Archiv der Kategorie: 4 Sterne

Andy Weir – The Martian (Hörbuch)

The Martian, von Andy Weir

Die Handlung

Während ein gewaltiger Sandsturm die Notevakuierung der NASA-Basisstation auf dem Mars erfordert, wird der Botaniker Mark Watney fortgerissen und man glaubt, er sei ums Leben gekommen. Da der immer stärker werdende Sturm die Landefähre zu zerstören droht, gibt die Commander schweren Herzens den Befehl, die Suche nach Watney abzubrechen und mit den verbliebenen vier Crewmitgliedern zu starten, bevor es zu spät ist.
Aber Watney hat überlebt und versucht nun – vollkommen auf sich allein gestellt – auf dem unwirtlichen Planeten zu überleben. Mit seinem Einfallsreichtum, Überlebenswillen und dem Wenigen, das er hat, findet er einen Weg, der Erde zu signalisieren, dass er noch am Leben ist. Millionen Meilen entfernt arbeiten die NASA und ein Team von internationalen Wissenschaftlern daran, den „Marsianer“ heim zu holen.

Das Buch wurde – für meine Begriffe exzellent – mit Matt Damon in der Hauptrolle verfilmt. Tatsächlich habe ich in diesem Fall erst den Film gesehen, und dann das Buch angehört. Wie nicht anders zu erwarten ist das Buch erheblich umfangreicher und detailgenauer, außerdem besitzt der Mark Watney des Romans einen staubtrockenen Humor, der mir ausgesprochen gut gefällt.

Das Hörbuch

Gelesen wird Weirs Roman von R.C. Bray. Bray spricht die Texte sehr lebensecht und authentisch, und auch wenn ich mir irgendwie ja Matt Damon als Sprecher für die Kapitel aus Sicht von Watney gewünscht hätte (dürfte das Budget wohl nicht hergeben), ist es sehr angenehm, Bray zu lauschen. Das einzige, was ich an der Lesung wirklich zu meckern habe: die Kapitel auf der Erde hätten sich im Vortragsstil etwas von der Diktion Watneys unterscheiden sollen, dann wäre das Hörbuch perfekt.

Obwohl ich die primäre Handlung und damit auch die meisten der Plot Twists und smarten Ideen Watneys aus dem Film schon kannte, hat es ungemein Spaß gemacht, das Buch anzuhören – tolle, intelligente SciFi mit einer tollen Hauptfigur, spannend, und als Hörbuch sehr gut umgesetzt.

Bewertung: ★★★★½ 

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T. S. Wiley – Lights Out

Lights Out – Sleep, Sugar and Survival
von T. S. Wiley und Bent Formby

ist eines dieser Bücher, über die man immer wieder stolpert, wenn man sich mit Ernährung, zirkadianen Rhythmen, Schlaf und Gesundheit befasst. Mal wird es hochgelobt, dann wieder als esoterischer Quatsch verrissen, aber nachdem nun auch in der Mainstream-Medizin angekommen ist, dass die dauernde Lichtüberflutung der Moderne unseren Körpern nicht unbedingt gut tut, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Thesen, die Wiley und Formby aufstellen.

Tatsächlich sind die Autoren alles andere als spinnerte Esoteriker. Runde 150 der 354 Seiten des Buches sind Quellenangaben zu den aufgeführten Studien, für jedermann, der es genau wissen will, präzise nachvollziehbar.

Die These der Autoren, stark verkürzt: Die Kombination aus im Übermaß verfügbaren Kohlenhydraten in der Nahrung und die ständige Verfügbarkeit von Helligkeit (dauerhafte Tagesverlängerung) sorgt dafür, dass wir dauergestresst sind, nicht ausreichend erholsamen Schlaf bekommen, und dadurch fett und krank werden.

