Archiv der Kategorie: B

Dave Bruno – The 100 Thing Challenge

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The 100 Thing Challenge: How I Got Rid of Almost Everything, Remade My Life, and Regained My Soul

„The 100 Thing Challenge is a response to the culture of materialism in America, one that has filled our lives with the constant and unsatisfactory desire for „more.“ Dave Bruno offers compelling anecdotes and practical advice to help readers live more meaningfully, simply by casting off the unnecessary „stuff“ that clutters their lives.“

Im Jahr 2008 hat David Michael Bruno eine Krise – und eine Einsicht noch dazu: er hat zu viel Zeugs angehäuft. Etwas, das die meisten Menschen unseres Kulturkreises, die länger als zwei Jahre an einem Ort wohnen, aus eigenem Erleben kennen: Man schaut in den Schrank, auf den Dachboden, in der Keller, und entdeckt Zeug, von dem man nicht mal mehr wusste dass man es hat, oder doch denkt, man könne es ja nochmal brauchen, und nächstes Jahr ganz bestimmt auf diesen Campingtrip in den Himalaya gehen, für den man die Ausrüstung seit 15 Jahren hortet…

Und so beschließt Dave, sein Leben einer Radikalkur zu unterziehen. Gar nicht so einfach, wenn man Vater von drei Kindern ist, ein Haus an der kalifornischen Pazifikküste hat, mit Garage, Schuppen, und und und… sein Ziel: er will seine Besitztümer auf 100 Gegenstände eindampfen, sich von Unnützem trennen. Die 100 ist dabei eine willkürliche Zahl, die er auch schon mal unterschreitet. In The 100 Thing Challenge berichtet er davon, wie es zu der Idee kam, wie er sie umsetzte, und wie sich die damit verbundenen Denkprozesse auf sein Leben auswirkten.

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Rolf A. Becker – Der Krimi, unser täglich Brot

Rolf Becker, Erfinder von „Dickie Dick Dickens„, nimmt in diesem kurzweiligen Bändchen die Krimiwelt unter die Lupe. Von den Anfängen bei Edgar Allan Poe und Sir Arthur Conan Doyle bis zur modernen Krimiserie im TV analysiert der Krimispezialist die ganze Welt von Mord und Spannung.

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Rolf A. Becker – Der Krimi, unser täglich Brot
Eine satirische Betrachtung über Krimis

Mehr als den Kriminalroman aber, der vor allem zur Erläuterung der Grundtypen des Krimis dient – der Wer-War’s-Krimi, der auf die intellektuelle Lösung des Problems setzt, und der Action-Krimi, in dem es um eine schnell voranschreitende und dadurch Spannung erzeugende Handlung geht – nimmt der langjährige Rundfunk- und Fernsehautor das filmische Krimi-Geschehen unter die Lupe.

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Joachim Baum – Horus Antef

Der Verfasser des historischen Romans, Joachim Baum, ist seit seiner Jugendzeit ein Begeisterter alter Kulturen. Ganz besonders faszinieren ihn immer wieder das Leben der Menschen im alten Ägypten und die Zeugnisse, die sie hinterlassen haben. Als frischgebackener Bauingenieur kam er 1961 erstmals ins Land am Nil.

lautet der Klappentext zu

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Horus Antef: Ein historischer Roman

Das Leben der Ägypter der Antike interessiert mich schon lange, so lag es nah auch diesen historischen Roman auf meinen Lesestapel zu packen. Doch was für eine Enttäuschung!

Joachim Baum mag ja ein Fan des Lands am Nil sein, ein guter Erzähler ist er jedoch nicht. Die Handlung, so man denn eine ausmachen kann, ist uninspiriert und langweilig, es gibt weder einen klaren Handlungsfaden, noch einen Spannungsbogen. Allein die Faszination für das alte Ägypten reicht einfach nicht für einen Roman. Hinzu kommt, dass die Sprache in keiner Weise dem Setting gerecht wird: da kommen Begriffe wie Polizei, Luxor, Majordomus, Anorexie und Kilometer vor, die nicht nur Sprachen entstammen die deutlich später entstanden, sondern auch im historischen Kontext einfach falsch sind; dazu wechselt die Erzählzeit zwischen Präsens und Imperfekt; manchmal auch die Erzählperspektive von der ersten in die dritte Person und zurück.

