Pepetela – Jaime Bunda, Geheimagent

Nicht alles was anders ist, ist originell, könnte die Kurzfassung meiner heutigen Rezension lauten. Oder auch: Klischees 101. Quer durch die Medien bekam

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Pepetela – Jaime Bunda, Geheimagent

gute Noten ausgestellt, wurde wohlwollend beim Deutschlandfunk rezensiert und galt als *die* Leseempfehlung für aufgeschlossene Krimifans schlechthin.

Wer ist dieser Jaime Bunda, dessen Name nicht zufällig nach James Bond klingt? Jaime kommt aus einer angesehen Familie, hat Vitamin B, wie man so schön sagt, und sitzt deswegen mit seinem breiten Hintern, dem er den Spitznamen „Bunda“ verdankt, unkündbar auf einem Praktikantenposten im verzwickten Filz aus Militär und Bürokratie, der das postkoloniale Angola beherrscht.

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Kate Millett – Der Klapsmühlentrip

Eine flog übers Kuckucksnest…
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Kate Millett – Der Klapsmühlentrip

Kate Millett ist Schriftstellerin, bildende Künstlerin und Feministin.

In „Der Klapsmühlentrip“ berichtet sie über eine dreizehn Jahre währende Odyssee auf der Suche nach geistiger Gesundheit, Klarheit und Akzeptanz. Von Freunden und Familie die es „gut mit ihr meinen“ in geschlossene Anstalten eingewiesen zu ihrem eigenen Besten, kämpft sie darum, als Mensch ernst genommen zu werden, mit ihren Macken akzeptiert zu werden, ein wenig künstlerisch aus dem Rahmen fallen zu dürfen ohne dass man ihr vorwirft, sie habe ja nur mal wieder „ihre Pillen nicht genommen“.

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Louise Wener – Gute Nacht, Steve McQueen

Danny, der eigentlich Steve heisst, hat so seine liebe Last mit dem Leben. Seine Mutter vergöttert Steve McQueen, und manchmal argwöhnt er, dass sie seinen Vater nur wegen des Nachnamens geheiratet hat. Dass sie ihren Sohn dann ausgerechnet Steve nennen musste, macht die Sache nicht einfacher – Danny ist nämlich kein gutaussehender Topschauspieler, sondern ein ganz normaler Typ, der seit seiner Schulzeit mit Kumpels Musik macht und in einem Videoladen jobbt.

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Louise Wener – Gute Nacht Steve McQueen

Seine Freundin Alison erzählt ihm – eher beiläufig – dass sie London (und damit ihn) für 6 Monate verlassen wird, um in Brügge in Belgien einen gut bezahlten Job anzunehmen. Und weniger beiläufig bemerkt sie, dass sie von ihm erwartet, in diesen 6 Monaten sein Leben in den Griff zu bekommen – egal wie – ansonsten…

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Jonathan Lethem – Gun, with occasional music

Jonathan Lethems erstes Buch ist ein Cross-Genre-Krimi, eine Melange aus Mystery und Endzeit-Scifi:
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Jonathan Lethem – Gun, with occasional music

Conrad Metcalf ist ein privater Ermittler. Gerade hat er einen Fall abgehakt, sich mit Drogen vollgepumpt, und in seinem kleinen Büro neben einer Zahnarztpraxis seinen Rausch durchgestanden, als ein Klient auftaucht – der jemanden ermordet haben soll. Das wäre soweit nicht schlimm, wäre das Opfer nicht Maynard Stanhunt, Metcalfs letzter Auftraggeber und Ehemann der Frau, in die Metcalf irgendwie verschossen ist.

So beginnt ein zunächst klassischer Detektivroman mit eigenartigen Facetten. Die kokainähnlichen Drogen, die Metcalf nimmt, sind legal und enthalten Substanzen wie ‚Avoidol‘, ‚Forgettol‘ und ‚Addictol‘, und PI bedeutet hier Private Inquisitor. Damit ist er ganz allein – er ist der einzige PI den es noch gibt. Die Strafverfolgung heisst Inquisition und benimmt sich auch so; Vergehen werden sofort mit einem Abzug von Karmapunkten auf der eigenen Karmakarte geahndet. Wer kein Karma übrig hat, bekommt in dieser zukünftigen Welt nicht einmal mehr ein Hotelzimmer.

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Nicolai Worm – Low-Carb

Schon wieder ein Diätbuch, schon wieder eine Diätrevolution. LOGI heisst das Wundermittel diesmal, eine nach Empfehlungen der medizinischen Hochschule von Harvard entwickelte Ernährungsmethode, die lose auf Kohlenhydratreduktion, glykämischem Index und glykämischer Last basiert – mit anderen Worten: Low Carb.

