Chris Kresser – Your Personal Paleo Code

Schaut man dieser Tage durch die Blogs und Buchveröffentlichungen derer, die sich mit Ernährung, und dabei besonders der Richtung Paleo / low-carb befassen, fällt auf, dass fast alle Publikationen Begriffe wie „Solution“, „Protocol“ oder „Code“ im Titel tragen. Das soll wohl darauf hindeuten, wie toll, einzigartig, wirksam, etabliert, wissenschaftlich etc. pp. die jeweiligen Ansätze sind, und natürlich behauptet fast jeder, dass er das einzig selig machende System erfunden habe.

Enter Chris Kresser, Alternativmediziner und nach Aussage seines eigenen Blogs

one of the 100 most influential people in health and fitness, along with Michelle Obama, Michael Pollan, Dr. Andrew Weil, Tim Ferriss, Mark Sisson, Robb Wolf and Dr. Mercola

Chris Kresser ist mir als Lowcarb/Paleo-Blogger und Podcaster schon lang ein Begriff, und so interessierte mich, was er in seinem Buch

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Your Personal Paleo Code: The 3-Step Plan to Lose Weight, Reverse Disease, and Stay Fit and Healthy for Life

als seinen speziellen Twist an der kohlenhydratarmen Ernährung verkauft. Das Versprechen:

Discover your own ideal diet with the Personal Paleo Code.

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Das Beste oder Nichts. Gottlieb Daimler und die Erfindung des Automobils

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Der Titel dieses Hörbuches (der auf Gottlieb Daimler zurückgeht, und im Jahr 2010 auch von Mercedes-Benz für eine Image-Kampagne wiederentdeckt wurde) klingt eher dröge. Ich mag zwar ganz gern Sachbücher, auch zu historischen und technischen Themen, aber als Hörbuch konnte ich mir das zunächst gar nicht vorstellen.

Der Klappentext bei Amazon:

Die Welt ist still im Deutschland der 1880er Jahre, das Leben langsam. Die Menschen kennen das Geräusch eines laufenden Motors noch nicht, denn er ist noch nicht erfunden; jedenfalls der Motor nicht, der klein und dennoch leistungsstark genug wäre, um Fahrzeuge, Boote oder Luftschiffe anzutreiben. Das Industriezeitalter beginnt gerade erst zu erblühen, die Mühlen des Fortschritts mahlen noch langsam; manchem, der großes vorhat, zu langsam. Gottlieb Daimler ist einer von ihnen. Er ist beseelt von einer Vision, die ihm und seinem Weggefährten Wilhelm Maybach nicht nur realisierbar, sondern gar zwingend notwendig erscheint. Lange Zeit stehen sie mit ihren Plänen jedoch ziemlich alleine da und verzweifelt nicht selten am vermeintlichen Unverstand ihrer Mitmenschen. So bleibt ihnen nur der Weg in die Abgeschiedenheit eines Gartenhauses zu Cannstatt, um von dort aus die Welt zu motorisieren – zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Im Grunde erzählt das – akustisch sehr gut in Szene gesetzte – Buch die Geschichte von Gottlieb Daimler und den Anfängen des deutschen Automobilbaus, und das auf erstaunlich gut anzuhörende Weise. Mit verschiedenen Sprechern und musikalisch dezenter Untermalung wird hier ein Stück deutsche Industriegeschichte zum Leben erweckt, und eröffnet interessante Einblicke in das Leben eines im besten Sinne von seinem Werk Besessenen. Eine ebenso interessante Kurzbiografie wie ein Stück Technikgeschichte zum Anhören.

Bewertung: ★★★½☆ 

Sir Roger Moore – Bond on Bond (Hörbuch)

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Eigentlich,  verrät uns Sir Roger Moore im besten Cocktailstunden-Plauderton, habe er ja nicht wirklich Ahnung vom Thema Bond, aber er habe sich ein wenig schlau gemacht…

Ein Hauch britisches Understatement, eine kräftige Dosis trockener Selbstironie, und sehr viel höflicher, gediegener, eleganter Gentleman – das war der Bond, den Roger Moore stets verkörpert hat. Und genau so führt der Mime in diesem Buch, das er für die Hörbuchfassung erfreulicherweise auch selbst spricht, den Leser / Zuhörer durch mehrere Jahrzehnte James-Bond-Filmgeschichte.

Sir Roger Moore: Bond on Bond

Ein Stück weit ist es (natürlich)  Biographie von Roger Moore, aber auch die anderen Darsteller von Connery bis zu Craig (von dem Bond nach Skyfall sagte „He owns Bond now.“) finden ausreichend Raum.

