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Sir Roger Moore – Bond on Bond (Hörbuch)

BondonBond

Eigentlich,  verrät uns Sir Roger Moore im besten Cocktailstunden-Plauderton, habe er ja nicht wirklich Ahnung vom Thema Bond, aber er habe sich ein wenig schlau gemacht…

Ein Hauch britisches Understatement, eine kräftige Dosis trockener Selbstironie, und sehr viel höflicher, gediegener, eleganter Gentleman – das war der Bond, den Roger Moore stets verkörpert hat. Und genau so führt der Mime in diesem Buch, das er für die Hörbuchfassung erfreulicherweise auch selbst spricht, den Leser / Zuhörer durch mehrere Jahrzehnte James-Bond-Filmgeschichte.

Sir Roger Moore: Bond on Bond

Ein Stück weit ist es (natürlich)  Biographie von Roger Moore, aber auch die anderen Darsteller von Connery bis zu Craig (von dem Bond nach Skyfall sagte „He owns Bond now.“) finden ausreichend Raum.

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J. S. McDougall – tweetsmart

tweetsmart

J. S. McDougall – #tweetsmart: 25 Twitter Projects to Help You Build Your Community

Ein Buch über Twitter, noch dazu von O’Reilly, das muss ja cool sein. Oder?

„OK. I’ve got my Twitter account…now what can I do with it?“ Sound familiar? #tweetsmart provides the answer with 25 creative projects to help your business, cause, or organization grow. But this isn’t just another social media marketing book-it’s the anti-marketing how-to community-engagement book.

verspricht der Klappentext dem willigen Käufer. Klingt erst mal super; man beachte aber schon mal zur Vorsicht den Hinweis auf „business, cause or organization“ – denn zumindest an eine Zielgruppe richtet sich dieses Buch eigentlich nicht: die Einzelperson, den Selbstständigen, der seine Marke, seinen brand positionieren und stärken möchte.

Die Einleitung erzählt eine hübsche kleine Geschichte aus dem Leben des Autors, die sehr nachdrücklich transportiert, wie „echt“, wertvoll und authentisch die seltsame Kommunikation mit wildfremden Menschen selbst mit beschränkten Mitteln (wie z.B. 140 Zeichen) im Leben eines Menschen sein kann, wie bedeutungsvoll und das aus einer Prä-Internet-Perspektive. Das macht Spaß und setzt einen Erwartungsrahmen, der allerdings etwas ganz anderes beinhaltet als das Buch tatsächlich abliefert.

Der Untertitel des Buches lautet

25 Twitter Projects to Help you Build Your Community

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Anne-Kathrin Müller – Mein Jakobsweg. Von Erfurt bis ans Ende der Welt

Was bewegt eine 45jährige Frau, zu Fuß 12 Wochen lang 1800 km quer durch Europa zu laufen? Was sucht und findet sie fernab der Heimat?

Das sind die Fragen, die der Klappentext zu

jakoberfurt

Mein Jakobsweg: Von Erfurt bis ans Ende der Welt

stellt, Fragen auf die ich gern eine Antwort gefunden hätte in diesem Buch.

Anne-Kathrin Müller macht sich eines schönen Tages auf den Weg, den Jakobsweg zu laufen, aber nicht wie viele andere Pilger erst ab der spanisch-französischen Grenze, sondern auf einer der heute beschilderten / gekennzeichneten Routen der Jakobspilger früherer Zeiten. Sie geht in Erfurt los, und will von dort über Frankreich bis zum Kap Finisterre laufen, dem Endpunkt des Jakobsweges und dem „gefühlten“ Ende Kontinentaleuropas.

Schon bald merkt sie, dass ihre Kalkulationen in Sachen Zeit, Wegstrecke und Gepäck von vorn bis hinten nicht stimmen; und das obwohl sie nach dem „spontanen“ Entschluss loszugehen 11 Monate Vorbereitungszeit hatte; auch ihr Training für die Strecke und die Lasten die sie tragen will ist unzureichend, wie die ersten Berichte ihrer ersten Wandertage beweisen.

Die meisten Langstreckenwanderer stellen irgendwann fest, dass sie das was vor ihnen liegt unterschätzt haben, das ist hier nicht anders. Immerhin ist Müller irgendwann klug genug, zu begreifen, dass sie „ihre“ Wanderung für sich macht, und wenn es für sie stimmmig ist, einen Teil der Strecke (durch Frankreich) per Zug zurück zu legen, das so in Ordnung geht. Auf dem Appalachian Trail würde man sagen hike your own hike.
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Walter Moers – Der Schrecksenmeister

Der fünfte Roman aus Zamonien.

