Archiv der Kategorie: I-J

Craig Johnson – The Cold Dish

Der 1. Walt-Longmire-Roman

Die Romanserie von Craig Johnson um den Sheriff Walt Longmire liegt schon geraume Zeit auf meinem Lesestapel; wie bei vermutlich vielen Lesern gab schließlich die (meines Erachtens gut gemachte) TV-Serie Longmire den Ausschlag, mir die Romane dazu einmal genau anzusehen.

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Craig Johnson: The Cold Dish

ist der erste Roman aus der Serie, und den TV-Serien-Zuschauer erwarten erst mal ein paar Überraschungen; insbesondere in Form von Deputy Vic, die eher ein mediterraner Typus ist denn die knackige Blondine, die in der Fernsehserie von Katee Sackhoff dargestellt wird, und auch der Sohn des alten Sheriffs entpuppt sich im Roman als ein gänzlich anderes Kaliber…

Tatsächlich sind es zu Beginn diese Unterschiede zur Verfilmung, die mich weiter lesen lassen, denn der Roman beginnt sehr spröde und langsam, und wäre ich nicht neugierig auf „Longmire“, hätte ich das Buch nach dem ersten, zähen Drittel weggelegt.

Die Handlung:
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Alex Jahnke & Marcus Rauchfuß – Steampunk (kurz und geek)

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Steampunk – kurz & geek

Wenn Alex „Clockworker“ Jahnke und Marcus „Daily Steampunk“ Rauchfuß zusammen ein Buch schreiben, dann ist das Thema eigentlich nahe liegend: Steampunk.

Aber was genau ist Steampunk eigentlich, wie definiert man das, worin unterscheidet es sich von anderen Genres? Was macht diesen „Trend“ (ich setze das mal ganz bewußt in Anführungszeichen) so trendig, was grenzt ihn von Scifi, historischen Reenactern und anderen Retro-Spinnern ab? Wo liegt der Reiz, was macht Steampunk so besonders und interessant?

Diesen Fragen widmen sich die Autoren mit einem locker-flockigen Abriss über die Historie des Steampunk und die Vielfalt seiner Quellen und Inspirationen, von Jules Verne (und warum der dennoch keinen Steampunk schrieb) über William Gibson bis zu der Hackerspace-Bewegung.

Ein angenehm „unmodernes“ Verständnis von Höflichkeit, eine Vorliebe für (andere) Ästhetik im Design und der Spaß daran, Dinge selbst zu erschaffen, sind ebenso wichtige Elemente der Bewegung. Und Steampunk muss, auch das lernt der Leser, keineswegs eine Kreuzung aus victorianischem Habitus und Science-Fiction darstellen – längst etablieren sich andere Formen von historisch-kulturellen Mash-Ups, wie Dieselpunk, Atompunk und andere neue Subkulturen.
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Raghavan Iyer – 660 Curries

This book is nothing short of a treasure chest, containing an endless supply of very authentic Indian recipes, each bursting with the true flavors of Indias many regions.“ wird Madhur Jaffrey auf dem Rückeinband von

660curries

Raghavan Iyer – 660 Curries

zitiert, und das ist eine sehr zutreffende Beschreibung.

Iyer liefert mit diesem (nicht bebilderten) Wälzer nicht weniger als eine ultimative Curry Bible ab. Fast ein Jahr habe ich das Buch nun in höchst aktiver Benutzung, und würde es jederzeit wieder kaufen (und an Freunde der indischen Küche verschenken).

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The Tough Guide to Fantasyland

Der Rückeinband von
fantasyland

Diana Wynne Jones – The Tough Guide to Fantasyland

zitiert Terry Pratchett mit den Worten

„An indipensable guide for anyone stuck in the realms of fantasy without a magic sword to call their own.“

Und in der Tat könnte man das kleine, handliche, erfreulicherweise als Hardcover vorliegende Buch auch als „rough guide“ der Fantasy bezeichnen. Diana Wynne Jones hat auf sehr humoreske Art ein A-Z der gängigsten Fantasy-Klischees erstellt, das nicht nur als grossartige Satire auf das Genre und seine Stereotypen dient, bei der man als Fan der Sword-and-Sorcery-Literatur oft schmunzeln, manchmal auch laut lachen muss, sondern die auch hervorragend als Nachschlagewerk und Inspirationsquelle für Fantasy-Autoren einsetzbar ist.

