Archiv der Kategorie: Sachbuch

Adrienne Hall – A Journey North

Im Jahr 1997 – also vor rund 20 Jahren – lief Adrienne Hall den Appalachian Trail, und im Jahr 2000 erschien dieses Buch darüber.

Der volle Titel:

A Journey North: One Woman’s Story of Hiking the Appalachian Trail

ist allerdings gleich in zweifacher Hinsicht irreführend.

Zum einen wandert Hall den Trail nicht allein, sondern mit ihrem langjährigen Partner und späteren Ehemann, was eine vollkommen andere Dynamik ergibt. Bei „One Woman“ erwarten viele Leser, mich eingeschlossen, dass hier ein Solo-Hike beschrieben wird, einschließlich der Erfahrungen, die eine Frau allein eben auf so einem an die Grenzen gehenden Trip macht.

Aber auch ein Wanderbericht eines Paares kann durchaus erhellend sein – und da greift die zweite Enttäuschung. Denn das Buch, so interessant es auch in anderer Hinsicht ist, ist nur sehr am Rande eine Wanderbeschreibung.

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Annemarie Lutz – Altrahlstedt an der Rahlau

Auf der Suche nach etwas Lokalgeschichte blieb ich in der Stadtteilbibliothek an diesem Buch hängen.

Altrahlstedt an der Rahlau: Heimatgeschichtliche Betrachtungen aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts

Altrahlstedt an der Rahlau

Rahlstedt, das Dorf an der Rahlau, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Villenvorort für reiche Hamburger Kaufleute, und das sieht man teilweise auch heute noch an der Bebauung. Aus der 1920 aus verschiedenen Orten zusammengeschlossenen preußischen Gemeinde Rahlstedt wurde dann – wie bei so vielen Teilen Hamburgs – mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 ein Stadtteil Hamburgs.

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Sir Roger Moore – Bond on Bond (Hörbuch)

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Eigentlich,  verrät uns Sir Roger Moore im besten Cocktailstunden-Plauderton, habe er ja nicht wirklich Ahnung vom Thema Bond, aber er habe sich ein wenig schlau gemacht…

Ein Hauch britisches Understatement, eine kräftige Dosis trockener Selbstironie, und sehr viel höflicher, gediegener, eleganter Gentleman – das war der Bond, den Roger Moore stets verkörpert hat. Und genau so führt der Mime in diesem Buch, das er für die Hörbuchfassung erfreulicherweise auch selbst spricht, den Leser / Zuhörer durch mehrere Jahrzehnte James-Bond-Filmgeschichte.

Sir Roger Moore: Bond on Bond

Ein Stück weit ist es (natürlich)  Biographie von Roger Moore, aber auch die anderen Darsteller von Connery bis zu Craig (von dem Bond nach Skyfall sagte „He owns Bond now.“) finden ausreichend Raum.

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Carolyn Scott Kortge – The Spirited Walker

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The Spirited Walker: Fitness Walking For Clarity, Balance, and Spiritual Connection: Guide to Using Your Fitness Walks to Clear Your Mind and Connect with Your Soul

lautet der volle Titel dieses Buches von Carolyn Scott Kortge. Auf meinen Lesestapel gekommen war es, weil ich mich einmal mit den mentalen Auswirkungen des Gehens / Walking / der Bewegung auf den eigenen Füßen (im Gegensatz zu Joggen / Laufen / Rennen) auseinandersetzen wollte.

Und tatsächlich klangen die Reviews bei Amazon.com wie die Kapitelüberschriften in der Leseprobe ganz ansprechend.  Leider war für mich das Buch dann aber doch nicht das, was ich mir gewünscht hatte. The Spirited Walker ist eine bunte Mischung aus einer Anleitung,wie man ein „Walking“- Training angehen soll (das liefern meines Erachtens andere Bücher besser), ein wenig Zen- und Esoterikblabla, und etwas „Einsatz von Mantras“ plus ein paar wohl unvermeidliche „persönliche Erfahrungen“, sowie sogenannte Experten, die ihren Senf dazu abgeben, warum nun Walking so spirituell befreiend sei bzw. wie sie das in ihrer Praxis wahrnehmen.

Alles ganz nett, macht nichts kaputt, bringt für mich aber auch keinen wie auch immer gearteten Erkenntnisgewinn, und da ich mit dem Stil der Autorin einfach nicht warm werde, kann ich das Buch auch nicht weiter empfehlen.

Bewertung: ★★☆☆☆ 

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Dave Bruno – The 100 Thing Challenge

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The 100 Thing Challenge: How I Got Rid of Almost Everything, Remade My Life, and Regained My Soul

„The 100 Thing Challenge is a response to the culture of materialism in America, one that has filled our lives with the constant and unsatisfactory desire for „more.“ Dave Bruno offers compelling anecdotes and practical advice to help readers live more meaningfully, simply by casting off the unnecessary „stuff“ that clutters their lives.“

Im Jahr 2008 hat David Michael Bruno eine Krise – und eine Einsicht noch dazu: er hat zu viel Zeugs angehäuft. Etwas, das die meisten Menschen unseres Kulturkreises, die länger als zwei Jahre an einem Ort wohnen, aus eigenem Erleben kennen: Man schaut in den Schrank, auf den Dachboden, in der Keller, und entdeckt Zeug, von dem man nicht mal mehr wusste dass man es hat, oder doch denkt, man könne es ja nochmal brauchen, und nächstes Jahr ganz bestimmt auf diesen Campingtrip in den Himalaya gehen, für den man die Ausrüstung seit 15 Jahren hortet…

Und so beschließt Dave, sein Leben einer Radikalkur zu unterziehen. Gar nicht so einfach, wenn man Vater von drei Kindern ist, ein Haus an der kalifornischen Pazifikküste hat, mit Garage, Schuppen, und und und… sein Ziel: er will seine Besitztümer auf 100 Gegenstände eindampfen, sich von Unnützem trennen. Die 100 ist dabei eine willkürliche Zahl, die er auch schon mal unterschreitet. In The 100 Thing Challenge berichtet er davon, wie es zu der Idee kam, wie er sie umsetzte, und wie sich die damit verbundenen Denkprozesse auf sein Leben auswirkten.

