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Annemarie Lutz – Altrahlstedt an der Rahlau

Auf der Suche nach etwas Lokalgeschichte blieb ich in der Stadtteilbibliothek an diesem Buch hängen.

Altrahlstedt an der Rahlau: Heimatgeschichtliche Betrachtungen aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts

Altrahlstedt an der Rahlau

Rahlstedt, das Dorf an der Rahlau, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Villenvorort für reiche Hamburger Kaufleute, und das sieht man teilweise auch heute noch an der Bebauung. Aus der 1920 aus verschiedenen Orten zusammengeschlossenen preußischen Gemeinde Rahlstedt wurde dann – wie bei so vielen Teilen Hamburgs – mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 ein Stadtteil Hamburgs.

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Susan & Lucy Letcher – The Barefoot Sisters Southbound

southbound

The Barefoot Sisters: Southbound

Susan und Lucy Letcher machen sich im Jahr 2001 auf den Weg, den Appalachian Trail zu laufen – und zwar southbound, also von Mount Katahdin in Maine bis nach Springer Mountain in Georgia. SoBos (Southbounder) sind schon aus Witterungsgründen gezwungen, später loszulegen als die Northbounder, und laufen in einen langen heissen Sommer hinein.

Sie geben sich selbst die Trail-Namen jackrabbit und Isis, und wandern los – barfuß. Eine Unternehmung wie den Appalachian Trail barfuß anzugehen ist ein ganz besonderes Unterfangen, und so haben sie schnell den Spitznamen „the barefoot sisters“ weg, und werden zu einer Legende auf dem Trail. Sie selbst finden es gar nicht so ungewöhnlich, barfuß zu laufen, sie haben viel Erfahrung damit, und sind sehr naturverbundene Menschen, als Wiccas erzogen und aufgewachsen.

Fast minutiös berichten Lucy und Susan von ihrer Wanderung; von den Menschen denen sie begegnen, ebenso wie von den Pflanzen, Tieren, Steinen, von Erfahrungen mit Hypothermie und Hunger, und all den Problemen, auf die Langstreckenwanderer so stoßen können; von versiegenden Quellen, unmarkierten Wegen, unfreundlichen, aber auch gastfreundlichen Menschen, von Trail Angels, Trail Magic, Regen, Eis und Schnee, Liebeleien, ja sogar einem Hiker-Treffen, und von einer absonderlichen Familie, die im Glauben an Christus und mit ihrer totalen Abwendung vom Staat ein eigenes Blitzlicht auf die amerikanische Gesellschaft wirft.
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Lonely Planet – Kanada

Kann man ein ganzes Land, noch dazu eines, das einen halben Kontinent bedeckt, in einen Reiseführer packen? Der

Lonely-Planet-Guide: Kanada

lp-kanada
versucht das.

Auf schlagkräftigen 1024 Seiten, die nach Bundesstaaten Kanadas sortiert sind, plus ein paar Exkurse zu Nationalparks und dem üblichen allgemein Wissenswerten, führt der Lonely-Planet-Guide: Kanada den Reisenden durch das riesige Land.

Dabei kommt der gewohnte, informative Aufbau der Lonely-Planet-Reihe zum Zuge: Sehenswürdigkeiten, Verkehrsmittel, und Restaurants und Unterkünfte nach Region und Preis aufgeschlüsselt werden vorgeschlagen, kleine Kartenausschnitte unterstreichen Tourenvorschläge, und natürlich werden nicht nur die „großen“ Sehenswürdigkeiten, sondern auch sportliche Aktivitäten, und so manche schrille Idee und Eigenheit aufgeführt. So weit, so gut.

2010 haben wir (mit dem Vorgänger dieses Buchs) eine Kanada-Reise geplant und auch umgesetzt. Während wir aber 2008 noch mit dem Lonely Planet Malaysia, Singapore & Brunei im Rucksack durch Malaysia getourt sind, bot sich dieses Vorgehen für Kanada nicht wirklich an. Das hat zum einen geografische Gründe. Malaysia ist ungefähr so groß wie die Bundesrepublik Deutschland, und trotz einer faszinierenden Kultur einfacher in einen Buchdeckel zu quetschen als Kanada, das mit fast 10 Millionen Quadratkilometern auch physisch die Dimension eines solchen Guides sprengt. Schon Ontario für sich genommen ist dreimal so groß wie die Bundesrepublik. Der allgemeine Infoteil inklusive Ontario-Kapitel umfasst 275 Seiten, und das hätte für meine Zwecke völlig gereicht, dafür hätten mich manche Dinge vielleicht umfangreicher interessiert.

