Jilliane Hoffman – Cupido

“Knallhart gut. Ein gnadenloser Thriller”. hat der STERN laut Einbandtext zu diesem Roman geschrieben, und eine andere Publikation (MAXI): “Vergessen Sie Hannibal Lecter.” Und in der Tat beginnt

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Jilliane Hoffman – Cupido

mit einem Szenario, das dem Leser das Blut in den Adern gefrieren lässt. Während Jurastudentin Chloe gerade enttäuscht von einem Abend mit ihrem Freund nach Hause kommt, der ihr zu ihrem Bedauern nicht wie erhofft einen Heiratsantrag gemacht hat, bereitet sich ein Psychopath darauf vor, sie in ihrer Wohnung zu fesseln, zu mißhandeln, zu vergewaltigen und dann umzubringen… und niemand wird ihr helfen können.

Wie das Kaninchen vor der Schlange sitzt man vor dem Buch und wartet, dass das angekündigte Grauen geschieht.

Doch bereits in diesem Teil des Buches zeichnet sich ab, was sich später durch den gesamten Roman zieht – Hoffman ergeht sich in Details über Details, in Szenenbeschreibung über Szenenbeschreibung… und lässt den Leser warten. Sie redet die Handlung tot, erwürgt auch noch den kleinsten Spannungsbogen zunächst durch Details und dann durch flache, langweilige, überzogen einseitige Charaktere.

Zwölf Jahre nach den einleitenden Szenen, die eine gerade noch so eben am Leben gebliebene Chloe zurücklassen, die die Hölle durchgemacht hat, wechselt das Szenario abrupt nach Florida, wo Dominic Falconetti, Special Agent des Florida Department of Law Enforcement, einem Serienkiller auf der Spur ist. Und, Überraschung: der Serienkiller scheint derselbe Täter zu sein, der schon Chloe in New York folterte. Nur dass er mittlerweile seine Opfer tatsächlich umbringt und dann in einem raffinierten Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei versteckt.

Das alles könnte ein irrsinnig spannender Roman sein, ist es aber leider nicht. Stattdessen baut Hoffman eine vorhersagbar hohle Liebesgeschichte zwischen Staatsanwältin C.J. Townsend (die das Recht mit Füßen tritt) und Falconetti auf, und führt den Leser auf eine nicht minder vorhersagbar falsche Fährte, was den möglichen Täter angeht. Nur, dass sie einen unfairen Trick verwendet – der Täter ist nämlich am Ende doch der Täter, aber er ist es trotzdem nicht. Verwirrt?

Die Löcher in der Handlung und die miserable Storyline könnte man Hoffman noch verzeihen, wäre der Roman wenigstens spannend und hätte sich jemand getraut, den Plot zu straffen. Statt dessen möchte man sie von Seite zu Seite mehr anflehen, doch endlich auf den Punkt zu kommen oder etwas für den Handlungsverlauf relevantes zu schreiben. Bis man sich zum mühsam konstruierten Ende durchgebissen hat, möchte man die Auflösung eigentlich gar nicht mehr wissen sondern es einfach nur noch hinter sich haben. Vergesst Hannibal Lecter? Nein, vergesst Cupido.

Bewertung: ★☆☆☆☆ 

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