Archiv der Kategorie: 2 Sterne

Carolyn Scott Kortge – The Spirited Walker

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The Spirited Walker: Fitness Walking For Clarity, Balance, and Spiritual Connection: Guide to Using Your Fitness Walks to Clear Your Mind and Connect with Your Soul

lautet der volle Titel dieses Buches von Carolyn Scott Kortge. Auf meinen Lesestapel gekommen war es, weil ich mich einmal mit den mentalen Auswirkungen des Gehens / Walking / der Bewegung auf den eigenen Füßen (im Gegensatz zu Joggen / Laufen / Rennen) auseinandersetzen wollte.

Und tatsächlich klangen die Reviews bei Amazon.com wie die Kapitelüberschriften in der Leseprobe ganz ansprechend.  Leider war für mich das Buch dann aber doch nicht das, was ich mir gewünscht hatte. The Spirited Walker ist eine bunte Mischung aus einer Anleitung,wie man ein „Walking“- Training angehen soll (das liefern meines Erachtens andere Bücher besser), ein wenig Zen- und Esoterikblabla, und etwas „Einsatz von Mantras“ plus ein paar wohl unvermeidliche „persönliche Erfahrungen“, sowie sogenannte Experten, die ihren Senf dazu abgeben, warum nun Walking so spirituell befreiend sei bzw. wie sie das in ihrer Praxis wahrnehmen.

Alles ganz nett, macht nichts kaputt, bringt für mich aber auch keinen wie auch immer gearteten Erkenntnisgewinn, und da ich mit dem Stil der Autorin einfach nicht warm werde, kann ich das Buch auch nicht weiter empfehlen.

Bewertung: ★★☆☆☆ 

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Hans Kammerlander – Seven Second Summits

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Nach Erlebnissen an den 14 Achttausendern und rund 50 Erstbegehungen hatte Hans Kammerlander ein neues Ziel: die Besteigung der zweithöchsten Gipfel auf den sieben Kontinenten. Sein Projekt der »Seven Second Summits« wurde zu einer Reise um die Welt; vom K2 in Asien, der ihm extrem viel abverlangte, über den Ojos del Salado am Rand der Atacamawüste bis zum Dschungel Neuguineas. Doch dann wurde ausgerechnet der vergleichbar »einfache« Mount Logan in Nordamerika zum Auslöser heftiger Diskussionen – zu einem Zeitpunkt, als der erfahrene Höhenbergsteiger längst entschlossen war, zum Berg des Anstoßes zurückzukehren…

So weit die Verlagsbeschreibung zu Hans Kammerlanders Seven Second Summits: Über Berge um die Welt

Ich habe schon als Kind gern Bergsteigerabenteuer gelesen, und lese bis heute gern so etwas. Das Buch klang also eigentlich super. Eigentlich…

Kammerlander als Zeitgenosse und Wegbegleiter von Reinhold Messner ist mir ein Begriff. Er weiss ganz zweifelsohne, von was er redet, und so ist sein Bericht von der Besteigung der jeweils zweithöchsten Berge der sieben Kontinente auch von seiner Fachkenntnis geprägt, und seiner recht bescheidenen, sich zurücknehmenden Art. Das ist durchaus eine Zier. Leider macht es ihn aber nicht zu einem guten Erzähler.

Meine Irritation mit diesem Buch beginnt bereits damit, dass der Prolog sich ganz ausführlich und eher schnarchnasig der schon auf dem Klappentext erwähnten Vorgeschichte widmet, und auch das erste Kapitel, die Besteigung des K2, zieht sich für mich wie Kaugummi. Nein, das Kapitel erzählt eben nicht sein Abenteuer K2. Stattdessen lässt uns Hans Kammerlander wortreich wissen, warum der K2 so toll und so schwer und so aussergewöhnlich ist und wer sich noch alles dort herumgetrieben hat, er erzählt von seinem ersten Versuch den Berg zu besteigen, von der Topographie, und irgendwann, sehr spät im Kapitel, geht es dann auch tatsächlich, endlich!, um diese letzte, erfolgreiche Besteigung, aber das alles liest sich wie eine Nacherzählung aus einem Schulaufsatz.