Ein Beispiel:

Inland Sea. There is always one of these somewhere around the midpoint of the continent. Tourists must expect to have to embark upon it at some stage in the Tour. It has Pirates, but few or no Sea Monsters. Because it is shallower than the Outer Ocean, voyaging on it will be very choppy. Also, maybe because the land is all round it, it is extremely susceptible to both normal Storms and Storm Control. Expect a miserable voyage ending in capture and enslavement, or in shipwreck, or at the very least a frantic race in which your Magic User tries to keep your Ship ahead of the pursuit.

Ob Kleidung, Magier, Waffen, Insekten oder Reisegefährten, Händler, Köche, Tavernen oder Regierungsformen, Elfen, Magietypen, Tempel oder Sprüche – alle wichtigen Elemente eines Fantasyromans finden Erwähnung und werden auf den Punkt seziert und erläutert.

Quer durch die bekannte Autorenwelt ziehen sich die Gags, da bekommt (natürlich) Tolkien ebenso sein Fett weg wie Pratchett und die Vielzahl all der anderen Autoren, und bei manchen Punkten nickt man nur wissend oder auch ein bisschen genervt ob der Stereotypen die das Genre so mit sich bringt.

Genau hier liegt aber auch für Autoren die Stärke dieses Buchs – zum einen taugt es als Referenz, um sich nicht zu weit von den liebgewonnenen Themenbereichen und Lesegewohnheiten des Publikums zu entfernen, wenn man sich an die Erschaffung eines neuen Abenteuers macht, und somit mehr oder weniger innerhalb der etablierten (verkaufbaren) Grenzen des Genres zu bleiben. Gleichzeitig zeigen die Texte besonders da, wo man sich wieder mal ungläubig grinsend an den Kopf schlägt, Bereiche auf, in denen man eigene Ideen einbringen und das Universum der Fantasy bereichern oder erweitern kann – und das auch noch mit viel Spaß beim Lesen.

Ein ebenso vergnügliches wie für Autoren und vermutlich auch LARPer nützliches kleines Buch, welches man als Freund der Fantasy immer wieder gern zu Hand nimmt.

Bewertung: ★★★★★ 

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Michael F. Holick & Mark Jenkins – Schützendes Sonnenlicht

Dass Sonnenlicht gut tut, kann jeder am eigenen Leib erfahren – ein Sonnenbad entspannt und wärmt, wenn es Sommer wird geht auch die gute Laune nach oben. Und doch warnen Forscher zunehmend davor, in die Sonne zu gehen, die Lichtschutzfaktoren der Sonnenschutzmittel werden immer höher, die Hautkrebsraten steigen, das Ozonloch wird größer – darf man noch in die Sonne gehen, wenn man gesund bleiben will?

Die vielleicht überraschende Antwort auf diese Fragen gibt ein Wissenschaftler der Universität Boston, Professor Dr. Michael Holick, der sich seit Jahren mit Gesundheit und UV-Einstrahlung befasst. In zahlreichen Studien, die in renommierten medizinischen Fachblättern erschienen sind, konnte er belegen, dass Sonnenlicht längst nicht so schädlich ist, wie uns die Kosmetikindustrie weismachen will, sondern im Gegenteil lebensnotwenig.

In Englisch ist das Buch

sonnenlicht

Michael F. Holick, Ph.D., M.D., und Mark Jenkins
Schützendes Sonnenlicht
Die heilsamen Kräfte der Sonne

treffend mit „The UV Advantage“ – der UV-Vorteil – betitelt.

