Archiv der Kategorie: Fantasy

Terry Pratchett – Der Fünfte Elefant (Hörbuch)

Der 24. Scheibenwelt-Roman

Terry Pratchett – Der Fünfte Elefant
gesprochen von Dirk Bach

Das Buch

Sam Mumm wird von Lord Vetinari in seiner Eigenschaft als Herzog von Ankh zu einer Königskrönung nach Überwald entsandt. Angeblich „als Urlaub“. Lady Sybil, deutlich besser in Sachen Diplomatie tauglich als ihr Gemahl, reist ebenfalls mit, sowie ein Troll und ein Zwerg (Grinsi Kleinpo).  Feldwebel Angua, die ebenfalls mit von der Partie sein sollte, ist verschollen. Also begibt sich Mumm mitsamt einem von Vetinari ausgewählten „Berater“ auf den Weg in das Land, in dem Zwerge, Trolle, Werwölfe und Vampire in einer seltsamen Art Duldung gemeinsam existieren, und gerät natürlich mitten in ein Schlamassel aus Morden und Verschwörung. Zu allem Überfluss wurde die Steinsemmel gestohlen, eine uralte Königsinsignie der Zwergenwelt. Es stellt sich heraus, dass die Werwölfe, die wohl nicht ganz zufällig an eine blonde Herrenrasse mit einer Vorliebe für Schäferhunde erinnern, einen Putsch geplant haben, und es liegt an Mumm, diesen zu stoppen und die Steinsemmel wiederzufinden – dummerweise findet er sich aber plötzlich als Mordverdächtiger im Knast und muss fliehen…

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Terry Pratchett – Steife Prise (Hörbuch)

Der 39. Scheibenwelt-Roman


Steife Prise: Ein Scheibenwelt-Roman
gelesen von Jens Wawrczeck

Das Buch

Grausam ist das Leben zu Samuel Mumm, Kommandeur der Stadtwache von Ankh-Morpork: Seine liebende Ehefrau Lady Sybil hat sich mit Lord Vetinari gegen ihn verbündet und ihn zu zwei Wochen Landurlaub auf dem hochherrschaftlichen Familiensitz verdonnert. Für Sam, den überzeugten Stadtbewohner, der zudem jede Form von Untätigkeit hasst, ist das die Hölle auf Erden. Doch zum Glück bewahrheitet sich bald die Regel: wo ein Cop, da auch ein Verbrechen. Schon steckt Sam auf dem ach so idyllischen Lande bis zum Hals in der Aufklärung gleich mehrerer Missetaten: von Drogenschmuggel bis Sklavenhandel. Wilde Fluss-Verfolgungsjagden inklusive …

Soweit der Klappentext bzw. Begleittext bei Amazon zu diesem Buch.
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Walter Moers – Der Schrecksenmeister

Der fünfte Roman aus Zamonien.

Bereits im vergangenen Jahr habe ich

schrecksenmeister

Der Schrecksenmeister, von Walter Moers

gelesen. Wie auch bei anderen Werken aus Moers‘ Zamonien-Reihe gibt er vor, hier nur als Übersetzer von Hildegunst von Mythenmetz zu fungieren, und erzählt die Geschichte von Echo, dem Krätzchen, das halb verhungert auf den Schrecksenmeister Eißpin trifft, der ihm einen Deal anbietet: Eißpin wird es mit den feinsten Delikatessen mästen, wenn das Krätzchen – eine intelligente und sprechende Katze – ihm am Ende einer fest gesetzten Frist dafür seinen Körper verkauft.

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Terry Pratchett – Schöne Scheine (Hörbuch)

Der 36. Scheibenwelt-Roman

schoenescheine.cd

Bereits in meiner Rezension zum englischsprachigen Original dieses Buches, Making Money, habe ich den Inhalt wiedergegeben:

Moist von Lipwig langweilt sich gnadenlos. Das Postamt läuft erfolgreich, auf seinem Schreibtisch häuft sich langweiliger bürokratischer Papierkram stapelweise, und nur um in Form zu bleiben bricht der Postmaster General auch schon mal in alle Räume des Postamts ein oder hangelt sich am Gemäuer entlang. Das ist einfach kein Dasein für einen gewieften Gauner.

