Michael Hamm – Fit, gesund und schlank mit dem GLYX

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Michael Hamm – Fit, gesund und schlank mit dem GLYX

„Dauerhaft abnehmen mit den richtigen Kohlenhydraten“ lautet das Motto des Buches. Was genau diese richtigen Kohlenhydrate sind, darauf geht Dr. Hamm in knapp 100 Seiten ausführlich, aber ausgesprochen mühsam zu lesen ein. Bei seinen Darstellungen greift er nicht selten in die Klischeekiste (Frauen essen Süßes, Männer essen Fettes), und wo er sich nicht in latinisierter Medizinerfachsprache ausdrückt, bleiben seine Texte seltsam oberflächlich und inhaltsleer.

Der Autor zählt laut Klappentext zur ersten Riege der Ernährungswissenschaftler in Deutschland. Populärwissenschaftliche Bücher zu schreiben scheint ihm allerdings nicht gegeben, und man wünscht sich, der Knaur-Verlag hätte ihm einen Co-Autoren an die Hand gegeben, der dieses Metier besser beherrscht. Manche der Texte lesen sich wie eine einschläfernde Vorlesung aus dem letzten Jahrzehnt.

Aber auch inhaltlich hat das Buch seine Schwächen. Unter „Die Berechnung des GLYX“ etwa findet der Leser keine Erklärung zur Berechnung des GLYX, sondern den Hinweis, dass das ja viel zu kompliziert und eine Angabe exakter Werte „scheingenau“ sei und dass deswegen gleich ein paar schöne übersichtliche Listen mit Ernährungsempfehlungen folgen. Natürlich seien „selbstverständlich wissenschaftlich ermittelte Daten aus der Fachliteratur“ zugrundegelegt. Wie schön, das sollte man bei einem Buch wie diesem voraussetzen können. Seltsam muten auch kleine, nicht weiter ausgeführte Querschüsse gegen „populäre amerikanische Ernährungsratgeber“ und den Begriff Hypoglykämie an.

Die erwähnten Empfehlungslisten unterteilen Nahrungsmittel in Gut, Mittel und Schlecht – markiert mit grünem, gelbem und rotem Punkt. Die Auswahl der aufgeführten Lebensmittel erscheint recht knapp und bisweilen beliebig bis willkürlich; manche Empfehlungen sind ohne genauere Angaben zum Wie und Warum kaum zu verstehen.

Warum etwa Bananenkuchen empfehlenswert ist, die Banane aber nicht, oder dass eine frische Ananas in derselben Einstufung wie Haushaltszucker gelistet wird, ist für den Leser schwer verständlich. Da helfen dann auch Hinweise nicht, dass man beim Essen auch schon mal einen guten und einen bösen GLYX kombinieren dürfe, um einen mittleren GLYX zu erzielen.

Der Rezeptteil unterstützt mit wenig ansprechenden Gerichten den Eindruck, den auch die vorangegangenen Seiten vermitteln – dass es hier im Prinzip um eine Neuauflage der guten alten fettarmen Vollwertkost geht, auch wenn ein neumodisches GLYX-Etikett darauf geklebt wurde.

Abschließend findet sich noch ein kurzer Sport- und Trainingsplan-Teil, der aber für einen Anfänger zu sehr an der Oberfläche bleibt und zuviel voraussetzt.

Alles in allem gilt: Es gibt sehr viel bessere Bücher zu den Themen GLYX, Kohlenhydraten und auch Abnehmen durch Bewegung.

Bewertung: ★★☆☆☆ 

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