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Dorothea Brande – Schriftsteller werden

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Dorothea Brande – Schriftsteller werden

Dorothea Brandes kleines Büchlein gilt als Klassiker für angehende Autoren. Die amerikanische Originalausgabe erschien 1934, und doch ist an diesem Text nichts, das antiquiert wirkt. Im Gegenteil, die kurzen Kapitel über das Schreiben sind zeitlos. Brande zeigt angehenden und erfahrenen Autoren mit einfachen Übungen einen Weg auf, das wohl Wichtigste zu erlernen, das sie auf dem Weg zum Schriftsteller benötigen: Kontinuität. Sie gibt nicht vor, in 10 Lektionen einen Bestsellerautor aus dem Leser zu machen, sie lässt auch nicht aus, dass es Mühe und Anstrengung bedarf, sich zu dieser Kontinuität zu erziehen. Dennoch, oder gerade deswegen, ist dies eine ehrliche Unterstützung für die, die Hilfe beim Schreiben suchen.

Eine der Aufgaben die Brande stellt, ist, jeden Morgen regelmässig zu schreiben, egal was, und dieses Geschriebene (zumindest eine ganze Weile) ungesehen beiseite zu legen. Diese Methode hat sich später Julia Cameron für „Der Weg des Künstlers“ als Morgenseiten entliehen, und auch sonst fallen mir einige Punkte ins Auge, die Cameron als Inspiration genutzt hat.

Brande benutzt diese Texte später, um den Schreibenden an das eigene Unbewusste heranzuführen. Aber auch das Recherchieren und das genaue Interesse für die Lebensumstände der Charaktere, ihre Art zu ticken, kommt hier nicht zu kurz.

Komprimierter und besser kann ich mir ein Buch über das (literarische) Schreiben kaum vorstellen. Hervorragend.

Bewertung: ★★★★★ 

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