Abhilfe scheint zu nahen in Form von Lord Vetinari, der wieder einmal ganz eigene Pläne verfolgt – er sucht jemanden, der das marode Bankwesen einschließlich der Münzprägerei auf Vordermann bringt. Doch Moist lehnt nach einer Begehung der Bank ab, und schnell – viel zu schnell – zückt der Patrizier ein Schriftstück, in dem Moist genau das schriftlich bestätigen darf. Schon bald wird auch klar warum – er will Gerüchten vorbeugen, er wolle die (private) Royal Bank of Ankh-Morpork verstaatlichen.

Und kaum ist ein Tag vergangen, da erhält von Lipwig Besuch von einem Anwalt – die in der Nacht verstorbene Erbin von 50 Prozent der Bank, Topsy Lavish, hat ihm ihren Hund (Halter von 1 Prozent der Bankanteile und traditionell der Vorstandsvorsitzende der Bank) vererbt – und dem Hund ihre 50 Prozent, was zu der absurden Situation führt dass Moist von Lipwig nun der Besitzer des Mehrheitsanteilseigners der Bank ist – und sich damit nicht nur um die Geschicke der Bank kümmern, sondern auch die begierige reiche Sippe der Lavishes daran hindern muss, ihm oder dem Hund den Garaus zu machen, da sonst das gesamte Vermögen an diese zurückfällt.

Während Adora Belle, Lipwigs Verlobte, im Sand des Königreichs der Zwerge nach ganz besonderen Schätzen gräbt, erfindet Moist – nicht ohne gewisse Widerstände aus dem wie geölt laufenden Bankwesen – kurzerhand das Papiergeld und das Bankwesen neu. Blöderweise muss er dafür einen Verbrecher (die Geschichte scheint sich zu wiederholen) vor dem Strang retten, also einen Ausbruch organisieren, und endlich blüht der Mann aus Uberwald so richtig auf. Unterdes versucht Cosmo Lavish, einer der Lavish-Nachfahren, sich in Vetinari zu verwandeln…

Absehbar war, dass in der deutschsprachigen Fassung viele der Wortspielereien verloren gehen würden. Dennoch macht

Schöne Scheine, von Terry Pratchett

auch in der Hörbuchfassung auf CD und auf Deutsch ungeheuren Spaß – und das liegt an Boris Aljinovic, bei dessen Vortrag die schrägen Charaktere dieses Buches zu ausgesprochen lebendigen Personen werden. Über die Qualität der Übersetzung von Bernhard Kempen kann man sehr geteilter Meinung sein, ich fand sie an vielen Stellen holprig, aber das ging mir bei Brandhorst ähnlich, und vermutlich merkt man bei dieser auf 5 CDs Umfang gekürzten Lesung die wirklich schwierigen Abschnitte (Namens-Gags mal ausgenommen) auch nicht so stark. Auf die Untermalung der „inszenierten Lesung“ mit Musik hätte ich dagegen gut verzichten können.

Das 367 Minuten dauernde Hörbuch hat uns auf einer langen Autofahrt sehr angenehm begleitet und war ein kurzweiliges Hörbuchvergnügen, das ich nur empfehlen kann.

Bewertung: ★★★★★ 

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Karen Miller – The Awakened Mage

Der zweite Teil von Karen Millers Kingmaker, Kingbreaker-Serie.

Als ich den ersten Teil dieses Buches, The Innocent Mage, las, war ich mir nicht sicher ob ich mir einen zweiten Teil antun sollte. Aber dann fand

awakenedmage

Karen Miller – The Awakened Mage
Kingmaker, Kingbreaker Book 2

doch seinen Weg auf meinen Lesestapel, schließlich will man bei so angefangenen Sachen ja irgendwie doch wissen, wie sie ausgehen.

Um es kurz zu machen: es lohnt sich nicht wirklich, dieses Buch zu lesen. Die Handlung um Asher aus Restharven, den Fischermann aus dem einfachen Volke (hier: die Olken) und eine elfengleiche Spezies von „Adligen“, die Doranen, und ihren König, sowie den weit zurück liegenden magischen Krieg zwischen Barl und Morg, der die Hintergrundgeschichte für das Ganze bildet, gehen in einem Wust von mysteriösen Andeutungen und klischeebehafteter Langeweile unter.
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Walter Moers – Die Stadt der Träumenden Bücher (Hörbuch)

traeumendebuecher

Walter Moers – Die Stadt der Träumenden Bücher (Hörbuch)
vorgetragen von Dirk Bach.
Ungekürzte Fassung.

