Archiv der Kategorie: S

John Sandford – The Fool’s Run

Der 1. Roman der Kidd-Reihe

Wie einige andere Fans von John Sandford hatte ich das Glück, aus der Kidd-Reihe zuerst The Empress File zu lesen, obwohl es sich dabei um den zweiten Roman der Reihe handelt, denn

foodlsrun

John Sandford – The Fool’s Run

erschien ursprünglich unter dem „realen“ Namen des Autos, John Camp, und wurde erst später als Sandford-Titel nochmal veröffentlicht.

The Empress File ist ein fabelhafter Krimi, mit viel Augenzwinkern und schrägen, aber liebenswerten Charakteren mit Moral, auch wenn sie Kriminelle sind. In The Fool’s Run dagegen sind die beiden Hauptdarsteller, Kidd und LuEllen, deutlich amoralischer. Das ist per se erst mal nicht schlecht – ich muss einen Charakter nicht „mögen“ oder seine Handlungsweise für richtig erachten, um ihn als Charakter gelungen zu finden; die Grenzen verwischen aber doch stark – vor allem aber sind die Figuren in diesem ersten Roman noch relativ unrund, und ich bezweifle, dass ich basierend darauf den zweiten Roman hätte lesen wollen.

Die Story:

Kidd, ein Vietnam-Veteran, ist ein Hacker der ersten Generation, außerdem ein bekannter Landschaftsmaler, und, weniger bekannt, in dieser Eigenschaft auch auf illegalen Pfaden unterwegs, ausserdem hat er ein Faible für das Tarot, obwohl er angeblich nicht daran glaubt. Am liebsten arbeitet er, wie viele Nerds, allein, aber manchmal benötigt er für einen Job die Hilfe anderer. Und so begibt es sich, dass er – als ihm ein lukrativer Auftrag hereinschneit – auf die Dienste der koksenden Einbrecherin LuEllen zurückgreift , mit der er eine on/off-Beziehung führt, da sie beide nicht der Typ für Partnerschaften sind. Mit im Team sind darüber hinaus ein abgehalfterter Journalist namens Dace, und die seltsame Assistentin seines Auftraggebers, Maggie.
John Sandford – The Fool’s Run weiterlesen

Mehr Lesefutter:

Bernd Schiller – Zum Tee am Teich der roten Lotosblüten

Kaum eine Insel hat man im Lauf ihrer Geschichte mit schöneren Namen bedacht: Vom Land der Hyazinthen und Rubine schwärmten schon die Reisenden in der Antike, und für Hermann Hesse stand bei seiner Landung in Colombo fest: „Wahrhaftig es ist das Paradies.“ Jahrzehntelang überschattete ein blutiger Kampf zwischen dem Mehrheitsvolk der Singhalesen und der Minderheit der Tamilen das Reiseland. Mittlerweile hat sich das Prinzip Hoffnung durchgesetzt. Sri Lanka schaut voll Optimismus nach vorn, Besucher aus aller Welt genießen die Palmenstrände am Indischen Ozean und stehen wie eh und je staunend vor grandiosen Buddha-Figuren. Bernd Schiller lässt die überwältigende Landschaftsvielfalt, das Neben- und Miteinander der Kulturen und Religionen in Begegnungen und einprägsamen Szenen lebendig werden. Seine Gesprächspartner trifft er in langsamen Eisenbahnen und klapprigen Bussen, auf bunten Märkten und bei nächtlichen Prozessionen voll Magie. Er verliert sich stundenlang in den Labyrinthen der Basare, meditiert in stillen Tempeln oder auch mal bei einem Sundowner auf den Terrassen der alten Kolonialhotels.

So weit die Beschreibung bei Amazon zu

lotusblueten

Bernd Schiller – Zum Tee am Teich der roten Lotusblüten.
Impressionen aus Sri Lanka

2005 erschien die „Lesereise“ des Reisefachjournalisten Bernd Schiller, der, das merkt man seinen Texten an, Sri Lanka sehr genau kennt und schätzt. So sind die Eindrücke der Tsunami-Katastrophe, die die Tropeninsel schwer gebeutelt hat, auch in einigen der Texte naturgemäß recht präsent.