Bei der Planung ergab sich, dass die meisten Infos im Guide für mich relativ belanglos waren… wirklich cool und mit viel Nutzwert versehen sind für mich die Vorschläge, was man in 2,3,5 Tagen in einer der Metropolen anstellen kann, um ein ungefähres Bild davon zu haben, wie viel Zeit man da veranschlagen sollte, und was sich lohnen würde.
Ebenso hilfreich sind die Tipps zu An- und Abreise vom Flughafen, Verkehr, Fähren usw. Plant man aber einigermaßen vor, was bei Anreise aus Europa allgemein anzuraten ist, relativiert sich der Nutzen schon.
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Felicity Lawrence – Not on the label

Felicity Lawrence ist Mitarbeiterin des Guardian und, man möchte fast sagen, Journalistin alter Schule, eine die mit offenen Augen und Ohren ihre Themen recherchiert und auch nicht vor Gegenwind zurückschreckt. Ihr Buch

notonthelabel

Not On the Label:
What Really Goes into the Food on Your Plate

erschien bereits 2004; dem Thema Essen und food politics widmet sie sich seit rund 20 Jahren. Das Buch basiert zum Teil auf Feature-Artikeln, die sie für den Guardian geschrieben hat. Obwohl deswegen ein Teil der Daten darin heute veraltet ist, wirft es dennoch einen erschreckend aktuellen Blick auf die vor allem britische Welt der Nahrungsmittel in Supermärkten; man kann aber davon ausgehen dass das meiste davon heute 1:1 auch auf den Rest Europas übertragbar ist.

Das erste Kapitel, „Chicken“, widmet sich der Massenproduktion von Geflügel – von den (un-) hygienischen Bedingungen ihrer Schlachtung, über das grenzenlose Verschieben von Hühnerteilen und deren Verfallsdatum quer durch die EU, bis hin zum Aufbessern des Verkaufsgewichtes mittels „hydrolisierten Proteinen‘, die auch schon mal vom Schwein (100 % halal) oder dem Hirn eines BSE-Rindes kommen können. Spätestens hier und bei der Zutatenliste eines bekannten Fastfood-Geflügelbestsellers könnte man als Leser beschliessen, nie mehr im Leben irgendetwas mit Huhn in der Systemgastronomie zu essen.

In diesem Kapitel legt Lawrence bereits deutliche Hinweise auf den Schwerpunkt des Buches aus – zwar geht es ihr auch um die organisierte Lebensmittelpanscherei in der industriellen Produktion von Nahrung; vor allem aber will sie aufzeigen, dass das ‚System‘ Supermarkt mit seinem Preisdruck, der Verlagerung von Lagerflächen auf die Strasse, und der abartigen Erpressung der Erzeuger Schuld daran ist, dass wir nicht preisgünstigere, sondern im Wortsinne billigere Lebensmittel zu hohen Kosten auf anderen Gebieten vorgesetzt bekommen.

So dreht sich das Kapitel ‚Salad‘ auch nur vordergründig um gewaschene Blätter in gasgefüllten Beuteln, die das ach so gesunde Grün ebenso frisch halten wie sie ihm jeglichen Nährwert nehmen. Schnell kommt sie auf ein Thema, das sich durch das ganze Buch wie ein roter Faden zieht: die Ausbeutung, ja sklavenähnliche Haltung von Farmarbeitern – in England pakistanische oder auch EU-interne Migranten, die von Ganglords unter menschenunwürdigen Bedingungen ausgebeutet werden; in den Plastikgewächshaus-Monokulturen Spaniens dann Algerier und Marokkaner, die wie Vieh in winzigen Kaschemmen leben. Sklaverei existiert – mitten unter uns, in den reichsten Nationen der Welt – damit wir billigen gewaschenen Salat im Supermarkt vorfinden? Etwas läuft hier grundlegend falsch.
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Maik Lamczyk u. Andreas Kitzinski – Die Welt von Mithor: Tage des Schicksals

Die drei Steine von EnNurú wurden für das Gute auf der Welt von Mithor erschaffen. Wer diese drei Steine besitzt, hat die Macht. Nachdem dunkle Kräfte sich aufmachen, in den Besitz aller drei Steine zu kommen und den Zauberer Zensai wieder ins Leben zurückholen wollen, müssen Kentrec, Oberhaupt des Hohen Rates aus Tembur, Cháronn aus dem Dunwald und Asban sol Kábra dies unter allen Uständen verhindern. Ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit und das Böse beginnt.