Der vierte Roman aus Zamonien.

Das Buch

„Eine Übersetzung aus dem Zamonischen“ nennt Walter Moers sein Werk, das die Geschichte einer Suche erzählt. Der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz begibt sich auf eine Grand Tour, nachdem sein Dichtpate, Danzelot von Silbendrechsler, verstorben ist und ihm ein recht eigenartiges Erbe hinterlassen hat: einen Text, welcher von solcher Schönheit und sprachlichen Perfektion ist, dass alles andere dagegen verblassen muss. Dummerweise ist der Verfasser des Textes unbekannt, das einzige was Hildegunst weiss, ist, dass sich der Unbekannte auf Anraten von Danzelot nach Buchhaim begeben hat – in die Stadt der Bücher.

Buchhaim ist das Zentrum des zamonischen Bücherschaffens – hier leben Dichter, Agenten und Verleger, hier findet der Literaturbetrieb in all seiner Schönheit und Schrecklichkeit statt. Die Suche nach dem unbekannten Dichter führt den Lindwurm in abgewrackte Kaschemmen und finstere Antiquariate, die von mythischen Fabelwesen geleitet werden, zu Literaturlesungen und einem Platz voller vergessener Dichter, sowie in ein Nebelheimer Trompaunenkonzert, welches eine sehr weitreichende Wirkung (nicht nur) auf den Protagonisten hat.

Schliesslich aber landet Hildegunst auf verschlungenen Pfaden in der Unterwelt Buchhaims, in der düsteren Welt von Bücherjägern und Quallenfackeln, den gefährlichen Buchlingen, den Katakomben und tiefen Abgründen der Buchkultur Zamoniens, mithin in der Welt des Schattenkönigs. Wird Hildegunst seinen vermissten Dichter finden? Oder jemals wieder das Tageslicht erblicken?
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Terry Pratchett – Der Winterschmied (Hörbuch)

Der 35. Scheibenwelt-Roman

Der Winterschmied ist das dritte Buch einer auf der Scheibenwelt angesiedelten Jugendbuchreihe von Terry Pratchett rund um die werdende Hexe Tiffany Weh (im Original Tiffany Aching). Ich kannte keinen der Romane zuvor, das ist aber auch nicht nötig, um an

winterschmied

Terry Pratchett: Der Winterschmied
Hörbuch (5 CD)

Gelesen von Boris Aljinovic

einen Riesenspass zu haben.

Tiffany ist in Hexenausbildung bei Fräulein Verrat, einer Hexe die rund 100 Jahre älter ist als sie, und bei all ihren Schrullen höchst respektiert. Eines schönen Tages nimmt Fräulein Verrat Tiffany mit zu einem Morisken-Tanz, einer ausgesprochen ernsten Angelegenheit, denn bei diesem Tanz wird traditionell (und irgendwie magisch) der Wechsel vom Winter zum Sommer eingeleitet.

Die alte Hexe warnt ihre Schülerin, weder hinzusehen noch sich zu bewegen. Doch Tiffany kann nicht anders als hinsehen, lässt sich von einem unerklärlichen und unvernünftigen Drang treiben, mitten in den Tanz hineinzuspringen und mitzutanzen – mit dem Ergebnis, dass der Winterschmied, die Urgewalt, die für Schnee, Eis, Kälte und den Winter an sich zuständig ist, sich in sie verliebt.

Fortan fallen Millionen Schneeflocken in der Gestalt von Tiffany, der das alles unglaublich peinlich ist – das wäre nicht weiter schlimm, aber ein menschlicher Teenager ist nicht der passende Partner für einen Quasi-Gott, der noch nie zuvor Gefühle empfunden hat. Und während die Scheibenwelt in einem ewigen, alles erstickenden Winter zu versinken droht, und Eisberge in Gestalt von Tiffany den Schiffsverkehr lahmlegen, verwandelt sich Tiffany langsam in ein Abbild der Sommerfrau, der Gegengewalt zum Winterschmied, der seinerseits alles unternimmt, um menschlicher zu werden, um der Angebeteten näher zu sein.