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Dave Bruno – The 100 Thing Challenge

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The 100 Thing Challenge: How I Got Rid of Almost Everything, Remade My Life, and Regained My Soul

„The 100 Thing Challenge is a response to the culture of materialism in America, one that has filled our lives with the constant and unsatisfactory desire for „more.“ Dave Bruno offers compelling anecdotes and practical advice to help readers live more meaningfully, simply by casting off the unnecessary „stuff“ that clutters their lives.“

Im Jahr 2008 hat David Michael Bruno eine Krise – und eine Einsicht noch dazu: er hat zu viel Zeugs angehäuft. Etwas, das die meisten Menschen unseres Kulturkreises, die länger als zwei Jahre an einem Ort wohnen, aus eigenem Erleben kennen: Man schaut in den Schrank, auf den Dachboden, in der Keller, und entdeckt Zeug, von dem man nicht mal mehr wusste dass man es hat, oder doch denkt, man könne es ja nochmal brauchen, und nächstes Jahr ganz bestimmt auf diesen Campingtrip in den Himalaya gehen, für den man die Ausrüstung seit 15 Jahren hortet…

Und so beschließt Dave, sein Leben einer Radikalkur zu unterziehen. Gar nicht so einfach, wenn man Vater von drei Kindern ist, ein Haus an der kalifornischen Pazifikküste hat, mit Garage, Schuppen, und und und… sein Ziel: er will seine Besitztümer auf 100 Gegenstände eindampfen, sich von Unnützem trennen. Die 100 ist dabei eine willkürliche Zahl, die er auch schon mal unterschreitet. In The 100 Thing Challenge berichtet er davon, wie es zu der Idee kam, wie er sie umsetzte, und wie sich die damit verbundenen Denkprozesse auf sein Leben auswirkten.

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Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte

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Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte:
Goldene Regeln für gute Ernährung
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von Michael Pollan, illustriert von Maira Kalman

Michael Pollan, den die New York Times einmal als liberal foodie intellectual bezeichnete, ist einem größeren Publikum durch seine beiden Bücher In Defense of Food: An Eater’s Manifesto (deutsch: Lebens-Mittel: Eine Verteidigung gegen die industrielle Nahrung und den Diätenwahn) und The Omnivore’s Dilemma (deutsch: Das Omnivoren-Dilemma: Wie sich die Industrie der Lebensmittel bemächtigte und warum Essen so kompliziert wurde) bekannt. In letzterem befasst er sich ausgiebig mit dem Siegeszug des subventionierten Mais in der amerikanischen und weltweiten Lebensmittelindustrie, und generell kann man ihn wohl als einen der wichtigsten Kritiker der Nahrungsmittelindustrie betrachten.

2009 veröffentlichte er dann Food Rules. An Eater’s Manual, ein handliches Büchlein, das den von der komplizierten Welt der Lebensmittel verwirrten Kunden ein paar einfach zu befolgende Ratschläge an die Hand geben soll, wie sie gesund, umweltschonend und bewußter essen und leben können. Im Kunstmann-Verlag ist soeben die fröhlich-bunt von Maira Kalman illustrierte Sonderausgabe des Büchleins erschienen, als 220 Seiten dickes Hardcover-Buch mit Schutzumschlag.

Credo des Buches ist, wie vielfach im Web zitiert:

Eat food, not too much, mostly plants.

und damit lässt sich auch der größte Teil der Philosophie von Pollan zusammenfassen.

Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, dieses Buch zu mögen, obwohl – oder vielleicht weil – ich mit dem Autor und seinen Thesen (aus anderen Büchern und Kontexten) so meine Probleme habe. Denn im Grunde vertritt Pollan hier all das, was ich selbst auch propagieren würde: esst richtige Nahrung, lasst die Finger von Lebensmittelzusatzstoffen, kocht selbst, kauft euer Essen nicht an der Tankstelle, genießt euer Essen, esst nichts was nicht verderben kann – wobei der Autor bzw. seine Übersetzerin die Leser konsequent-deutsch siezt, was dem Ganzen für mich eine seltsam dozierende Konnotation verleiht.