Soweit der Text vom Rückeinband von

mithor

Die Welt von Mithor. Tage des Schicksals

Wem das nun alles irgendwie bekannt vorkommt, und wer dabei leise an Tolkien denkt, denkt richtig – Mithor ist eine weitere tolkienesque Fantasy-Welt, und lässt sich wohl am ehesten als ein Rollenspieler-Universum beschreiben – jedenfalls erinnert das, was Lamczyk und Kitzinski vorlegen, mehr an einen AD&D-Abend als wirklich an einen Roman.

Sie haben sich viel Mühe gemacht, ihre Welt mit Mythen, Figuren und nicht zuletzt umfangreichen handgezeichneten Karten im typischen Fantasy-Stil anzureichern, und aus diesem Spass eine Welt zu entwerfen, ist auch das vorliegende Buch geboren worden.

Leider erschliesst sich mir als Leser dieser Spass jedoch nicht beim Lesen. Im Gegenteil. Ich habe mehrere Anläufe gestartet, in die Welt von Mithor einzutauchen, aber ich bin unfähig, die Lektüre zu beenden. Nach wenigen Seiten, ja bisweilen Absätzen, vergrault mich die holprige Sprache, der unelegante Satzbau, Grammatikfehler… Szenenbeschreibungen lesen sich wie Dinge die ein Spielleiter am Pen&Paper Tisch ansagen würde, und die von den Autoren gewählte Präsensform unterstützt diesen Eindruck, mitten in einer Laiendarstellung zu sitzen, zusätzlich.
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Lonely Planet World Food: Malaysia & Singapore

Der englischsprachige Reiseführer im kleinen, handlichen Taschenbuchformat

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Lonely Planet – Malaysia & Singapore: World Food

versteht sich als kulinarisch ausgerichtetes Büchlein für

people who live to eat, drink & travel – with local recipes & culinary dictionary

Auf 288 Seiten findet man viele farbige Abbildungen von Essen (was mir ausgezeichnet gefällt) und einige ganzseitige Fotos von Menschen und Landschaften der Region (worauf ich in einem kulinarischen Reiseführer gut verzichten könnte). Das kleine Buch ist auf dickem Hochglanzpapier vollfarbig gedruckt, farbige Menuleisten am oberen Seitenrand und eine entsprechende Einfärbung des Schnitts erleichtern das Zurechtfinden zwischen dein einzelnen Abschnitten des Reiseführers.

Die Kapitel umfassen:

* The Culture of Malaysian and Singaporean Cuisine
* Staples & Specialties
* Drinks
* Celebrating with Food
* Regional Variations
* Where to Eat & Drink
* Understanding the Menu
* A Malaysian & Singaporean Banquet
* Fit & Healthy
* Eat Your Words

(sowie eine Literaturliste, einen Index und eine alphabetische Liste der 17 Rezepte, die lose im Buch verteilt sind).

Obwohl das Hosentaschenformat suggeriert, dass dies der ideale Begleiter für kulinarische Erkundungen vor Ort sein sollte, ist dem keineswegs so, sieht man einmal von dem lexikalischen Teil ab, der als Wörterbuch die gängigsten lokalen Nahrungsmittel, Restaurant-Begriffe und ein paar unbekannte Speisen in Englisch, Bahasa Melayu und Mandarin (Umschrift in Pinyin) erläutert. Stattdessen sollte man das Büchlein eher genüßlich vor der Reise nach Südostasien durchlesen. Vermutlich werden die meisten Reisenden zwar niemals in die Verlegenheit kommen, an einem malayischen Familienbankett teil zu nehmen, aber der soziokulturelle Kontext, der hier fachkundig eingebunden wird, lässt einen beim Lesen im Geiste daran teilhaben, und gestattet einen kleinen Einblick in das Leben Singapurs und Malaysias, samt seinen Traditionen die sich um das Essen winden.

Als nützlich erweisen sich die kleinen Übersichtskarten im Kapitel “Regional Variations”, die dabei helfen, in Singapur, Melakka, Kuala Lumpur und George Town typische Spezialitäten zu lokalisieren. Diese Karten hätten sich als laminierter Beileger oder kleine Faltkarte sicher sehr gut gemacht.