Mit von der Partie sind – natürlich – die „Kleinen Grössten Männer“, die persönliche blaue Schutztruppe von Gnomen rund um Rob Irgendwer, die Tiffany niemals ganz aus den Augen lassen, eine Menge Hexen – darunter Nanny Ogg und Granny Weatherwax, die selbstredend mal wieder eine ganz eigene Agenda verfolgt – und haufenweise fröhliche ausgelassene Wortspielereien und fantastische irrwitzige Ideen. Und so ziehen die ‚Grössten‘ los, einen Helden ausfindig zu machen, weil nur ein Held die verfahrene Situation mit der Sommerfrau lösen kann, überqueren den Fluss der Toten, gehen dabei dem Fährmann gehörig auf den Wecker, während Nanny Ogg in einer unerwarteten Hühnerschwemme steckt, und Tiffany eine Menge darüber lernt wie die Magie der Scheibenwelt funktioniert und was eine Hexe – und einen Menschen – wirklich ausmacht.

Das alles wäre für sich genommen schon recht heiter und vergnüglich – wie Boris Alijnovic auf diesen 5 CDs aber die einzelnen Charaktere und sogar auftretenden Geräusche stimmlich zu sprühenden Leben erweckt, ist das Tüpfelchen auf dem i.

Ein eher leichtfüssig gehaltener, dennoch tiefgründiger Hexen-Roman von der Scheibenwelt, der als Hörbuch für besonders gute Laune sorgt – sehr gut gelungen!

Bewertung: ★★★★★ 

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The Tough Guide to Fantasyland

Der Rückeinband von
fantasyland

Diana Wynne Jones – The Tough Guide to Fantasyland

zitiert Terry Pratchett mit den Worten

„An indipensable guide for anyone stuck in the realms of fantasy without a magic sword to call their own.“

Und in der Tat könnte man das kleine, handliche, erfreulicherweise als Hardcover vorliegende Buch auch als „rough guide“ der Fantasy bezeichnen. Diana Wynne Jones hat auf sehr humoreske Art ein A-Z der gängigsten Fantasy-Klischees erstellt, das nicht nur als grossartige Satire auf das Genre und seine Stereotypen dient, bei der man als Fan der Sword-and-Sorcery-Literatur oft schmunzeln, manchmal auch laut lachen muss, sondern die auch hervorragend als Nachschlagewerk und Inspirationsquelle für Fantasy-Autoren einsetzbar ist.

Ein Beispiel:

Inland Sea. There is always one of these somewhere around the midpoint of the continent. Tourists must expect to have to embark upon it at some stage in the Tour. It has Pirates, but few or no Sea Monsters. Because it is shallower than the Outer Ocean, voyaging on it will be very choppy. Also, maybe because the land is all round it, it is extremely susceptible to both normal Storms and Storm Control. Expect a miserable voyage ending in capture and enslavement, or in shipwreck, or at the very least a frantic race in which your Magic User tries to keep your Ship ahead of the pursuit.

Ob Kleidung, Magier, Waffen, Insekten oder Reisegefährten, Händler, Köche, Tavernen oder Regierungsformen, Elfen, Magietypen, Tempel oder Sprüche – alle wichtigen Elemente eines Fantasyromans finden Erwähnung und werden auf den Punkt seziert und erläutert.

Quer durch die bekannte Autorenwelt ziehen sich die Gags, da bekommt (natürlich) Tolkien ebenso sein Fett weg wie Pratchett und die Vielzahl all der anderen Autoren, und bei manchen Punkten nickt man nur wissend oder auch ein bisschen genervt ob der Stereotypen die das Genre so mit sich bringt.

Genau hier liegt aber auch für Autoren die Stärke dieses Buchs – zum einen taugt es als Referenz, um sich nicht zu weit von den liebgewonnenen Themenbereichen und Lesegewohnheiten des Publikums zu entfernen, wenn man sich an die Erschaffung eines neuen Abenteuers macht, und somit mehr oder weniger innerhalb der etablierten (verkaufbaren) Grenzen des Genres zu bleiben. Gleichzeitig zeigen die Texte besonders da, wo man sich wieder mal ungläubig grinsend an den Kopf schlägt, Bereiche auf, in denen man eigene Ideen einbringen und das Universum der Fantasy bereichern oder erweitern kann – und das auch noch mit viel Spaß beim Lesen.

Ein ebenso vergnügliches wie für Autoren und vermutlich auch LARPer nützliches kleines Buch, welches man als Freund der Fantasy immer wieder gern zu Hand nimmt.

Bewertung: ★★★★★ 

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