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Carolyn Scott Kortge – The Spirited Walker

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The Spirited Walker: Fitness Walking For Clarity, Balance, and Spiritual Connection: Guide to Using Your Fitness Walks to Clear Your Mind and Connect with Your Soul

lautet der volle Titel dieses Buches von Carolyn Scott Kortge. Auf meinen Lesestapel gekommen war es, weil ich mich einmal mit den mentalen Auswirkungen des Gehens / Walking / der Bewegung auf den eigenen Füßen (im Gegensatz zu Joggen / Laufen / Rennen) auseinandersetzen wollte.

Und tatsächlich klangen die Reviews bei Amazon.com wie die Kapitelüberschriften in der Leseprobe ganz ansprechend.  Leider war für mich das Buch dann aber doch nicht das, was ich mir gewünscht hatte. The Spirited Walker ist eine bunte Mischung aus einer Anleitung,wie man ein „Walking“- Training angehen soll (das liefern meines Erachtens andere Bücher besser), ein wenig Zen- und Esoterikblabla, und etwas „Einsatz von Mantras“ plus ein paar wohl unvermeidliche „persönliche Erfahrungen“, sowie sogenannte Experten, die ihren Senf dazu abgeben, warum nun Walking so spirituell befreiend sei bzw. wie sie das in ihrer Praxis wahrnehmen.

Alles ganz nett, macht nichts kaputt, bringt für mich aber auch keinen wie auch immer gearteten Erkenntnisgewinn, und da ich mit dem Stil der Autorin einfach nicht warm werde, kann ich das Buch auch nicht weiter empfehlen.

Bewertung: ★★☆☆☆ 

Alan Cumming – Not My Father’s Son

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Alan Cumming kennen die meisten wohl als glatten Anwalt Eli Gold aus der TV-Serie „The Good Wife“, wo er mit einem ebenso glatten amerikanischen Englisch durch die Welt geht. Umso mehr überrascht es, wenn man den Schauspieler dann das erste Mal in der Hörbuchversion seines biografischen Werkes Not My Father’s Son reden hört – sanft und mit einem ausgesprochen angenehmen schottischen lilt.

In diesem Buch erzählt Alan Cumming einen Teil seiner Lebensgeschichte – von seiner Kindheit in Schottland, einem Vater, der ihn, den schwächlichen jüngeren Sohn, der nie etwas gut genug machen konnte, systematisch vertrimmte, der soff, und auch sonst eher ein gewalttätiger Mistkerl war. Gegen den Willen seines Vaters, aber mit der Unterstützung seiner Mutter, flüchtet Cumming schließlich, und ergreift die Chance, eine Schauspielschule zu besuchen.

Allein dieser Teil seines Lebens wäre schon ein Buch wert, und Cumming weiss ebenso spannend zu erzählen wie die Geschichte, die er in Rückblicken aus der Jetztzeit (getrennt mit ‚Now‘ und ‚Then‘ als Ansage) erzählt, in Szene zu setzen. Alan Cumming – Not My Father’s Son weiterlesen

Hans Kammerlander – Seven Second Summits

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Nach Erlebnissen an den 14 Achttausendern und rund 50 Erstbegehungen hatte Hans Kammerlander ein neues Ziel: die Besteigung der zweithöchsten Gipfel auf den sieben Kontinenten. Sein Projekt der »Seven Second Summits« wurde zu einer Reise um die Welt; vom K2 in Asien, der ihm extrem viel abverlangte, über den Ojos del Salado am Rand der Atacamawüste bis zum Dschungel Neuguineas. Doch dann wurde ausgerechnet der vergleichbar »einfache« Mount Logan in Nordamerika zum Auslöser heftiger Diskussionen – zu einem Zeitpunkt, als der erfahrene Höhenbergsteiger längst entschlossen war, zum Berg des Anstoßes zurückzukehren…

So weit die Verlagsbeschreibung zu Hans Kammerlanders Seven Second Summits: Über Berge um die Welt

Ich habe schon als Kind gern Bergsteigerabenteuer gelesen, und lese bis heute gern so etwas. Das Buch klang also eigentlich super. Eigentlich…

Kammerlander als Zeitgenosse und Wegbegleiter von Reinhold Messner ist mir ein Begriff. Er weiss ganz zweifelsohne, von was er redet, und so ist sein Bericht von der Besteigung der jeweils zweithöchsten Berge der sieben Kontinente auch von seiner Fachkenntnis geprägt, und seiner recht bescheidenen, sich zurücknehmenden Art. Das ist durchaus eine Zier. Leider macht es ihn aber nicht zu einem guten Erzähler.

