Douglas Adams & Terry Jones – Raumschiff Titanic

Starship Titanic ist ein von Douglas Adams und der Firma The Digital Village entwickeltes Computerspiel des Adventure-Genre, das 1997 erschien und 1999 in einer deutschen Version unter dem Titel Raumschiff Titanic veröffentlicht wurde.

So steht es in der Wikipedia unter „Starship Titanic“

Das Buch zum Spiel hat allerdings nicht Douglas Adams selbst verfasst, sondern Terry Jones, hinlänglich als Comedian der unsterblichen Monty-Python-Truppe bekannt, da Adams zu der Zeit nicht abkömmlich bzw. zu stark mit dem Spiel beschäftigt war.

raumschifftitanic

Douglas Adams & Terry Jones
Raumschiff Titanic

Der Roman beginnt auf einer fernen Welt namens Blerontin, die ein paar seltsame Eigenheiten aufweist, darunter das Ritual von „Fischpaste-Schnittchen“ zu festlichen Anlässen, die zwar niemand mag, die aber aus historischen Gründen zwingend vorgeschrieben sind. Solchermaßen gestärkt trifft der Leser Leovinus, einen genialen Erfinder und Architekten. Er hat das größte, luxuriöseste, eleganteste und atemberaubendste Raumschiff aller Zeiten entworfen.

Mit dem Stapellauf eben dieses Luxuskreuzers, genauer, kurz davor, startet der Leser in ein absurdes SciFi-Spektakel.

Nicht nur, dass der Bau dieses gigantischen Raumkreuzers einen ganzen Planeten zugrunde gerichtet hat, dessen Einwohner für die beste und sorgfältigste Handwerkskunst der Milchstraße bekannt waren, nein, wie bei beinahe jedem Großprojekt liefen die Kosten völlig aus dem Ruder, und die Projektverantwortlichen haben, statt dies dem Architekten mitzuteilen, fröhlich in die eigene Tasche gewirtschaftet und am Schiff so ziemlich alles eingespart, was technisch notwendig wäre. Damit dieser gigantische Betrug nicht auffällt, haben sie die in das Schiff integrierte Gesamtintelligenz namens Titania demontiert, und eine Bombe eingebaut, die nicht bloß alle Beweise vernichten wird, sondern ganz nebenbei noch die Versicherungssumme für das Schiff auf ihre Konten spielen soll.

Kurz vor dem Start kommt Leovinus den Machenschaften auf die Schliche, doch es ist zu spät… beim Stapellauf verschwindet das Schiff urplötzlich in einem SMEV, einem Spontanen Massiven Existenz Versagen, und kracht notlandend auf der Erde mitten in das alte Pfarrhaus, das Dan und Lucy gerade gekauft haben, um es zu einem Restaurant umzubauen.

Dan, Lucy und ihre Freundin Nettie, die von dem Schiff fasziniert ist, werden von den die TITANIC betreibenden Robots zur Entschädigung zu einem Freiflug eingeladen. Ehe sie es sich versehen, befinden sie sich als Reisende der Super Galactic Traveller Class an Bord der TITANIC. Dumm nur, dass das Schiff nicht nur nicht richtig funktioniert, sondern auch noch eine Bombe darauf wartet, ihren Job zu tun. Bei dem Versuch, zum Kapitän zu gelangen, treffen sie Den Journalisten, der die Story seines Lebens wittert, einen durchgeknallten Papageien, und die yassakanische Kampfflotte… für Spannung ist gesorgt.

Während die Erdlinge versuchen, das widerwillige Schiff samt seinen verrückt-defekten Servicebots zum Rückflug zu bewegen, eine Bombe am Explodieren zu hindern und ihre eigenen verkorksten Beziehungen zu analysieren, fabriziert Terry Jones ein Feuerwerk an absurden Szenen und wahnwitzigen Dialogen, die von nicht minder irren Handlungswendungen angetrieben werden.

Man merkt der Storyline an, dass sie sich an einem Computerspiel (welches ich nicht kenne) orientiert und die Handlung nicht originär für einen Roman entworfen wurde, und auch wenn Douglas Adams als Ideengeber auf dem Titel steht, unterscheidet sich der Stil doch deutlich von dem etwa des Hitchhikers oder der Dirk-Gently-Reihe. Das Ergebnis ist zwangsläufig eine Art mit reichlich zynischen Seitenhieben auf Politik und Gesellschaft gespickter SciFi-Klamauk im All, und das nicht nur, weil mir bei dem Papageien an Bord der Titanic unweigerlich Monty Python’s Dead Parrot-Sketche einfallen. Hat man sich durch die zu Beginn noch sehr verwirrenden Handlungsfäden gewunden, macht „Raumschiff Titanic“ dann ganz plötzlich einen aberwitzigen Spaß – und ist leider viel zu schnell zu Ende.

Nicht so genial wie der Hitchhiker, aber dennoch eine tolle satirische Scifi-Komödie.

Bewertung: ★★★★☆ 

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ommentare

[…] beim Anblick der Fischwürste auf den Märkten immer an die “Fischpasteschnittchen” in Raumschiff Titanic […]

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[…] für jeden SciFi-Fan. Das Schiff, das mich in vielen Dingen eher fatal an Douglas Adams‘ Spaceship Titanic erinnert, ist wunderschön und fantastisch ausgestaltet. Man merkt, dass viel Liebe zum Detail drin […]

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