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Melissa Hershberg – The Rebel Diet

Diät- und Ernährungsratgeber, das gebe ich ganz offen zu, lese ich mittlerweile mit einer gewissen morbiden Faszination. Ansätze, die aus dem Gewohnten ausbrechen, sind da sehr willkommen, und genau das versprach

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The Rebel Diet: Break the Rules, Lose the Weight

zu sein.

Melissa Hershberg ist Medizinerin aus Toronto, die sich auch im Umgang mit Patienten mit dem Abnehmen befaßt. The Rebel Diet verspricht – wie derzeit so gut wie alle Diätbücher – dass diese aber nun eigentlich gar keine Diät sei, sondern eine Anti-Diät – völlig im Gegensatz zu all den sinnlosen Diätbüchern die es bereits gibt. Ein leises janeeisklar macht sich in meinem Hinterkopf breit – deswegen steht ja auch Diet auf dem Titel, nicht wahr?

Faktencheck: 95% aller Diäten scheitern langfristig. d.h. über einen Zeitraum von 5 Jahren hinweg betrachtet – das hat mehr metabolische als soziale oder Willensgründe. Also, so der Schluß, muss man was anders machen als bisher.

Die Regeln des Diäthaltens will sie brechen, und so führt sie die Regeln auch gleich selbst an: Melissa Hershberg – The Rebel Diet weiterlesen

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William Gibson – Spook Country

Der 2. Band der Blue-Ant-Trilogie

William Gibson - Spook Country

William Gibson – Spook Country

Nach dem eher mäßig gelungenen Pattern Recognition legte William Gibson 2007 den zweiten Band einer dreiteiligen Romanserie vor, die sich durch den in allen drei Romanen auftauchenden mysteriösen belgischen Magnaten Hubertus Bigend mit seiner eigenartigen Agentur Blue Ant den Namen Blue-Ant-Trilogie erworben hat.

Doch Spook Country kann mich noch weniger fesseln als Pattern Recognition, und das liegt nicht nur an den zunehmend gewundeneren und schwerer zu lesenden Satzkonstrukten des Autors.

Die Handlung wird in drei miteinander verflochtenen Strängen erzählt – der „Haupt“-Handlungsfaden macht uns mit Hollis Henry bekannt, Ex-Sängerin einer Indie-Band namens The Curfew, und ihrem Ringen um eine Identität als freie Autorin, die außerdem ihren Lebensunterhalt sichern soll. Für ein im Entstehen begriffenes Magazin namens Node, das witzigerweise für diesen Gig bezahlt (das ist wohl der phantastische Teil dieses Romans), soll sie einen Artikel über GPS-basierte „locative art“, eine Art GPS-Koordinaten-verankerte Virtual-Reality-Installationen schreiben, und trifft sich zu diesem Zweck in mondänen Designer-Hotels mit einer französischen Vermittlerin und einem der Künstler. Unnötig zu erwähnen, dass fast alle, auf die sie trifft, selbstredend von der Band gehört haben und Fans sind…

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Bernd Schiller – Zum Tee am Teich der roten Lotosblüten

Kaum eine Insel hat man im Lauf ihrer Geschichte mit schöneren Namen bedacht: Vom Land der Hyazinthen und Rubine schwärmten schon die Reisenden in der Antike, und für Hermann Hesse stand bei seiner Landung in Colombo fest: „Wahrhaftig es ist das Paradies.“ Jahrzehntelang überschattete ein blutiger Kampf zwischen dem Mehrheitsvolk der Singhalesen und der Minderheit der Tamilen das Reiseland. Mittlerweile hat sich das Prinzip Hoffnung durchgesetzt. Sri Lanka schaut voll Optimismus nach vorn, Besucher aus aller Welt genießen die Palmenstrände am Indischen Ozean und stehen wie eh und je staunend vor grandiosen Buddha-Figuren. Bernd Schiller lässt die überwältigende Landschaftsvielfalt, das Neben- und Miteinander der Kulturen und Religionen in Begegnungen und einprägsamen Szenen lebendig werden. Seine Gesprächspartner trifft er in langsamen Eisenbahnen und klapprigen Bussen, auf bunten Märkten und bei nächtlichen Prozessionen voll Magie. Er verliert sich stundenlang in den Labyrinthen der Basare, meditiert in stillen Tempeln oder auch mal bei einem Sundowner auf den Terrassen der alten Kolonialhotels.

