Archiv der Kategorie: Bagley, Desmond

Desmond Bagley – Lebenslänglich mit Rückfahrkarte

Wer auch immer damals bei Heyne entschieden hat, aus dem 1972 erschienenen Thriller Freedom Trap auf Deutsch
lebenslaenglich

Lebenslänglich mit Rückfahrkarte

zu machen, gehört geschlagen, weil der Titel eigentlich schon zu viel von der Handlung verrät, ganz besonders aber, da das Buch bereits 1973 mit Paul Newman in der Hauptrolle unter dem Titel „The Mackintosh Man“ verfilmt wurde. Ein solcher Marketing-Faux Pas würde heutzutage sicher nicht mehr passieren.

Ein Mann, der sich Rearden nennt, wird für einen spektakulären Diamantenraub angeheuert, dann aber anscheinend von jemandem bei der Polizei verpfiffen, und landet schließlich im Gefängnis, wo er die nächsten zwanzig Jahre seines Lebens sitzen soll. Die Polizei schlägt ihm einen Deal vor – er soll ihnen die geraubten Diamanten aushändigen, dann wirke sich das strafmildernd aus. Das Problem ist nur, Rearden hat die Diamanten nie zu Gesicht bekommen. Er wurde von seinem Auftraggeber, Mackintosh, hereingelegt.

Was zunächst wie eine Gaunergeschichte anfängt, entfaltet sich jedoch nach und nach zu einem kunstvoll gestrickten Kalter-Krieg-Spionage-Thriller. Rearden bricht aus, und so langsam wird klar, dass er allein für diesen Ausbruch überhaupt in Gefängnis musste, um einer Serie von Gefängnisausbrüchen auf die Spur zu kommen, bei denen eine größere Organisation die Hand im Spiel hat – der russische Geheimdienst. Und wie ist die IRA in die Sache verwickelt?

Das alles interessiert Reardens Fluchthelfer aber nur wenig – sie wollen ihren Anteil an den Diamanten, die er nie besessen hat. Und nun sitzt Rearden zwischen allen Stühlen – Ganoven, mehrere Geheimdienste und die britische Polizei sind ihm auf den Fersen, während er verzweifelt versucht, am Leben zu bleiben und Licht in das Dunkel der Vorkommnisse zu bringen…

Obwohl Lebenslänglich mit Rückfahrkarte nun fast 40 Jahre auf dem Buckel hat und man die natürlich an den technischen Gegebenheiten des Buches bemerkt, ist es ein atemberaubend spannender, in einer mitreissenden Ich-Perspektive erzählter Thriller, den man mit etwas Auffrischung hier und da (kein böser Kommunismus mehr) problemlos in die Neuzeit übertragen könnte. Hier war ein Routinier des Genres am Werk, und das auf hohem Niveau.

Bewertung: ★★★★☆ 

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Desmond Bagley – Blindlings

Ein britischer Geheimagent ausser Dienst, quasi ein alternder (und sehr schottischer!) James Bond, fährt wieder einmal in die Sommerfrische Islands, um angeln zu gehen und seine Geliebte, Elin Ragnarsdottir, zu besuchen. Aber dieses Mal ist alles anders, denn ein früherer Auftraggeber erpresst ihn – er soll einen Job für ihn erledigen. Eigentlich ist es nur ein klitzekleiner Auftrag – er soll ein Päckchen abholen und an einem bestimmten Ort Islands abliefern, eine ganz simple Kurierdienstleistung.

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Desmond Bagley – Blindlings

Eigentlich… denn bereits am Flughafen wartet ein Killer auf ihn, den er mit einem Messer außer Gefecht setzt. Woher wusste derjenige von seinem Kommen? Schon bald stellt sich heraus, dass Alan Stewart zwischen die Fronten in einem erbitterten Kleinkrieg mehrerer Geheimdienste geraten ist. Der Schlüssel scheint das kleine schwarze Kästchen zu sein, das Stewart in Geysir, der großen Touristenstadt der Insel, einem Kontaktmann aushändigen soll. Doch auf dem Weg dorthin wird er von Bewaffneten gejagt, und wenig später ist sein Kontaktmann tot.

Ihm bleibt nur die Flucht nach vorn in einem Geländewagen in die weite unbarmherzige Natur Islands, mit der Frau die er liebt an seiner Seite. Und er hat eine vage Idee, wie er dem Komplott auf die Spur kommen kann, das sein Leben zu zerstören droht…
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Desmond Bagley – Der Transport

Ein gigantischer Transformator soll quer durch ein tropisches westafrikanisches Land zu einer Oase in der Wüste gebracht werden. Das Land, das Desmond Bagley beschreibt, ist ein fiktives, und doch erinnert es an so einige bekannte Staaten der Region einschließlich ihrer politischen Verwicklungen, insbesondere an Nigeria.

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Desmond Bagley – Der Transport

Mit Postkolonialismus, korrupter Regierung, Militärputsch und rivalisierenden Stämmen müssen die Europäer, die ihre wertvolle Fracht termingerecht mit einem riesengroßen Spezial-Tieflader ans Ziel bringen sollen, genauso fertig werden wie mit den widrigen geografischen Umständen.

Da kann es auch schon mal vorkommen dass eine in den Karten stehende Straße oder wichtige Brücke leider bis heute nicht fertig gestellt wurde.

Im Lauf der Zeit gerät der Transport unter der Aufsicht von Neil Mannix mehrfach in die Hände rivalisierender Gruppierungen, und wird schließlich bei den mitziehenden Einheimischen fast zu einem Objekt religiöser Verehrung… die Karawane rund um den Schwertransport zieht als heiliger Trek durch das krisengeschüttelte Land, was sich auch im Originaltitel, „Juggernaut“ (Doppelbedeutung: Schwertransport, aber auch: Götze, Moloch) widerspiegelt.

Eine actiongeladene Tour de force durch die Hitze Afrikas, ein klassisches Abenteuer in einer unvergleichlichen Umgebung, wie so oft gekonnt in Szene gesetzt von einem Meister des Action-Thrillers – filmreife Unterhaltung.

Bewertung: ★★★★☆ 

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