Bereits im vergangenen Jahr habe ich

schrecksenmeister

Der Schrecksenmeister, von Walter Moers

gelesen. Wie auch bei anderen Werken aus Moers‘ Zamonien-Reihe gibt er vor, hier nur als Übersetzer von Hildegunst von Mythenmetz zu fungieren, und erzählt die Geschichte von Echo, dem Krätzchen, das halb verhungert auf den Schrecksenmeister Eißpin trifft, der ihm einen Deal anbietet: Eißpin wird es mit den feinsten Delikatessen mästen, wenn das Krätzchen – eine intelligente und sprechende Katze – ihm am Ende einer fest gesetzten Frist dafür seinen Körper verkauft.

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Karl May – Durch die Wüste

Und ist es wirklich wahr, Sihdi[Herr], daß Du ein Giaur bleiben willst, ein Ungläubiger, welcher verächtlicher ist als ein Hund, widerlicher als eine Ratte, die nur Verfaultes frißt?

Das sind die Einstiegsworte zum Beginn von Karl Mays Orient-Zyklus, im ersten der 6 Bände, die Kara Ben Nemsi und seinen treuen Gefährten Hadschi Halef Omar durch die Länder des Nahen Ostens begleiten.

In

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Karl May, Band 1: Durch die Wüste

reist der Held vom Schott el Dscherid in Tunesien über das türkisch geprägte Ägypten und den Sinai, nach Mekka und schliesslich ins Zweistromland, von wo aus sie zu den Jesidi Kurdistans aufbrechen.

Als Kind, vor nunmehr rund 30 Jahren, habe ich fast den kompletten Karl May (bis auf ein paar der in Europa spielenden Bände) gelesen, einfach weil er in der kleinen Ortsbibliothek vorhanden war und ich alles mit Indianern sowieso verschlang; damals empfand ich die Bücher als spannend und auch recht gut beschrieben. Nachdem bei Amazon eine kostenlose Kindle-Ausgabe von Karl May zu haben ist, tendenziell basierend auf den Edition Gutenberg-Ausgaben, habe bzw. hatte ich mir vorgenommen, zumindest den Orient-Zyklus einmal erneut zu lesen.

„Hatte“ deswegen, weil ich mir nach der Lektüre dieses Romans, der eigentlich eine Sammlung lose miteinander verbundener Geschichten ist (May schrieb sie als Fortsetzungsabenteuer für eine Zeitung), nicht sicher bin ob ich darauf weitere Lebenszeit vergeuden möchte.
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Karen Miller – The Awakened Mage

Der zweite Teil von Karen Millers Kingmaker, Kingbreaker-Serie.

Als ich den ersten Teil dieses Buches, The Innocent Mage, las, war ich mir nicht sicher ob ich mir einen zweiten Teil antun sollte. Aber dann fand

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Karen Miller – The Awakened Mage
Kingmaker, Kingbreaker Book 2

doch seinen Weg auf meinen Lesestapel, schließlich will man bei so angefangenen Sachen ja irgendwie doch wissen, wie sie ausgehen.

Um es kurz zu machen: es lohnt sich nicht wirklich, dieses Buch zu lesen. Die Handlung um Asher aus Restharven, den Fischermann aus dem einfachen Volke (hier: die Olken) und eine elfengleiche Spezies von „Adligen“, die Doranen, und ihren König, sowie den weit zurück liegenden magischen Krieg zwischen Barl und Morg, der die Hintergrundgeschichte für das Ganze bildet, gehen in einem Wust von mysteriösen Andeutungen und klischeebehafteter Langeweile unter.
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Hartmuth Malorny – Tod in Thailand

Harald Nitrowski ist ein abgehalfterter, drittklassiger Privatdetektiv aus Dortmund; er scheint das Leben ebenso zu hassen wie sich und seinen Job, und kommt als mißmutig, gelangweilt und widerlich rüber. Er säuft, raucht, pflegt Beziehungen zur (Dortmunder) Unterwelt und ist in seiner Misanthropie kein besonders angenehmer Zeitgenosse.

In

todinthailand

Tod in Thailand: Der Mysteriöse Asiat

lässt Hartmuth Malorny verräucherte Dortmunder Kneipen und das horizontale Gewerbe ebenso schmuddelig unangenehm zum Leben erwachen wie seine als Ich-Erzähler fungierende Hauptfigur.

