George Pelecanos – Hell To Pay

Im Urlaub fiel mir dieser Roman von George P. Pelecanos in die Hände, und ich war sehr angetan, mal wieder einen mir unbekannten Krimiautoren gefunden zu haben, der einen ganz eignen Stil entwickelt hat. George Pelecanos ist ein Vertreter der hardboiled-Schule. Er führt die Leser mit seinem Detektivpaar, Derek Strange und Terry Quinn, in

helltopay

Hell To Pay

in Teile von Washington D.C., die niemand so gern sehen möchte – die Welt der Armen, Unterprivilegierten, der Huren, Masseusen, Strassengangs und der in den Projects lebenden armen Leute auf ‚welfare‘. Die Sprache seiner Figuren ist dabei sehr authentisch, hier wird slang gesprochen, das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, macht die Atmosphäre aber umso intensiver.

Derek Strange ist schwarz, war einmal Cop, steht auf Al Green und ist vom Leben desillusioniert. Seine Wut auf die Welt und sich selbst betäubt er mit Alkohol und Sex mit einer chinesischen Hure. Sein Partner, Terry Quinn, ist sehr viel jünger und weiß. Er jobbt in einem Plattenladen, wenn er nicht gerade einen Auftrag hat, und hat ein Aggressivitätsproblem. Beide engagieren sich für ein Kinder-Footballteam in den Projects, dem armen schwarzen Teil der Stadt. Als eines Tages eines der Kinder bei einem Gang-Überfall erschossen wird, nimmt Strange die Ermittlungen auf und sinnt auf düstere Rache. Sein Weg führt ihn in eine Halbwelt von Drogenhändlern und schwarzen Gangs, und schließlich ist er gezwungen, eine folgenschwere Entscheidung zu treffen.

Währenddessen übernimmt sein Partner die wenig dankbare Aufgabe, jugendliche Ausreißerinnen ausfindig zu machen und – notfalls auch gegen ihren Willen – zu ihrer Familie zurückzubringen. Dabei lernt er eine aufregende Frau kennen – und macht nach einem Aggressionsschub einen verhängnisvollen Fehler…

Mehr soll hier nicht verraten werden 🙂

Pelecanos hat mit Strange und Quinn ein sehr glaubwürdiges und kratzbürstiges Team zweier schwieriger Charaktere geschaffen. Mit wenigen Sätzen zieht er den Leser in seinen Bann, in eine Welt, die den meisten völlig fremd ist. Gekonnt malt Pelecanos Aquarellschichten von Verzweiflung und Gewalt zu einem Sittengemälde von einem Roman, das das Herz des Lesers umklammert und erst wieder loslässt, wenn die letzte Seite gelesen ist. – Mehr davon!

Bewertung: ★★★★☆ 

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