In 16 kurzen Kapiteln (ent-) führt Schiller den Leser in ein für den Europäer fremdartiges Land. Vom Morning Tea, den ein tamilischer Mann im Hotel aufs Zimmer bringt, über die alltägliche Korruption in Colombo, eine Pilgerwanderung auf den Adam’s Peak, Kolonial-Country-Clubs mit Krawattenzwang und Elefanten-Mahouts, über Zugfahrten durch das Inselinnere, Tuktuk-Touren in die Bürgerkriegszone, Deutsche in Sri Lanka („Hesse, Hagenbeck und Hausotter“) bis zu Ayurveda, Curryküche und Teehandel zwischen Hamburg und Ceylon reicht die Bandbreite der kleinen Erzählungen.
Bernd Schiller – Zum Tee am Teich der roten Lotosblüten weiterlesen

Mehr Lesefutter:

The Unofficial Guide to Las Vegas 2012

In der Planungsphase für einen ausgedehnten USA-Urlaub mit einem (kurzen) Stop in Vegas habe ich mir

unofficiallv

The Unofficial Guide to Las Vegas 2012

vorgenommen und ausführlich darin gelesen.

Laut dem Rückeinband bietet dieses Buch

Five Great Features and Benefits offered ONLY by The Unofficial Guide:

    * Over 100 hotels and casinos rated and ranked — the most offered by any guidebook — plus proven strategies for getting the best rate
    * Complete detailed descriptions of each casino and casino hotel
    * In-depth critical reviews of Las Vegas‘ 55 best shows and 30 top nightspots — the most offered by any guidebook
    * Detailed reviews of more than 70 restaurants — a complete dining guide within the guide, plus the best buffets rated and ranked
    * Fifty pages of gambling tips from how to play, recognize sucker games, and cut the house advantage to the bone

Tatsächlich stellt das Buch – nach den üblichen Standardinfos zu Anreise mit dem Auto, Flugzeug, Mietwagenbuchung – so ziemlich jedes Hotel in Vegas vor, und die eingearbeiteten „comparison charts“ (Listen mit Features und Lage und Preisen) sind auch sehr gut aufbereitet. Dass Vegas eine Kongressstadt ist, macht man sich als Gelegenheitsbesucher vielleicht nicht so klar, aber einige der größten Conventions der USA werden hier abgehalten, und so ist eine Übersicht, von welchen Hotels man wie lang zum Kongresszentrum braucht, für solche Besucher bestimmt eine gute Hilfe bei der Auswahl des Hotels, sofern sie darauf einen Einfluß haben.

Ich fand Tipps wie: „benutze die Monorail nicht wenn du unter 1 Meile zu laufen hast, weil der Weg zur Station hinter den Hotels länger ist als direkt zu laufen“ nützlicher für meine Zwecke.

Ein Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis
The Unofficial Guide to Las Vegas 2012 weiterlesen

Mehr Lesefutter:

Sarah Silk – Real Rough Sex: Volume 1

Als kostenloses Buch von Amazon schaffte es

realroughsex

Real Rough Sex: Volume 1

auf meinen Kindle.

Kostenlos war für dieses (Mach-) Werk, welches derzeit für 2,68€ angeboten wird, aber noch zu teuer. Für das Lesen dieser Kurzgeschichten müsste man Schmerzensgeld bekommen: Wirklich schlecht geschriebene, im Präsens gehaltene kurze Texte, die sich wie der adjektivangereicherte Samenerguß eines Billigstpornoproduzenten ohne jegliche Fantasie lesen, und bei denen man nach wenigen Sätzen einfach nur noch wegklicken mag – das ist alles andere als ein erotisches Lesevergnügen. Das Alt.Sex.Stories Text Repository ist im Vergleich ein sternenfunkelnder Fundus erotischen Literaturschaffens, und dazu noch kostenlos.

Verdient null Sterne.

Bewertung: ½☆☆☆☆ 

Mehr Lesefutter:

Nigel Slater – Halbe Portion

Nigel Slater gehört zu den wohl bekanntesten (Fernseh-) Köchen Englands, und schreibt auch regelmäßig für den Observer. Aus einer Kolumne für das Blatt entstand die Idee zu einer Art Autobiografie, die im Englischen Original den Titel Toast: The Story of A Boy’s Hunger trägt.

