John Clements – Digitale Landschaftsfotografie

John Clements ist Profifotograf und schreibt für einige Fotomagazine, dabei gilt sein besonderes Augenmerk der digitalen Fotografie. Sein Buch Digitale Landschaftsfotografie – im Original A Comprehensive Guide to Digital Landscape Photography – soll ambitionierten Hobbyfotografen Beispiele liefern, wie man mit dem Einsatz digitaler Mittel, insbesondere der Bildnachbearbeitung, ungewöhnliche Landschaftsaufnahmen erschaffen kann.

clementslandschaft

Digitale Landschaftsfotografie.

Auf insgesamt 128 Seiten führt er den Leser durch die Arbeit einiger seiner Kollegen. Auf Doppelseiten, manchmal auch mehreren hintereinander folgenden Seiten, zeigt er, mit welchen Mitteln die Profis ihre teilweise sehr schönen, teilweise aber auch wenig aufregenden Bilder produziert haben.

Dabei reicht die Bandbreite von der digitalen Kompaktkamera bis zur Großformatkamera. Jedes Bild und seine Entstehungsgeschichte werden begleitet von einem Zitat des Fotografen zur Entstehung des Bildes oder auch zu seiner persönlichen Philosophie des Fotografierens, einem einleitenden Text, der knapp ansagt, worum es in diesem Beispiel geht, einer schlagwortartigen Übersicht der Bildbearbeitungsstufen, einem Screenshot auf die verwendeten Software-Features, und einem Kurztext zum Nutzen der verwendeten Technik.

Von Profis lernen, könnte der Untertitel sein. Leider verspricht das Buch mehr, als es einhalten kann. Zunächst fällt störend ins Auge, dass der Prozess der Bildentstehung – Motivauswahl, Besonderheiten des Fotografierens mit Digitalkameras – quasi gar nicht weiter erläutert wird. Noch ärgerlicher ist allerdings, dass große Teile des gezeigten Bildmaterials von analogen Mittel- und Großformatkameras stammen, was wohl kaum dem Material des potenziellen Lesers entspricht, und meines Erachtens in einem Buch über Digitale Landschaftsfotografie fehl am Platze ist.

Die Bildbearbeitungstechniken werden nur kurz angerissen, die Screenshots (durchweg von Photoshop-Prozessen) sind nicht allzu aussagekräftig, unter ‚Nutzen‘ finden sich Hinweise darauf, auf welchem Papier die Werke der Fotografen ausbelichtet oder gedruckt wurden und wie sie gerahmt wurden für einen besseren Verkauf. Das mag für einen Profi interessant sein, paßt aber überhaupt nicht zum doch eher anfängerorientierten Stil des Buches, das auch Begriffe wie RAW, JPG und TIFF erklärt oder einen Brennweitenvergleich analog/digital liefert.

Weder das Thema Landschaftsfotografie noch das Thema digitale Fotografie werden hier angemessen behandelt – vielmehr ist das Buch eine kommentierte, nett anzusehende Bildersammlung mit einigen eingestreuten technischen Details.

Fazit: Das Buch geht am Thema und an der Zielgruppe vorbei.

Bewertung: ★½☆☆☆ 

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