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Sir Roger Moore – Bond on Bond (Hörbuch)

BondonBond

Eigentlich,  verrät uns Sir Roger Moore im besten Cocktailstunden-Plauderton, habe er ja nicht wirklich Ahnung vom Thema Bond, aber er habe sich ein wenig schlau gemacht…

Ein Hauch britisches Understatement, eine kräftige Dosis trockener Selbstironie, und sehr viel höflicher, gediegener, eleganter Gentleman – das war der Bond, den Roger Moore stets verkörpert hat. Und genau so führt der Mime in diesem Buch, das er für die Hörbuchfassung erfreulicherweise auch selbst spricht, den Leser / Zuhörer durch mehrere Jahrzehnte James-Bond-Filmgeschichte.

Sir Roger Moore: Bond on Bond

Ein Stück weit ist es (natürlich)  Biographie von Roger Moore, aber auch die anderen Darsteller von Connery bis zu Craig (von dem Bond nach Skyfall sagte „He owns Bond now.“) finden ausreichend Raum.

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Rolf A. Becker – Der Krimi, unser täglich Brot

Rolf Becker, Erfinder von „Dickie Dick Dickens„, nimmt in diesem kurzweiligen Bändchen die Krimiwelt unter die Lupe. Von den Anfängen bei Edgar Allan Poe und Sir Arthur Conan Doyle bis zur modernen Krimiserie im TV analysiert der Krimispezialist die ganze Welt von Mord und Spannung.

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Rolf A. Becker – Der Krimi, unser täglich Brot
Eine satirische Betrachtung über Krimis

Mehr als den Kriminalroman aber, der vor allem zur Erläuterung der Grundtypen des Krimis dient – der Wer-War’s-Krimi, der auf die intellektuelle Lösung des Problems setzt, und der Action-Krimi, in dem es um eine schnell voranschreitende und dadurch Spannung erzeugende Handlung geht – nimmt der langjährige Rundfunk- und Fernsehautor das filmische Krimi-Geschehen unter die Lupe.

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Backen für Dummies

Die Dummies-Reihe aus dem Wiley-Verlag ist vermutlich heute jedem ein Begriff; sie steht für einfache Handbücher zu allerlei Themen aus Alltag, Bildung und IT, die anschaulich und praxisnah das Wissenswerte erläutern und vermitteln.

Backen für Dummies

Backen für Dummies ist die deutsche Version eines ursprünglich auf Englisch erschienenen Buches von Emily Nolan, ein Faktor, der zumindest mir als Fachübersetzerin für das Thema Food hier und da im Buch entgegenspringt, aber dazu gleich.

Im ersten Abschnitt geht es um die Grundlagen – von strukturierter Arbeitsweise (beim Backen wichtig) über Backtechniken bis hin zur Vorratshaltung und den einzelnen Zutaten. Das alles wird gut erklärt, so dass man auch als Laie damit etwas anfangen kann. Im dritten Kapitel werden auch die einzelnen Utensilien erläutert. Kapitel 4 widmet sich dem Backofen, in Kapitel 5 werden Basistechniken vorgestellt – ob Eier trennen, Backform fetten, oder Sahne steif schlagen, es ist alles dabei was man braucht. Vorbildlich gemacht und schön illustriert wo nötig – das gefällt mir sehr gut, und müsste ich einem Anfänger ein Backbuch schenken, wäre Backen für Dummies schon deswegen in der engeren Auswahl. Kapitel 6 widmet sich dann noch einmal der Vorbereitung des Backens – Planung, Ordnung, Ruhe, kein Chaos, lieber weniger und dafür richtig – kurzum, all den Tipps die man gerade als Anfänger tunlichst beherzigen sollte.

Nun geht es los mit dem Backen, und zwar

  • Plätzchen und Kleingebäck
  • Kuchen (Rührkuchen, Tassenkuchen, Biskuit)
  • Glasuren, Überzüge, Füllungen
  • Kuchen und Pies auf Mürbeteigbasis
  • Crisps und Cobblers – Backen mit Obst
  • Muffins und kleine Leckereien
  • Hefegebäck und Hefebrote
  • Pikantes
  • Fettarmes
  • Kuchen und Torten für besondere Anlässe

sowie zum Schluß noch eine Liste der Besten Tipps rund ums Backen, wenn mal was schief gelaufen ist (oder auch: bug fixes).