Warum daraus im Deutschen

halbeportion

Nigel Slater: Halbe Portion
Wie ich lernte, die englische Küche zu lieben

wurde, ist mir jedoch ein Rätsel.

Die halbe Portion spielt wohl auf den halbwüchsigen Nigel an, um den es hier geht, die englische Küche allerdings liebte Nigel auch schon als Kind, entgegen aller Widrigkeiten.

Mit Toast, und zwar schwarz angebranntem, beginnt das Buch – prototypisch für die Küche seiner Mutter, die, glaubt man Slater, nicht nur nicht kochen konnte, sondern dies auch extrem ungern tat. In vignettenhaften Abschnitten, die sich als Reihe in einer Zeitung bestimmt gut gemacht hätten, lässt sich Slater über seine kindlichen Vorlieben für bestimmte Süßigkeiten, über Traditionen wie (steinharten) Christmas Cake, englisches Schulessen, seine Abneigung gegen Milch, und die Wichtigkeit des auf eine Grapefruit gepiekten Käseigels aus. Die einzelnen Texte sind dabei durchaus vergnüglich zu lesen, und erzählen die Geschichte einer Kindheit in der gehobenen Mittelklasse Englands, geprägt von dem langsamen Dahinsiechen der asthmakranken Mutter – ein Faktor, der Klein-Nigel ganz offensichtlich entging; einem eher abwesenden Vater, der die normalen Rollenklischees der Zeit erfüllte, und einer distanzierten Stiefmutter, die immerhin kochen konnte. Höchst selten tauchen andere Personen (wie Slaters Brüder) auf, und der Rahmen der Erzählungen reicht von Nigel im Alter von 8 oder 9 bis zu seinen ersten (hetero-) sexuellen Erfahrungen in der Kochlehre.

Das ganze liest sich nett und locker, bleibt aber dem Titel treu: es ist irgendwie nur eine halbe Portion; Slater, der von sich selbst sagt er sei sehr introvertiert, muss sich fragen lassen, warum er dann eine Autobiografie schreibt, denn wirklich Persönliches taucht darin nicht auf.

Immer dann, wenn man denkt, jetzt könne es interessant werden, gar tiefgründig, kommt ein neuer Abschnitt, in dem das zuvor gesagte nicht weiter thematisiert wird, sondern statt dessen über ein anderes typisches britisches Nahrungsmittel oder Süßigkeiten der Ära berichtet wird. Zwar zieht sich ein chronologischer Faden durch die Geschichte, aber das war’s auch schon. Das Buch taugt weder als kulinarische Erinnerungsreise durch die britische Küche noch als persönliche Erzählung eines prägenden Lebensabschnittes – über die humoresken Einlagen der einzelnen Kapitel hinaus fand ich es wenig bemerkenswert und streckenweise ziemlich langweilig.

Summa summarum: wohl nur für echte Fans zu empfehlen.

Bewertung: ★★½☆☆ 

Mehr Lesefutter:

Jutta Speidel & Bruno Maccallini – Wir haben gar kein Auto

Vom Cover dieses Buches, auf welchem die Schauspielerin Jutta Speidel ganz groß, ihr Lebensgefährte typografisch angepasst ein klein wenig kleiner als Autor auftaucht, prangt einem die goldblonde Bajuwarin mit dem radbehelmten Italiener vor einem Alpenpanorama entgegen.

wirhabengarkeinauto

Jutta Speidel & Bruno Maccallini – Wir haben gar kein Auto… – Mit dem Rad über die Alpen

Vielleicht befremdet das ein wenig, ist doch in Deutschland Signore Maccallini vielen immer noch durch seinen Satz mit dem Auto in einer Kaffeewerbung erinnerlich, aber in gewisser Weise ist die Aufteilung treffend.

„Über die Alpen“ wollen sie also mit dem Radl fahren, mal eben so – das ist ein wenig schönfärberisch, von „über“ kann nämlich keine Rede sein. Aber gut, Bill Bryson – dessen Reiseerzählungen ich sehr schätze – redet ja auch von einem Walk in the Woods, wo er eine ausgewachsene Expedition auf dem Appalachian Trail meint..