Abgerundet wird dies durch einen Satz, der handwerklich viel zu wünschen übrig lässt – die Dialoge sind fast unlesbar gesetzt, die Typografie ist unglücklich gewählt und lesehemmend.

Dafür lässt Baum den Leser merken, dass er Bauingenieur ist – es gibt reichlich Einflechtungen zu technischen und handwerklichen Details, die für den Fachmann vielleicht ganz interessant sein mögen, aber weder handlungsrelevant noch besonders spannend geschrieben sind. Das setzt sich dann auch im angehängten Glossar fort, in welchem es u.a. um Zinn, Türkis, und die Bronzeherstellung geht, mit ausgedehnten chemischen und technischen Erläuterungen (zwei oder drei Seiten alleine zu Bronzeherstellung). Die Erklärungen zu den pharaonischen Beamten und dem Aufbau des Lebens in Altägypten lesen sich wie aus einem Schulaufsatz abgeschrieben.

Das größte Problem an Horus Antef ist: das Buch, die Handlung lebt nicht. Interessante Vermittlung von Fachwissen (egal welcher Fachrichtung) geht anders, und Unterhaltung erst Recht. Den halben Stern gibt es dafür, dass der Autor wirklich durchgehalten und die 290 Seiten zu Ende geschrieben hat. Unlesbar ist es leider dennoch.

Bewertung: ½☆☆☆☆ 

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Anthony Bourdain – So koche ich

In diesem Buch beschreibt Anthony Bourdain, wie ein Laie zu Hause Gerichte wie die der Küche des Les Halles, wo er einige Jahre Küchenchef war, mit viel Vorbereitung und wenig finalem Aufwand auf (semi-) professionellem Niveau selbst herstellen kann.

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Anthony Bourdain – So koche ich.
Im Les Halles, New York

Geschrieben ist das Werk, als würde Tony himself direkt zum Leser als Kochlehrling sprechen, in einem auf Deutsch manchmal etwas befremdlich anmutenden Duktus, was auch an der Problematik liegen könnte, seinen Slang in eine andere Sprache zu übertragen. In der gewohnt rotzigen, kerligen Art, die er zu kultivieren pflegt, mit ein bisschen Flair im Stil von „ein Koch erscheint nur dann nicht zur Arbeit wenn seine Mama gestorben ist oder er mit den Füssen voraus rausgetragen werden muss“, führt Bourdain den Leser durch das kleine und grosse Kücheneinmaleins einer professionell arbeitenden Küche, von Mise-en-place (zu lauter Lieblingsmusik, was bei ihm zu einer Zen-Übung wird) über Kalbsfond und demi-glace bis zu den Höhen und Tiefen der klassisch-französischen (Fleisch-) Küche.
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Katinka Buddenkotte – Ich hatte sie alle

Katinka Buddenkotte arbeitete nach dem Abitur in verschiedenen Jobs, u.a. in einem Call-Center und einer Düsseldorfer Werbeagentur. Ihre Erfahrungen in diesen Branchen verarbeitete sie satirisch in ihrem Buchdebüt „Ich hatte sie alle“, das sich, nachdem es in der Sendung „Was liest du?“ von Jürgen von der Lippe vorgestellt wurde, zum Bestseller entwickelt hat und inzwischen in der 7. Auflage vorliegt (Gesamtauflage bis April 2009: 20.000 Exemplare). Derzeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman.

So steht’s in der Wikipedia, und ja, auch ich bin an

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Katinka Buddenkotte: Ich hatte sie alle

nur wegen der Sendung „Was liest Du“ hängen geblieben.

