Dr. med. Leonard Hochenegg & Anita Höhne – Heiltees – Wundermittel der Natur

Heilkräuter sind ein Thema, das mich schon lange interessiert. So lag es nahe, mir in der Bibliothek auch einmal

heiltees

Dr. med. Leonard Hochenegg & Anita Höhne:
Heiltees – Wundermittel der Natur

auszuleihen.

“Vorbeugen und Teetrinken” <…> “Kombinieren Sie heimische Kräuter und fernmöstliche Heilpflanzen mit Hilfe zahlreicher Teerezepte, die Ihnen die Experten Dr. Leonhard Hochenegg und Anita Höhne in ihrem praktikablen Ratgeber fundiert und leicht anwendbar zusammenstellen.
” – so der Klappentext

Die Realität könnte nicht weiter entfernt sein. Nicht nur, dass in den Vorbemerkungen die Autoren ausdrücklich darauf hinweisen, dass “eine Selbstbehandlung durch den Laien nicht ratsam” sei – auch die Gestaltung des Buches ist ungeeignet für alle, die darauf hofften, hier ein Handbüchlein voller Rezepte für die Gesundheit zu finden.

Anita Höhne hat zu den einzelnen Indikationen kurze, allgemeinverständliche Texte verfasst, die gerade wegen ihrer Allgemeinheit wenig hilfreich sind. Dr. Hochenegg wiederum flutet seine Leser mit einer Vielzahl von Rezepten, die – seiner Philosophie folgend – europäische und Kräuter der Tropenregion miteinander mischen um so bessere Heilwirkungen zu erzielen. Zu den genauen Gründen für seine Zusammensetzungen und den Wirkungen der einzelnen Kräutlein jedoch schweigt sich der Neurologe aus Tirol aus.

“Heiltees” ist nicht viel mehr als ein Auflistung von Kräutermischungen, die nach Behauptung des Autors bei den genannten Krankheitsbildern hilfreich sein könnten. Die Zutaten sind teilweise kaum zu beschaffen; und da der Leser nichts über die Wirkungsweisen erfährt, gibt es folgerichtig auch keine Substitutionshinweise – aber beim Hochenegg-Institut verkauft man gern auch die unbekannten Pflänzchen im Direktvertrieb. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Bei den Teemischungen fehlen sämtliche Informationen ausser der direkten Zubereitung, etwa zu möglichen anderen Wirkungen. Ein allgemein gehaltener Hinweis, dass die Tees selbstverständlich nur wirken, wenn man sich Nikotin und Alkohol enthält und ovolakto-vegetarisch lebt, rundet den Stil dieses Buches ab, das von oben herab Rezepte an- und verordnet und den Laien nicht minder allein lässt als die Schulmedizin. Belege etwa in Form wiss. Studien oder auch nur Erfahrungsberichte für seine Wirksamkeitsbehauptungen bleibt Dr. med. Hochenegg ebenso schuldig wie jegliche sonstige Art von Information und Dokumentation.

Fazit:
für interessierte Mediziner oder Phytotherapeuten vielleicht im Ansatz interessant, für Laien untauglich und überflüssig.

Bewertung: ★½☆☆☆ 

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