Lily Prior – La Cucina Siciliana oder Rosas Erwachen

Dieses Buch, das muss ich vorweg schicken, kam auf meinen Lesestapel durch den Cook the Books Club Event. Lily Priors „La Cucina“ war die Leseauswahl für den November/Dezember, und ein Blick in den Katalog der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen eröffnete mir, dass das Buch zumindest in der deutschen Übersetzung vorhanden war.

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La Cucina Siciliana oder Rosas Erwachen

Die Amazon-Kurzbeschreibung zitiert Bookseller folgendermassen:

Wer sagt denn, dass eine Bibliothekarin nicht sinnlich sein kann? Rosa Fiore bringt ihre Leidenschaft zum Kochen. „Eine Liebeserklärung an Sizilien, das Essen, Familie, die Mafia, Sex und Leidenschaft. So erfrischend wie und doch ganz anders (schärfer und stärker) als ‚Bittersüße Schokolade‘ wird dieses Buch das Herz des Lesers zum Pochen bringen: erotisch, sinnlich und köstlich für Frauen und Männer.“

Und wieder einmal beschleicht mich das Gefühl, dass hier der Pressetext eines Verlag herhält oder der Reviewer doch was vollkommen anderes gelesen haben muss als ich.

Das beginnt schon bei dem Vergleich mit Bittersüße Schokolade – einem der grossartigsten Bücher die ich je lesen durfte. Nichts, aber auch gar nichts an Lily Priors Erstling lässt auch nur annähernd an diesen wunderbaren Roman denken.

Ganz im Gegenteil.

Die Geschichte, die Prior ihre Protagonistin erzählen lässt, umspannt das Leben der Rosa Fiore ab ungefähr dem Zeitpunkt, da ihr jugendlicher Liebhaber von der eigenen Familie gerichtet wird, da er einer anderen versprochen war, und sich Rosa in die Küchenarbeit stürzt um zu vergessen. Doch was ein sinnliches Abenteuer, oder auch eine Reise in den seelischen Abgrund hätte werden können, ist banal, fade, klischeeüberladen – durch den gesamten Roman reihen sich Klischees nur so aneinander – alle die man über Sizilien, italienische Mammas, Bibliothekarinnen und das Landleben an sich so versammeln kann.

Das wäre nicht so tragisch, wäre die Geschichte die Prior erzählt denn wenigstens spannend, die Charaktere interessant und faszinierend, aber das sind sie nicht. Rosa ist weder sympathisch noch erotisch, die teils absurden und wenig ansprechenden Sexszenen sind nicht mal mehr komisch – allein die eingestreuten kurzen Rezeptabschnitte vermögen zu faszinieren. Der Rest des Romans jedoch ist unglaubwürdig, und vor allem unglaublich langweilig, dazu sprachlich schwülstig ohne Ende, und schlecht geschrieben.

La Cucina Siciliana oder Rosas Erwachen ist eine unsägliche Italo-Schmonzette, die man getrost auslassen kann.

Bewertung: ★☆☆☆☆ 

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