Mit „Satirische Erzählungen“ ist das kleine Büchlein mit einem Umfang von 150 Seiten untertitelt, und satirisch und nicht selten überzogen sind die kleinen Stories durchweg.

Geschrieben sind sie, als habe Buddenkotte sie alle höchstselbst und haargenau so erlebt, und tatsächlich merkt man den kurzen Texten durchaus an, dass im Kern oft reale Erlebnisse stecken, gnadenlos (und manchmal zu arg) überzeichnet, aber mit einem wissenden und bitterbösen Blick auf das reale Leben und Marotten bestimmter Gruppen von Menschen aus ganz bestimmten Lebensbezügen, die zumindest ich schon so erlebt habe wie Buddenkotte sie karikiert.

Und so erwische ich mich beim Lesen – und vor allem Vorlesen, denn dafür sind diese Textbonbons geschrieben – oft beim hilflosen Lachen, aber leider verliert sich das durch das Buch hinweg, denn die Stories scheinen immer und immer wieder auf ein Klischee eines superlässig loserhaften Twentysomething in der ach-so-großen Welt hinauszulaufen, und auch der Witz verflacht zusehends, so als habe der Lektor die besten Geschichten an den Anfang gestellt – macht ja nix, wenn der Leser auf der Hälfte der Strecke aufgibt. Hauptsache das Buch ist verkauft. Vielleicht läuft sich die Abstrusität der Geschichten in der Häufung aber auch einfach irgendwann tot.

Manches ist fantastisch zusammenfabuliert und auch in absoluter Unglaubwürdigkeit der Fakten einfach noch eine hervorragende Satire, anderes ist banal und langweilig. Als launiges Vorlesebändchen für einen heiteren Abend kann ich Ich hatte sie alle durchaus empfehlen, als Komplettlektüre oder Solo-Werk dagegen ist es eher wie ein Quickie: Am Anfang noch sehr aufregend, dann aber viel zu schnell vorbei um gut zu sein, und man ist dann doch froh, dass es schon vorüber ist.

Bewertung: ★★★☆☆ 

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Michael Busselle – Stilleben- und Nahfotografie

In der Reihe „Einfach besser fotografieren“ bei Laterna Magica ist 1999 dieser Band erschienen:

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Michael Busselle: Stilleben- und Nahfotografie

Auf rund 120 farbig gedruckten Seiten widmet sich Busselle zunächst den „Welt der Nahfotografie“, nämlich den möglichen Motivbereichen. Rund 30 Seiten gönnt er dann dem Thema „Komposition und Licht“, also den eher technischen Details wie Bildausschnitt, Belichtung, Hintergründen.

Der dritte Abschnitt erläutert Arrangements von Stilleben, und Teil 4 umfasst die anscheinend unverzichtbare Beratung zur Ausrüstung, die bei der Wahl der Kamera und der Objektive beginnt und bei Archivieren und Präsentieren der Bilder endet.

Was das Buch ausmacht, ist jedoch nicht so sehr der eher karg gehaltene Text, sondern das sind die Abbildungen, die hervorragenden Fotos, die die vorgestellten Themen weit besser illustrieren und vor allem Ideen und Anregungen für das Umsetzen eigener Gestaltungen liefern können.

Ein schön anzuschauendes Büchlein.

Das Kapitel über Ausrüstung hätte gern für mich zugunsten stärkerer technischer und kompositorischer Details weichen dürfen. Leider erschließt Busselle die Themen wie die Wirkung von Texturen und Hintergründen nicht systematisch. So bleibt das Buch eher explorativ, und macht Laune auf die Nahfotografie, als zielgerichtet darauf hinzuführen – es ist kein Handbuch, sondern eine visuelle Inspiration. Unter diesem Aspekt verfehlt es zwar ein wenig das Thema der Serie, ist aber Einsteigern in die Thematik, die sich mehr mit Nahfotografie befassen wollen, dennoch zu empfehlen.

