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Amulya Malladi – Serving Crazy with Curry

Normalerweise, das muss ich dieser Rezension vorausschicken, würde ich mir ein Buch wie das vorliegende nicht als Lektüre aussuchen – herzerwärmende Frauenromane mit Familiengeschichten sind einfach nicht mein Genre.

Auf meinen Lesestapel kam

crazycurry

Amulya Malladi – Serving Crazy with Curry

durch einen „Book Club“, einen Lesezirkel für Foodies, wo der Roman im Mai 2008 Thema war.

Und so ist wohl auch nicht überraschend, dass Essen in dem Buch der in Dänemark lebenden Autorin eine wichtige Rolle spielt.

Die Hauptfigur, Devi Veturi, ist 27 Jahre alt und ohne Mann, schlimm genug für eine indische Frau ihres Alters, aber außerdem will es ihr auch nicht gelingen, einen dauerhaften Job zu finden, und nach einer persönlichen Katastrophe, die der Aufhänger des Buchs ist, muss sie bei ihren Eltern einziehen. Sie hört auf zu sprechen, womit sie ihre Familie fast in den Wahnsinn treibt – und beginnt wie eine Besessene zu kochen. Für das Gefühl ihrer sehr traditionellen Mutter serviert sie verrückte Dinge, die die Küche Amerikas, wo sie lebt, und Indiens vermischen. Damit erklärt sich auch der Titel des Romans.

Es entfaltet sich eine amüsante, warmherzig geschriebene, nette Familiengeschichte, die drei Generationen einer indischen Familie in den USA umfasst, getragen von einem Leben als moderne Hindus in der Bay Area und in der IT-Industrie, in einem modernen westlichen Staat, das mit den indischen Traditionen und der mitgebrachten Kultur der Immigranten kontrastiert. Wir lernen nicht nur Devi und ihre Schwester Shobha nebst Ehemann Girish kennen, sondern auch ihre Muter Saroj, ihren Vater Avi, der im indisch-pakistanischen Krieg einen Arm verlor und heute Selfmade-Geschäftsmann ist, sowie ihre fast achtzigjährige Grossmutter Vasu, die ihr Leben ganz entgegen aller Traditionen stark und selbstbestimmt gelebt hat. Überhaupt sind es die starken Frauenfiguren, die diesen Roman so interessant machen, die Männerwelt taucht bis auf den (etwas zu perfekten) Vater Avi quasi nur als Randerscheinung auf, die nichts als Komplikationen einbringt.
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