Meine Irritation mit diesem Buch beginnt bereits damit, dass der Prolog sich ganz ausführlich und eher schnarchnasig der schon auf dem Klappentext erwähnten Vorgeschichte widmet, und auch das erste Kapitel, die Besteigung des K2, zieht sich für mich wie Kaugummi. Nein, das Kapitel erzählt eben nicht sein Abenteuer K2. Stattdessen lässt uns Hans Kammerlander wortreich wissen, warum der K2 so toll und so schwer und so aussergewöhnlich ist und wer sich noch alles dort herumgetrieben hat, er erzählt von seinem ersten Versuch den Berg zu besteigen, von der Topographie, und irgendwann, sehr spät im Kapitel, geht es dann auch tatsächlich, endlich!, um diese letzte, erfolgreiche Besteigung, aber das alles liest sich wie eine Nacherzählung aus einem Schulaufsatz.

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Andreas Altmann – Triffst Du Buddha, töte ihn!

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Andreas Altmann, Reisejournalist und Autor, hatte ein sehr abwechslungsreiches Leben. Sein Lebensweg führte ihn aus Altötting auf Umwegen und über ein Schauspielerdasein nach Paris, nach New York, in ein japanisches Zenkloster, in einen Ashram, nach Mexiko City, und auf der hier beschriebenen Reise nach Indien.

Der etwas plakative Titel ist allerdings irreführend (und wird im Verlauf des Buches auch erklärt), denn Altmann schlägt keineswegs vor, (einen) Buddha zu töten. Tatsächlich betrachtet er selbst sich im sehr ursprünglichen Sinne als einen Buddhisten (wenn auch einen streitbaren), und ermutigt seine Leser, sich ebenso streitbar und selbstkritisch mit Buddha, den Weltreligionen und sich selbst auseinander zu setzen.

In Triffst du Buddha, töte ihn! Ein Selbstversuch reist er nach Indien, nicht ganz sicher, was er genau sucht, jedenfalls nicht „die Erleuchtung“, aber doch irgendwie etwas, oder jemanden, die ihm helfen, sich selbst und die Welt besser zu verstehen, besser anzunehmen, glücklicher zu sein. Und so ist das Buch ebenso sehr eine Erzählung einer Reise durch Indien wie ins eigene Selbst.

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John Grisham – Die Farm (Hörbuch)

Grisham, Die Farm

John Grisham: Die Farm
gelesen von Charles Brauer

John Grisham kennt wohl jeder – er ist seit „Die Firma“ so etwas wie der Großmeister des juristischen Thrillers. Weltweit wurden über 60 Millionen seiner Bücher verkauft und in 29 Sprachen übersetzt, und zahlreiche seiner Bücher wurden erfolgreich verfilmt.

Das Buch:

Im Original ist der Roman unter dem Titel „The Painted House“ erschienen, und der Anstrich eines alten Farmhauses spielt auch eine Rolle in diesem recht untypischen Werk von John Grisham – denn es geht nicht um Gerichte, Justiz und Anwälte, sondern um den Sommer auf einer Baumwollfarm in den Südstaaten der USA im Jahr 1952. Erzählt wird vom kargen, harten Leben der Baumwollfarmer, die nicht viel mehr als scheinselbständige Lohnsklaven der Reichen sind, und die trotz Hitze, Dürre, zu wenigen Erntearbeitern und bitterer Armut irgendwie durch ihr Leben kommen. Die Geschichte erzählt der 7jährige Luke Chandler, oder doch Luke Chandler aus der Sicht seines siebenjährigen Ichs – die Handlung umfasst einen Sommer, eine Erntesaison in Arkansas.

Die Chandlers betreiben eine kleine Farm, auf der Baumwolle angebaut wird. Die Frauen der Chandlers, vor allem die Großmutter, haben das Regiment über Haus und Garten. Ricky, der Onkel von Luke, ist im Koreakrieg, und in der kargen Freizeit, die den Chandlers bleibt, hören sie Radio, mal in der Küche, mal auf der Terrasse – mit den regelmäßigen Baseballübertragungen, die die Fantasie des siebenjährigen Luke beflügeln, und eben Kriegsnachrichten; oder sie schreiben Briefe an Ricky. Dass Ricky „bald nach Hause kommen“ könne, steht als ständige Hoffnung im Raum. Doch zunächst ist das Tagesgeschäft zu absolvieren… die Chandlers brauchen für die lange und anstrengende Ernte Farmarbeiter. Zum einen die „Leute aus den Hügeln“, die Hillbillys, die zum Arbeiten ins Tiefland kommen mit Sack & Pack und Familie, zum anderen Mexikaner, die auf Lastwagen herangekarrt werden und die harte Saisonarbeit übernehmen.

Doch diesen Sommer wird alles anders. Luke, der eigentlich eine Cardinals-Baseball-Jacke haben möchte, und dafür mit den anderen auf den Feldern schuftet, verliebt sich in die 16jährige Tally, die Tochter eines der „Hillbillys“, die auf der Chandler-Farm als Saisonarbeiter hausen.
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von Petra Hildebrandt