Speidel und Maccalini wollen die Via Claudia Augusta befahren, die sich auf einer alten Römerstrasse durch die Alpen windet und am Reschenpass gen Italien absinkt. Von Bayern, ihrer Heimat, nach Italien, in seine Heimat – durch lauschige Wiesen, niedliche Bergdörfchen, mit Brotzeiten auf Almen und Verweilen unter schattigen Bäumen… alles könnte wunderschön sein, nur gehen ihre Vorstellungen vom gemeinsamen Trip doch etwas auseinander.
Jutta Speidel & Bruno Maccallini – Wir haben gar kein Auto weiterlesen

Mehr Lesefutter:

William Shatner – Up Till Now (Hörbuch)

Bislang habe ich gute Erfahrungen mit Hörbüchern gemacht, die von ihren Autoren gesprochen wurden; allerdings sind das dann im Normalfall Medienprofis (etwa Hape Kerkeling oder Susanne Fröhlich); und so überrascht es nicht, dass auch in diesem Fall, in dem ein professioneller Bühnen-, Film- und TV-Schauspieler mit Jahrzehnten Erfahrung sein Werk einspricht, das Ganze akustisch schon mal perfekt in Szene gesetzt ist.

uptillnow

William Shatner: Up Till Now (Autobiografie)
gesprochen von William Shatner

Das Buch:

William Shatner schaut auf ein ereignisreiches Leben zurück. Wer in ihm nur ‚Captain Kirk‘ sieht, wird auch als hart gesottener StarTrek Fan hier eines Besseren belehrt – William Shatner hat die Theater- und Filmlandschaft über 60 Jahre bereist und dabei Fußabdrücke hinterlassen – mal kleine, mal grosse, mal tiefe, mal fast vergessene.

Mit viel Witz, aber auch durchaus Bescheidenheit und einer ihm gut stehenden Demut blickt er zurück auf sein bewegtes Leben, berichtet von seiner Kindheit im kanadischen Montreal, seiner aufblühenden Leidenschaft für’s Theater und ersten Auftritten in Toronto und New York, dann ersten Rollenangeboten in großen Hollywoodproduktionen, die ihm zwar Respekt, aber kein Geld einbrachten, dem Kampf eines aufstrebenden Schauspielers darum, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, aber auch von seiner Arbeit am heute berühmten und hoch erfolgreichen Shakespeare-Festival in Stratford, Ontario. Wunderbar ist zum Beispiel zu lesen wie Yul Brynner ihm in den Hintern trat. Dabei sieht er im Rückblick auch ein, dass er oft übermäßig selbstbezogen war und Fehler gemacht hat, und warum seine Ehen nicht unbedingt immer von Erfolg gekrönt waren.

Natürlich kommt auch die Rolle des James Tiberius Kirk zur Sprache, wie diese sein Leben veränderte und wie und warum Star Trek die Welt verändert hat (es gibt eine wunderbare Doku mit Shatner unter dem Titel How William Shatner changed the world, die sich mit den Auswirkungen von StarTrek auf die heutige Technologie befasst). Er versucht die Animositäten zwischen ihm und den anderen Mitgliedern der StarTrek Crew zu verstehen, wenn ihm das auch nicht immer gelingt, und erzählt von den Auseinandersetzungen mit Leonard Nimoy, mit dem ihn heute eine tiefe Freundschaft und auch viel Zusammenarbeit an anderen Dingen verbindet.
William Shatner – Up Till Now (Hörbuch) weiterlesen

Mehr Lesefutter:

Norbert Suchanek – Der Soja-Wahn

Norbert Suchanek ist seit seinem Studium der Chemietechnik Umweltjournalist, war für Greenpeace aktiv, und hat sich in Eine-Welt-Netzwerken engagiert. Er lebt und arbeitet heute in Brasilien. In

sojawahn

Norbert Suchanek: Der Soja-Wahn
Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät

setzt er sich kritisch mit der Sojabohne auseinander – egal ob es sich um Ernährungslügen handelt oder die Folgen des weltweiten Sojaanbaus für Mensch und Umwelt.