So weit die Beschreibung bei Amazon zu

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Bernd Schiller – Zum Tee am Teich der roten Lotusblüten.
Impressionen aus Sri Lanka

2005 erschien die „Lesereise“ des Reisefachjournalisten Bernd Schiller, der, das merkt man seinen Texten an, Sri Lanka sehr genau kennt und schätzt. So sind die Eindrücke der Tsunami-Katastrophe, die die Tropeninsel schwer gebeutelt hat, auch in einigen der Texte naturgemäß recht präsent.

In 16 kurzen Kapiteln (ent-) führt Schiller den Leser in ein für den Europäer fremdartiges Land. Vom Morning Tea, den ein tamilischer Mann im Hotel aufs Zimmer bringt, über die alltägliche Korruption in Colombo, eine Pilgerwanderung auf den Adam’s Peak, Kolonial-Country-Clubs mit Krawattenzwang und Elefanten-Mahouts, über Zugfahrten durch das Inselinnere, Tuktuk-Touren in die Bürgerkriegszone, Deutsche in Sri Lanka („Hesse, Hagenbeck und Hausotter“) bis zu Ayurveda, Curryküche und Teehandel zwischen Hamburg und Ceylon reicht die Bandbreite der kleinen Erzählungen.
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Teri Gault – Shop Smart, Save More

Ein bisschen Geld sparen beim Einkaufen – wer möchte das nicht gerne? Und wir „wissen“ doch alle, dass die großen Supermarktketten mit Tricks arbeiten, um an unser Geld zu kommen, also wäre es nur fair, ein bisschen gegenzusteuern, mit Köpfchen eben. Schlauer einkaufen und dabei mehr Geld sparen, das ist das Versprechen mit dem Teri Gault antritt.

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Shop Smart, Save More: Learn The Grocery Game and Save Hundreds of Dollars a Month

Dass ich „hunderte“ Dollar würde sparen können, habe ich von Anfang an bezweifelt, das gäbe mein Budget gar nicht her, Teri Gault geht von einer US-amerikanischen Familie mit zwei Kindern aus, die ihren ganzen Krempel in den großen Supermärkten kauft, und sich, gelinde gesagt, an der amerikanischen Standard-Diät orientiert.

Das Buch besteht aus drei Abschnitten.

Im ersten Abschnitt geht es um Couponing, und hier merkt man auch sofort, warum das Buch für den europäischen Markt und insbesondere im Einsatz in Deutschland nutzlos ist. Zwar beginnen auch bei uns die großen Marken langsam damit, Coupons anzubieten, also Schnipsel für die man dann irgendwas mit Rabatt kaufen kann, aber mit dem nordamerikanischen Supermarktgeschäft ist das hier absolut nicht vergleichbar. Von Zwei-für-eins-Angeboten (die uns in Kanada massenhaft begegneten), über das ‚doubling up‘, bei dem Supermarktketten bis zu bestimmten Warenwerten den Wert eines Gutscheins nochmal verdoppeln, Super-Sales unter dem Einkaufspreis (in UK zulässig, in D zumindest auf dem Papier vom Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb weitestgehend verboten), bis hin zu den massenhaften Coupons für Marken- wie Nichtmarkenware reicht das Angebot.

Teri Gault, bekannt für ihre Website The Grocery Game, auf der die neuesten Coupons zu finden sind (und die eine kleine Abogebühr verlangt), legt hier das große Einmaleins des Einkaufens mit Coupons vor, von der Couponorganisation bis zum angewandten Kopfrechnen nach Grundpreisen.
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