Der World Food Guide: Malaysia & Singapore bietet einen durchaus umfassenden und größtenteils informativen Überblick über traditionelle Speisen und die Küche der malaysischen Halbinsel. Mit dem hier versammelten Wissen kann man sich daran machen, in den Straßenküchen, auf den Märkten und in den Restaurants und food courts neue, fremde Speisen zu entdecken und zu genießen. Ich hätte mir noch Hinweise gewünscht, wo (und wann) man die typischen Lebensmittel-Märkte (wet markets) der Region findet, da ich ein starkes Interesse an sowas habe; aber mir ist durchaus bewusst dass dies den Rahmen eines solchen Büchleins sprengen könnte.

Im Großen und Ganzen deckt das Buch sein Thema recht gut ab, wenn es auch manche Behauptungen und Darstellungen darin gibt, die mich zusammenzucken lassen. So etwa der Hinweis an Diabetiker, südostasiatische Desserts könnten Zucker enthalten (ach?!) und deswegen ihrer Gesundheit nicht zuträglich sein; völlig grotesk ist der Hinweis, das malaysische Essen sei per se ungesund, weil fast alles “in Schweineschmalz frittiert werde.” Abgesehen davon dass hier Frittiertes keineswegs an der Tagesordnung ist, verbietet sich die Verwendung von Schweinefett in einem muslimischen Land schon von selbst…
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Markus Lanz – Und plötzlich guckst Du bis zum lieben Gott

Wer kennt ihn nicht, den stets vergnügten, bisweilen launige Witze reissenden Fernsehkoch mit dem formidablen Schnauzbart, der selbst Johann Lafer zum Lachen bringt und bei Kerners Köchen schon mal damit kokettiert, er könne nicht kochen – Horst Lichter, den Mann aus Rommerskirchen.

Dass hinter der rheinischen Frohnatur ein unglaublich netter Mann mit einer wahrhaft irrsinnigen Lebensgeschichte steckt, wussten bislang nur wenige Menschen und aufmerksame Zuschauer der Kerner-Talkshow. Markus Lanz hat sich mit Horst Lichter für eine Woche in die Abgeschiedenheit eines Klosters zurückgezogen, um das Leben von Horst Lichter zu verstehen und aufzuzeichnen, um den Menschen hinter dem Zwirbelbart kennenzulernen, und herausgekommen ist eine wunderbare Biographie.

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Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott: Die zwei Leben des Horst Lichter

Einfach haben es sich beide nicht gemacht, nicht Lanz, der für dieses Buch auch die Freunde, Familie, Ärzte und Weggefährten Horst Lichters kennengelernt und befragt hat – aber vor allem Horst Lichter nicht. Markus Lanz – Und plötzlich guckst Du bis zum lieben Gott weiterlesen

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Jeffrey Lang: StarTrek (TNG) – Das Unsterblichkeitsprinzip

Die Story beginnt mit dem noch sehr jungen Noonien Soong, der – gemeinsam mit Ira Graves und Professor Waslowick – auf einem fernen unbekannten Eisplaneten klettern geht, und dabei Überbleibsel einer alten, zerstörten Androidenzivilisation findet. Das Thema ist also klar: Data – und Androiden.

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Jeffrey Lang: Das Unsterblichkeitsprinzip (StarTrek: The Next Generation)

Wie man schon dem Titel entnehmen kann, sind Fragen der Sterblichkeit und Unsterblichkeit ein Thema des Buches. Zu Beginn kehrt Data auf die Enterprise-E zurück, nachdem er gerade den leblosen Körper seiner „verstorbenen“ Mutter Dr. Julianna Tainer geborgen hat. Data empfindet den Verlust als sehr schmerzlich, da ihm klar wird, dass alle die er kennt sterben werden, nur er nicht. Er weiss nicht wie er damit fertig werden soll, und nur die Zusprache von Captain Picard hält ihn davon ab, seinen Emotionschip auf Dauer zu deaktivieren.

Die Enterprise wird überraschend nach Galor IV beordert, wo Commander Maddox – der Mann der Data einst zerlegen und analysieren wollte – an einem geheimen Projekt gearbeitet hat. In seinem Labor kam es zu einem Unfall mit tödlichem Ausgang, und irgendjemand hat auf den Boden des Labors in Blut „DATA“ geschrieben…

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