Die Story windet sich um einen deutschen Spießbürger und dessen „gekaufte“ thailändische Ehefrau, die erst verschwindet und später tot aufgefunden wird. Nitrowski soll zunächst für seinen Auftraggeber, Grünbein, die Frau finden und wiederbeschaffen, doch der Mann will schließlich auch noch, dass Nitrowski für ihn den Mörder jagt, eine Aufgabe, der der Schnüffler möglichst spesenfressend aus dem Weg geht.

Statt sich in Schwierigkeiten mit der die Prostitution kontrollierenden Russenmafia zu begeben, forscht er lieber in Thailand bei Mekong-Whiskey und mit einem hübschen Mädchen auf dem Schoß nach dem „geheimnisvollen Asiaten“, dem Drahtzieher hinter der ganzen Geschichte, und hat es damit nicht übermäßig eilig an den Gestaden des Golfs von Thailand.

Tod in Thailand: Der Mysteriöse Asiat ist ein relativ fader Krimi, der unter drei Dingen leidet: die Hauptfigur ist nicht besonders interessant, die Storyline wird mit mehreren Einschüben des Ich-Erzählers schon halb vorweg genommen, und schließlich ist die Auflösung des großen Rätsels jedem einigermaßen versierten Krimileser spätestens auf der Hälfte der Strecke klar, während die Hauptfigur viel zu weggetreten ist, um irgendwas zu kapieren. Das könnte nun ein fabelhafter Roman sein, selbst mit dieser Zusammenstellung, wäre Nitrowski ein Misanthrop vom Schlage eines Dr. House, und wären die Szenerien aus Deutschland ebenso lebensecht geschildert wie die Erlebnisse in Thailand.

Denn das ist es, was trotz einer gehörigen Dosis Klischees diesen Roman dann am Ende doch für mich halbwegs lesenswert macht: die Beschreibungen Malornys aus Thailand lassen erkennen, dass er sich dort gut auskennt, und auch wenn er vieles aus dem Blickwinkel des (Sex-) Touristen überzeichnet, ersteht sein generischer thailändischer Touristenort (ob es Pattaya ist, sei mal dahin gestellt) lebendig und lebensecht vor dem Auge des Lesers, der schon mal in Thailand war.

Das war’s dann aber auch an Erwähnenswertem. Ein Lektorat hätte dem streckenweise hakeligen Text und der bisweilen wenig inspirierten Sprache gut zu Gesicht gestanden; zum Glück, muss man sagen, ist die im ersten Abschnitt viel zu langatmige Geschichte dann doch nur 125 Seiten lang geworden.

Exotisches Ambiente allein macht aber noch keinen Roman – dieses Werk (und Detektiv Nitrowski) kann man getrost auslassen.

Bewertung: ★☆☆☆☆ 

Der Ruhr-Guide kommt in seiner Rezension dieses Romans übrigens zu einem ganz anderen Urteil: hier lesen.

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Jutta Speidel & Bruno Maccallini – Wir haben gar kein Auto

Vom Cover dieses Buches, auf welchem die Schauspielerin Jutta Speidel ganz groß, ihr Lebensgefährte typografisch angepasst ein klein wenig kleiner als Autor auftaucht, prangt einem die goldblonde Bajuwarin mit dem radbehelmten Italiener vor einem Alpenpanorama entgegen.

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Jutta Speidel & Bruno Maccallini – Wir haben gar kein Auto… – Mit dem Rad über die Alpen

Vielleicht befremdet das ein wenig, ist doch in Deutschland Signore Maccallini vielen immer noch durch seinen Satz mit dem Auto in einer Kaffeewerbung erinnerlich, aber in gewisser Weise ist die Aufteilung treffend.

„Über die Alpen“ wollen sie also mit dem Radl fahren, mal eben so – das ist ein wenig schönfärberisch, von „über“ kann nämlich keine Rede sein. Aber gut, Bill Bryson – dessen Reiseerzählungen ich sehr schätze – redet ja auch von einem Walk in the Woods, wo er eine ausgewachsene Expedition auf dem Appalachian Trail meint..

Speidel und Maccalini wollen die Via Claudia Augusta befahren, die sich auf einer alten Römerstrasse durch die Alpen windet und am Reschenpass gen Italien absinkt. Von Bayern, ihrer Heimat, nach Italien, in seine Heimat – durch lauschige Wiesen, niedliche Bergdörfchen, mit Brotzeiten auf Almen und Verweilen unter schattigen Bäumen… alles könnte wunderschön sein, nur gehen ihre Vorstellungen vom gemeinsamen Trip doch etwas auseinander.
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