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Christian Jacq – Die Ägypterinnen

Christian Jacq ist studierter Ägyptologe, und hat einige Reihen bekannter Romane geschrieben, die im alten Ägypten angesiedelt sind. Dankenswerterweise hat er aber seine Fachkenntnis, gepaart mit der Fähigkeit, derlei Themen flüssig zu vermitteln, auch in einige Sachbücher zum Thema gepackt.

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Die Ägypterinnen – Eine Kulturgeschichte

stellt Jacq die These auf, dass Frauen im pharaonischen Ägypten eine besondere Stellung einnahmen, die dieses Staatsgefüge und seine Gesellschaft deutlich von allen darauf folgenden (bis zur heutigen „modernen“ Gesellschaft) unterscheidet.

Diese These belegt er anhand von zahlreichen Portraits historischer Frauengestalten des Landes am Nil – von Königinnen, Königinmüttern und Pharaoninnen, über Priesterinnen, Ärztinnen, Heilerinnen und Schreiberinnen bis zu Geschäftsfrauen und Handwerkerinnen.

Stets streut er die kultischen Zusammenhänge ein, lässt im Kopf des Lesers ein zutiefst religiöses Ägypten entstehen, geleitet von der Ma’at, der allem innewohnenden Ordnung, zeigt aber auch die rechtliche Seite auf – etwa dass Frauen im pharaonischen Ägypten heiraten konnten wen sie wollten, ihr Leben lang Hüterinnen ihres eigenen Vermögens blieben, frei kommen und gehen konnten wohin sie wollten, kurzum: nicht automatisch einer patriarchalen Kontrolle unterlagen.
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Douglas Adams & Terry Jones – Raumschiff Titanic

Starship Titanic ist ein von Douglas Adams und der Firma The Digital Village entwickeltes Computerspiel des Adventure-Genre, das 1997 erschien und 1999 in einer deutschen Version unter dem Titel Raumschiff Titanic veröffentlicht wurde.

So steht es in der Wikipedia unter „Starship Titanic“

Das Buch zum Spiel hat allerdings nicht Douglas Adams selbst verfasst, sondern Terry Jones, hinlänglich als Comedian der unsterblichen Monty-Python-Truppe bekannt, da Adams zu der Zeit nicht abkömmlich bzw. zu stark mit dem Spiel beschäftigt war.

raumschifftitanic

Douglas Adams & Terry Jones
Raumschiff Titanic

Der Roman beginnt auf einer fernen Welt namens Blerontin, die ein paar seltsame Eigenheiten aufweist, darunter das Ritual von „Fischpaste-Schnittchen“ zu festlichen Anlässen, die zwar niemand mag, die aber aus historischen Gründen zwingend vorgeschrieben sind. Solchermaßen gestärkt trifft der Leser Leovinus, einen genialen Erfinder und Architekten. Er hat das größte, luxuriöseste, eleganteste und atemberaubendste Raumschiff aller Zeiten entworfen.

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Angela Jansen – Handbuch der Infografik

Daten und Fakten präsentieren und visuell aufbereiten muss heute fast jeder. Das

infografik


Handbuch der Infografik

verspricht ein Nachschlagewerk zu sein für die ‚visuelle Information in Publizistik, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit‘.

Tatsächlich sind die 200 als Doppelseiten (links Erläuterungstext, rechts brillant bebilderte Beispiele) gestalteten Seiten sehr viel mehr als das – ein unverzichtbares Nachschlage- und Inspirationswerk für alle, die nicht nur Zahlen mittels Excel-Torten und -säulen abbilden, sondern auch mit visuellen Mitteln eine Botschaft transportieren möchten, die klar, ästhetisch und funktional ist, ohne Inhalte zu verfälschen.

Es macht Spaß, das auch haptisch gute Buch aus der Edition PAGE durchzublättern und sich mit der Wirkung von Farben, der Verwendung von Strukturbildern und dem geballten, gekonnt präsentierten Fachwissen der Autorin zu befassen. Jeder, der häufiger Zahlen präsentiert, sollte dieses Buch auf dem Schreibtisch haben – und benutzen.

Bewertung: ★★★★½ 

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