Elisabeth Mardorf – Ich schreibe täglich an mich selbst

“Im Tagebuch die eigenen Stärken entdecken” lautet der Untertitel dieses Buches. Die Autorin berichtet u.a. aus ihrer Arbeit als Psychotherapeutin und Supervisorin, aber auch aus ganz alltäglichen Erfahrungen – eigenen und fremden – mit dem Schreiben von Tagebüchern. Ihr Buch soll Mut machen, sich hinzusetzen und das eigene Erleben aufzuschreiben.

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Elisabeth Mardorf – ich schreibe täglich an mich selbst

An vielen authentischen Beispielen zeigt Mardorf, dass Tagebücher viele Menschen durch Lebenskrisen hindurch begleiten, oft schon lange vor tatsächlichen Ereignissen und Veränderungen in Beziehungen diese Veränderungen vorwegnehmen, beim Prozess des Sich-Klarwerdens helfen; aber sie sieht Tagebücher auch als kleine (oder große) Erinnerungshilfe, als externes Gedächtnis, das frühere Zeiten lebendig werden lässt. Bei der Lektüre älterer Tagebücher können wir oft unsere eigene Entwicklung erkennen, wiederkehrende Themen und Muster in unseren Denkweisen aufspüren; wir können auch mit dem Blickwinkel von heute vieles relativieren, was uns damals (oder heute) wahnsinnig wichtig vorkam, wenn wir es in Perspektive zu unserem Leben setzen.

Die Beispiele sind überaus einfühlsam geschildert. Nicht fehlen darf natürlich auch ein kleiner Teil für Tagebuchanfänger – nützlich fand ich den Tipp, mit schwarzer Tinte zu schreiben, weil allein diese den Jahren widersteht, während farbige Tinten oder gar Filzstifte verblassen oder das Papier zerfressen. Es wäre schade, nach Jahren das Buch aufzuschlagen und kaum noch etwas entziffern zu können. Und auch ein paar Übungen finden sich im Buch, die mich gar nicht ansprechen, anderen aber sicher einen guten Einstieg geben können.

Ein Buch, das Lust aufs Tagebuchschreiben macht, ganz altmodisch, mit Stift und Papier.

Bewertung: ★★★½☆ 

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