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Rolf A. Becker – Der Krimi, unser täglich Brot

Rolf Becker, Erfinder von „Dickie Dick Dickens„, nimmt in diesem kurzweiligen Bändchen die Krimiwelt unter die Lupe. Von den Anfängen bei Edgar Allan Poe und Sir Arthur Conan Doyle bis zur modernen Krimiserie im TV analysiert der Krimispezialist die ganze Welt von Mord und Spannung.

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Rolf A. Becker – Der Krimi, unser täglich Brot
Eine satirische Betrachtung über Krimis

Mehr als den Kriminalroman aber, der vor allem zur Erläuterung der Grundtypen des Krimis dient – der Wer-War’s-Krimi, der auf die intellektuelle Lösung des Problems setzt, und der Action-Krimi, in dem es um eine schnell voranschreitende und dadurch Spannung erzeugende Handlung geht – nimmt der langjährige Rundfunk- und Fernsehautor das filmische Krimi-Geschehen unter die Lupe.

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Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte

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Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte:
Goldene Regeln für gute Ernährung
,
von Michael Pollan, illustriert von Maira Kalman

Michael Pollan, den die New York Times einmal als liberal foodie intellectual bezeichnete, ist einem größeren Publikum durch seine beiden Bücher In Defense of Food: An Eater’s Manifesto (deutsch: Lebens-Mittel: Eine Verteidigung gegen die industrielle Nahrung und den Diätenwahn) und The Omnivore’s Dilemma (deutsch: Das Omnivoren-Dilemma: Wie sich die Industrie der Lebensmittel bemächtigte und warum Essen so kompliziert wurde) bekannt. In letzterem befasst er sich ausgiebig mit dem Siegeszug des subventionierten Mais in der amerikanischen und weltweiten Lebensmittelindustrie, und generell kann man ihn wohl als einen der wichtigsten Kritiker der Nahrungsmittelindustrie betrachten.

2009 veröffentlichte er dann Food Rules. An Eater’s Manual, ein handliches Büchlein, das den von der komplizierten Welt der Lebensmittel verwirrten Kunden ein paar einfach zu befolgende Ratschläge an die Hand geben soll, wie sie gesund, umweltschonend und bewußter essen und leben können. Im Kunstmann-Verlag ist soeben die fröhlich-bunt von Maira Kalman illustrierte Sonderausgabe des Büchleins erschienen, als 220 Seiten dickes Hardcover-Buch mit Schutzumschlag.

Credo des Buches ist, wie vielfach im Web zitiert:

Eat food, not too much, mostly plants.

und damit lässt sich auch der größte Teil der Philosophie von Pollan zusammenfassen.

Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, dieses Buch zu mögen, obwohl – oder vielleicht weil – ich mit dem Autor und seinen Thesen (aus anderen Büchern und Kontexten) so meine Probleme habe. Denn im Grunde vertritt Pollan hier all das, was ich selbst auch propagieren würde: esst richtige Nahrung, lasst die Finger von Lebensmittelzusatzstoffen, kocht selbst, kauft euer Essen nicht an der Tankstelle, genießt euer Essen, esst nichts was nicht verderben kann – wobei der Autor bzw. seine Übersetzerin die Leser konsequent-deutsch siezt, was dem Ganzen für mich eine seltsam dozierende Konnotation verleiht.

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J. S. McDougall – tweetsmart

tweetsmart

J. S. McDougall – #tweetsmart: 25 Twitter Projects to Help You Build Your Community

Ein Buch über Twitter, noch dazu von O’Reilly, das muss ja cool sein. Oder?

„OK. I’ve got my Twitter account…now what can I do with it?“ Sound familiar? #tweetsmart provides the answer with 25 creative projects to help your business, cause, or organization grow. But this isn’t just another social media marketing book-it’s the anti-marketing how-to community-engagement book.

verspricht der Klappentext dem willigen Käufer. Klingt erst mal super; man beachte aber schon mal zur Vorsicht den Hinweis auf „business, cause or organization“ – denn zumindest an eine Zielgruppe richtet sich dieses Buch eigentlich nicht: die Einzelperson, den Selbstständigen, der seine Marke, seinen brand positionieren und stärken möchte.

Die Einleitung erzählt eine hübsche kleine Geschichte aus dem Leben des Autors, die sehr nachdrücklich transportiert, wie „echt“, wertvoll und authentisch die seltsame Kommunikation mit wildfremden Menschen selbst mit beschränkten Mitteln (wie z.B. 140 Zeichen) im Leben eines Menschen sein kann, wie bedeutungsvoll und das aus einer Prä-Internet-Perspektive. Das macht Spaß und setzt einen Erwartungsrahmen, der allerdings etwas ganz anderes beinhaltet als das Buch tatsächlich abliefert.

Der Untertitel des Buches lautet

25 Twitter Projects to Help you Build Your Community

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