Bewertung: ★★★☆☆ 

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James Lee Burke – Pegasus Descending

Der 15. David Robicheaux-Roman

Im Urlaub bescherte mit das Bücherregal eines der Hotels, in dem wir übernachteten, diesen Roman:

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James Lee Burke: Pegasus Descending

Von James Lee Burke hatte ich bislang nur in Sekundärliteratur über das Krimi-Genre gelesen, besonders wenn es um die Variante des hard boiled Detektivs geht. Und obwohl David Robicheaux, die Hauptfigur dieser Krimi-Reihe, ein Vertreter des Gesetzes ist und ein ordentliches Leben in Iberia, Louisiana, lebt, verheiratet mit einer Ex-Nonne, die seine Muse und sein Gewissen zu sein scheint, ist er in der Tat ein würdiger Vertreter dieser Tradition.

Wir schreiben das Jahr 2005. Dave Robicheaux muss sich gleich mit drei ungeklärten Todesfällen herumschlagen. Nummer 1 ist ein Mädchen, beinahe eine junge Frau, kurz vor dem College-Alter, die mit einer Schusswunde im Kopf im Vorgarten ihres Wohnhauses gefunden wird. Alle Anzeichen deuten auf Selbstmord – aber welchen Grund hätte es gegeben? Sie war schön, hatte gute Noten, nahm keine Drogen – und doch deutet die Autopsie auf Drogenmissbrauch und mehrfachen Sex mit verschiedenen Männern kurz hintereinander hin. Irgendetwas ist hier gar nicht so wie es sein sollte.

Dann sind da die skelettierten Überreste eines Obdachlosen, die nach offenbar 12 Monaten Liegedauer in einem Abwasserkanal gefunden wurden. Auf den ersten Blick scheint er ein Opfer eines Fahrerfluchtunfalls gewesen zu sein, aber auch hier passen die Details nicht zusammen.
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T. C. Boyle – A Friend of the Earth

Die Klimakatastrophe hat stattgefunden, die meisten Arten sind ausgestorben. El Niño gehört zum Alltag der USA, das Klima schwankt zwischen monsunartigem Dauerregen in dem nichts wirklich trocknet, und glühendheissen Trockenzeiten. Der einzige verfügbare Alkohol ist Sake, aus dem überall angebauten Reis, und das tierische Eiweiß kommt von Catfish, der auch schon mal an klammen Hauswänden emporkriecht, kurzum, das Leben im Jahr 2025, wie es Boyle schildert, macht keinen Spaß.

Hauptfigur von

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A Friend of the Earth

ist Tyrone „Ty“ O’Shaughnessy Tierwater, geboren 1950. In den 80ern des 20. Jahrhunderts war er noch ein langhaariger Öko-Aktivist, getrieben vom Engagement seiner Freundin Andrea. Doch das Leben meint es nicht gut mit ihm, er wandert als Aktivist in den Knast, und zu Beginn des Romans ist er 75 Jahre alt und desillusioniert, seine erste Frau und die Tochter aus dieser Ehe sind tot, und er verdient sich seinen Lebensunterhalt – das Rentensystem ist nicht mehr existent – als Tierpfleger für einen superreichen Popstar irgendwo in Kalifornien.

Sein Arbeitgeber träumt davon, ein paar Exemplare aussterbender Spezies am Leben zu erhalten und sie später in Gefangenschaft zu züchten, dabei konzentriert er sich auf Tierarten an denen nur wenige ein Interesse haben. Seit nunmehr 10 Jahren ist Tierwater bei ihm angestellt, als Andrea, seine Ex-Frau und die Stiefmutter seiner verbliebenen Tochter Sierra (wie Sierra Club) plötzlich aufkreuzt und bei ihm einzieht, um die Geschichte von Sierra zu schreiben, die 2001 als „tree-hugger“ starb.
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