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Nicolai Worm: Low Carb – Die Ernährungsrevolution

Das ist in USA ein alter Hut, in Deutschland dagegen der letzte Schrei, dem prompt die Propagandamaschinerie der etablierten Diäten anderer Machart entgegenbläst. Kaum ein Thema ist so ideologisch verbrämt wie das der Ernährung. Es ist erfreulich, dass sich Nicolai Worm, promovierter Ernährungswissenschaftler, davon nicht beeindrucken lässt, sondern mit dem vorliegenden Buch eine neue Art der ’sanften‘ Low Carb-Ernährung propagiert.

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Arthur W. Upfield – Die Witwen von Broome

Arthur W. Upfield, geboren 1888 (Random House behauptet 1890) in England, bereiste als Abenteurer und Glücksritter den australischen Kontinent, auf dem auch seine rund 30 Krimis spielen. Hauptfigur ist der hyperkorrekte Inspektor Napoleon Bonaparte, der als Halbblut mit Aboriginal-Genen und einem tiefen Verständnis für die Kultur der Ureinwohner ebenso beeindruckt wie mit makellosen Umgangsformen, porzellanblauen Augen und einem brillanten kriminalistischen Verstand.

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Arthur W. Upfield – Die Witwen von Broome

Kein Fall ist dem ungewöhnlichen Inspektor zu vertrackt. Und so wird er in die Stadt Broome berufen, wo mittlerweile schon drei Witwen unter höchst obskuren Umständen ums Leben kamen. Napoleon „Bony“ Bonaparte beschließt, dem Mörder eine Falle zu stellen – mit Hilfe einer weiteren Witwe als Köder…

Mit viel Liebe zum Detail des Lebens in den australischen Kleinstädten stattet Upfield seine intelligenten Krimis aus, die den Vergleich mit den ganz großen Krimiautoren wie Agatha Christie oder Rex Stout nicht zu scheuen brauchen. Auch über 50 Jahre nach ihrem Entstehen sind die Fragen, denen sich Napoleon Bonaparte in Bezug auf Moral, Rassentrennung und die Psyche des Menschen stellen muss, noch tagesaktuell. Und fasziniert verfolgen wir, wie Bony sich als Profiler ebenso wie als kritischer Crime Scene Investigator betätigt, in den Geist des Täters kriecht und ihn schließlich mit Finesse zur Strecke bringen wird…

Bewertung: ★★★★☆ 

John E. Sarno – Von Rückenschmerzen befreit

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John E. Sarno – Von Rückenschmerzen befreit
Wie der Geist den Körper heilt

Das englische Original, „Healing Back Pain„, genießt im angelsächsischen Raum eine Art Kultstatus. John Sarno hat lange Jahre mit Physio- und Psychotherapeuten und seinen Rückenschmerzpatienten gearbeitet. Der deutsche Untertitel, „Wie der Geist dem Körper hilft“, zeigt sehr genau auf, wohin seine Reise ihn geführt hat.

Sarno geht davon aus, dass ein Großteil aller Rückenbeschwerden, die beim modernen Menschen auftreten, psychisch bedingt sind, eine Art Verspannung des tragenden Muskelgewebes darstellen, und nur in wenigen Fällen von tatsächlichen körperlichen Schädigungen wie etwa Bandscheibenvorfällen ausgehen. Mit seinen Patienten hat er es geschafft, sich den inneren Quellen des Schmerzes zu nähern, ihnen zu zeigen, welche psychische Funktion der physiologische Schmerz erfüllt, sich in den Schmerz hinein- und ihn dadurch wegzudenken, dass man ihn als das akzeptiert, was er ist: eine normale Lebensäußerung.

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Stephen King – On Writing

1999 hatte Stephen King einen verheerenden Unfall – während er durch die Wälder seines Heimatstaates Maine wanderte, wurde er am Straßenrand gehend von einem PKW erfasst. Mehrere Operationen waren nötig, um seinen Körper wieder halbwegs herzustellen. Sobald er konnte, nahm er das Schreiben wieder auf mit

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On Writing

Dieses Buch ist ebenso sehr eine Autobiographie wie ein Handbuch über das Schreiben von Erfolgsromanen. Stephen King plaudert aus dem Nähkästchen, lässt den Leser teilhaben an seinen Erfahrungen als Romancier wie als Mensch, der sich seinen Lebensunterhalt zunächst durch mäßige Jobs und als Lehrer verdient.

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von Petra Hildebrandt