Das ist ganz schön umfangreich für ein Buch, das knapp 280 Seiten umfasst.

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Alex Jahnke & Marcus Rauchfuß – Steampunk (kurz und geek)

steampunk

Steampunk – kurz & geek

Wenn Alex „Clockworker“ Jahnke und Marcus „Daily Steampunk“ Rauchfuß zusammen ein Buch schreiben, dann ist das Thema eigentlich nahe liegend: Steampunk.

Aber was genau ist Steampunk eigentlich, wie definiert man das, worin unterscheidet es sich von anderen Genres? Was macht diesen „Trend“ (ich setze das mal ganz bewußt in Anführungszeichen) so trendig, was grenzt ihn von Scifi, historischen Reenactern und anderen Retro-Spinnern ab? Wo liegt der Reiz, was macht Steampunk so besonders und interessant?

Diesen Fragen widmen sich die Autoren mit einem locker-flockigen Abriss über die Historie des Steampunk und die Vielfalt seiner Quellen und Inspirationen, von Jules Verne (und warum der dennoch keinen Steampunk schrieb) über William Gibson bis zu der Hackerspace-Bewegung.

Ein angenehm „unmodernes“ Verständnis von Höflichkeit, eine Vorliebe für (andere) Ästhetik im Design und der Spaß daran, Dinge selbst zu erschaffen, sind ebenso wichtige Elemente der Bewegung. Und Steampunk muss, auch das lernt der Leser, keineswegs eine Kreuzung aus victorianischem Habitus und Science-Fiction darstellen – längst etablieren sich andere Formen von historisch-kulturellen Mash-Ups, wie Dieselpunk, Atompunk und andere neue Subkulturen.
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Walter Moers – Der Schrecksenmeister

Der fünfte Roman aus Zamonien.

Bereits im vergangenen Jahr habe ich

schrecksenmeister

Der Schrecksenmeister, von Walter Moers

gelesen. Wie auch bei anderen Werken aus Moers‘ Zamonien-Reihe gibt er vor, hier nur als Übersetzer von Hildegunst von Mythenmetz zu fungieren, und erzählt die Geschichte von Echo, dem Krätzchen, das halb verhungert auf den Schrecksenmeister Eißpin trifft, der ihm einen Deal anbietet: Eißpin wird es mit den feinsten Delikatessen mästen, wenn das Krätzchen – eine intelligente und sprechende Katze – ihm am Ende einer fest gesetzten Frist dafür seinen Körper verkauft.

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Wolfram Eilenberger – Finnen von Sinnen

Als ich das erste Mal von Wolfram Eilenbergers humoreskem Buch über die Finnen las, wanderte es sofort auf meinen Wunschzettel, und schaffte es schließlich auf den Stapel für Urlaubslektüre.

Finnen von Sinnen: Von einem, der auszog, eine finnische Frau zu heiraten

finnenvonsinnen

Eine gute Wahl, wie sich herausstellte. Eilenberger ist in der Tat mit einer Finnin verheiratet, und schreibt sich in kurzen, vignettenartigen Kapiteln an die Eigenarten und Macken der Finnen heran. Die kleinen Geschichtchen laden bisweilen zum Lachen ein, manche zum Schmunzeln, manche sind so erkennbar überzeichnet, dass ich sie eher bemüht finde, aber im Kontext ergeben sie dann Sinn.

Kein Klischee wäre zu banal, um hier nicht noch verwurstet zu werden, und der Erzählstrang windet sich lose, aber keineswegs konsequent linear, an der Liebesgeschichte des Erzählers und seiner finnischen Pia entlang, die mehr oder minder in einer typisch finnischen Hochzeit auf dem Lande gipfelt.

Ob es die Liebe des (schweigsamen) finnischen Mannes zu seinem mökki ist, oder das erhebliche Temperaturgefälle zwischen Deutschland und Finnland im Winter, Fußball, Tango, korrektes Saunieren oder die Unerlässlichkeit der Kartoffel bei einem finnischen Mahl, das alles ist augenzwinkernd karikiert und mit augenscheinlich einiger (persönlich erlebter) Sachkenntnis geschrieben.
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