Die Kapitelliste:

  1. Soja – gut für die Gesundheit?
  2. Margarine aus Soja – gesünder als Butter?
  3. Soja statt Gras – schlecht für Mensch und Tier
  4. Soja und Asien – mehr Mythos als Wahrheit
  5. Opfer der Bohne: Mensch und Natur
  6. Soja – ein amerikanischer (Alb-) Traum
  7. Kann (Gen-) Soja nachhaltig sein?

Die Frage nach der Gesundheit ist hoch interessant, und es ist passend, dass Suchanek sie an den Anfang stellt. Immer wieder wird Soja als gesundes Nahrungsmittel, ja geradezu als Superfood angepriesen; Soja sei gut in den Wechseljahren und gegen Krebs (wegen der Phytoöstrogene); das Eiweiss besonders hochwertig; Sojaprodukte ein jahrtausendealtes Gesundmittel der Asiaten, Motto: esst mehr davon, etc. pp.

Dem Format des Bändchens angemessen geht Suchanek auf diese Fragen sehr komprimiert ein; viele Erkenntnisse der modernen Ernährungsmedizin jenseits von Low-Fat-Propaganda und Ernährungsrichtlinien der Regierungen (wie die Fehlerhaftigkeit der Cholesterinhypothese oder die fälschliche Behauptung mehrfach ungesättigte Fettsäuren seien gesünder als einfach gesättigte) setzt er voraus oder reisst diese nur knapp an; dafür findet sich dann in der Literaturliste das wohl endgültige Standardwerk zum Thema, Gary Taubes‘ Good Calories, Bad Calories: Fats, Carbs, and the Controversial Science of Diet and Health oder auch die thematische Artikelsammlung der Weston A. Price Foundation zum Thema Soja, Soy Alert.

Für den, der diese Lektüre kennt, sind die Ernährungskapitel keine Neuigkeiten, alle anderen dürften erstaunt aufschauen. Die meisten Punkte aus dem Buch zum Thema Soja als Menschennahrung findet man bei Taubes oder der Weston A. Price Foundation detaillierter wieder, sofern man des Englischen mächtig ist – das Weiterlesen lohnt sich.

Die folgenden Kapitel widmen sich dann der Massenproduktion von Soja im agrarindustriellen Komplex – beginnend bei der Tatsache, dass proteinreiches Soja eben keine geeignete Tiernahrung darstellt (und natürlich ernährtes Tier, grass-fed oder pastured heisst das im angloamerikanischen Raum, nicht nur besser schmeckt sondern auch für den Konsumenten deutlich gesünder ist).

Weiter geht es über Gentechnik (97% der Sojabohnen aus den USA sind GMO-crops) und Pestizide (Round-up und Konsorten) zur flächendeckenden Vernichtung von Regenwäldern für aus Sojaöl gewonnenen ach-so-nachhaltigen Biodiesel (die Produktion verschlingt 27% mehr Energie als sie erzeugt) und den Billigfleischhunger der ersten und zweiten Welt, die Zerstörung kleinbäuerlicher Strukturen und die Subventionierung von Soja in den USA, bis hin zu neuem Agrarkolonialismus in Afrika. Der Pestizid- und Düngerverbrauch von Soja nimmt Rekordausmaße an. Und dank Lobbyisten darf sich in Zukunft selbst Soja, das mit aus Flugzeugen versprühten Pestiziden eingenebelt wurde, noch als ‚verantwortliches Soja‘ schmücken.

Soja, eine Alternative für die Zukunft? Nur, wenn die Zukunft transgenen patentierten Produkten aus dem Labor der Agrochemiekonzerne gehört.

Die 110 Seiten sind gut zu lesen und ein vielleicht grad dank seiner Kompaktheit kräftiger Tritt in den Hintern, die eigenen Glaubenssysteme mal wieder zu überdenken. Zu befürchten steht allerdings, dass dieses Büchlein diejenigen, die es bräuchten, am wenigsten erreichen wird, sondern es am Ende auf preaching to the choir herausläuft.

Auf jeden Fall empfehlenswert.

Bewertung: ★★★★☆ 

Mehr Lesefutter: