klassische Lyrik!

Leichtfüßig und locker lesen sich die kurzen Kapitel, die sich mit so grundlegenden Fragen wie dem Festhalten einer Muse, aber auch mit dem Jahrmarkt und seinen Wundern aus der Sicht eines Kindes oder eines Autors fantastischer Geschichten auseinandersetzen. Tipps zur Ideenfindung und zur Förderung der Kreativität gehen Hand in Hand mit einer Erzählung von dem “bösen Ding auf dem Treppenabsatz”, das den Autor jahrzehntelang verfolgt hat… bis er es schließlich in einer Kurzgeschichte einfangen kann.

Bradburys Essays sind ein unterhaltsamer Zeitvertreib, ein Stück SciFi-Geschichte und gleichzeitig eine ganz unaufdringlich wirkende Anleitung zu wahrhaft kreativem Schreiben – großartig geschrieben und inspirierend.

Bewertung: ★★★★★ 

Eine weitere Rezension dieses Büchleins findet man bei der intellektuelle: Erleuchtetes Schreiben.

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